Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1918-08-23 · 34 (23.8.1918) · p. Seite 402

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
34 (23.8.1918)
Date
1918-08-23
Page
Seite 402 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9072829-9102973-9138402--02276-9075098
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

402 Das Jüdisch« Echo Nr. 34 einzuleiten. Die persische Zionistenföderation hat sich freiwillig dem Petersburger zionistischen Bureau unterstellt, das Propagandaredner nach Persien zu senden beabsichtigt. Pogrome in Bagdad. Das Provisional Zionist Committee in Amerika hat den Bericht eines Korrespondenten erhalten, der die britischen Truppen nach Mesopotamien begleitet hat. Diesem Bericht zufolge haben die Juden in Bagdad ihr gesamtes Qoldund1 Silbergeld ausliefern müssen und Papiernoten dafür erhalten, deren Wert so zurückging, daß sie nach kurzer Zeit völlig wertlos waren, wodurch der Handel lahmgelegt wurde. Die Lokalbehörden, die von der Zentralregierung hierfür verantwortlich gemacht werden sollten, griffen zu einem eigentümlichen Mittel, um die Verantwortung von sich abzuwälzen. Sie brachten nämlich eines Nachts eine Anzahl reicher Juden auf die Polizei und beschuldigten sie, mit den Noten gehandelt und dadurch den Kredit der Türkei geschädigt zu haben. Sie wurden gefoltert, ermordet und1 in den Tigris geworfen, der später einige der Leichen ans Land spülte. Pogrome in Persien. Wie die englischen Zeitungen berichten, haben die aus dem Distrikt Hamadan zurückberufenen bolschewistischen Truppen vor ihrem Abzug aus Persien die jüdischen Viertel systematisch ausgeplündert und niedergebrannt, wodurch 20 000 Juden lieimat- und mittellos wurden. Die persischen Juden haben sich telegraphisch an das zionistische Hauptbureau in Petersburg gewandt und seine Leiter ersucht, zu ihren Gunsten bei der russischen Regierung vorstellig zu werden. Ein schwedisches Anti - Pogrom - Manifest. Einer Aufforderung des jüdisch-nationalen Arbeiterrates in London folgend, hat die schwedische sozialdemokratische Partei einen Protest gegen die Pogrome der polnischen Antisemiten in Polen erlassen, in dem sie die Sicherung der künftigen Stellung des jüdischen Volkes eemäß den Bestimmungen des holländisch - skandinavischen Friedensmanifestes vom 10. Oktober 1917, verlangt. Jüdische Polizei in Casablanca. Um die Ordnung in den jüdischen Vierteln von Casablanca aufrechtzuerhalten, hat die marokkanische Regierung beschlossen, jüdische Polizeigewalt einzuführen. Diese wird besonders die Aufgabe haben, die geringfügigen Streitigkeiten, die es tagtäglich in der Bevölkerung gibt, zu schlichten. Ein Lehrstuhl für jüdische Apologetik soll am Berliner orthodoxen Rabbinerseminar begründet werden. Die Mittel für die neue Dozentur hat Herr Max J a f La - Berlin durch eine Spende von 100 000 Mark zur Verfügung gestellt. Wie wir hören, wird von der Leitung des Rabbinerseminars beabsichtigt, Herrn Rabbiner Dr. Carlebach in Cöln, jetzt in Warschau, auf den neuen Lehrstuhl zu berufen. (Unsere Leser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus 0emoinden und Vereinen und von Personale achrlohten, die in diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höflichst eingeladen.} Personalien. Dr. Alfred Heller, München, erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse. Dem Attachee der k. preußischen Gesandtschaft Albert Freiherrn von Goldschmidt-Rothschild in München wurde der k. b. Michaelsorden 4. Klasse mit der Krone verliehen. Dem k. b. Steuereinnehmer Max Rosenstiel in Ludwigshafen wurde das k. b. Luitpoldkreuz für 40jährige Staatsdienstleistung verliehen. Dem Konzertdirektor Hugo Knepler in Wien wurde der k. b. Michaelsorden 4. Klasse verliehen. Die Hauptleute der Reserve Julius Löwensohn in Fürth und Oskar Mezger wurden zu k. b. Majoren der Reserve befördert. Jüdisches Sportfest. Am Sonntag, den 1. September, nachmittags 2.30 Uhr veranstaltet der „Jüdische Turn- und Sport-Verein“ auf dem Platze des Turn-Vereins von 1860, Grünwalderstraße, ein Sportfest, dessen Konkurrenzen der gesamten jüdischen Jugend Münchens und den auswärtigen jüdischen Turn- und Sport-Vereinen offen stehen. Die ausgeschriebenen leichtathletischen Preise und Wanderpreise werden heiß umstritten sein und die in Aussicht stehenden Wettkämpfe können das stärkste Interesse beanspruchen. Bei mancherlei Gelegenheiten konnte man mit Genugtuung feststellen, daß die Arbeit des Jüdischen Turn- und Sport-Vereins für die körperliche Ertüchtigung der jüdischen Jugend Münchens zielbewußt und erfolgreich fortgesetzt wird, trotzdem ihm der Krieg die meisten Mitglieder der Herrenabteilung entzogen hat und die angekündigte Veranstaltung ist ein Zeichen innerer Kraft und reger Tätigkeit. Sicherlich wird sie einen großen Teil der Juden Münchens anziehen. —R. Schreibbüro „M9R übernimmt Schreibarbeiten und Vervielfältigungen jeder Art, tadell. u. schnellste Ausführung. Eigene Diktat-Zimmer. Stenogramm - Diktate, sowie fremdsprach. Uebersetzungen. Uebernahme ganzer Werke, Theaterstücke usw. Billig. Berechnung. Strengste Diskret. Manuskripte werden unt. Verschluß abgehol t Neuhauserstrasse 21/1. Kaffee. Fürstenhof (Lift) Teleph. 55144. nomst ytadenplal^ ML äokealecgfdtSßc, äfeldslochee, mdbullm. %khnMi vollendete <§ezeugnisäe deemdeimi/kwiopKi

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.