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Das jüdische Echo · 1918-08-16 · 33 (16.8.1918) · p. Seite 389

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
33 (16.8.1918)
Date
1918-08-16
Page
Seite 389 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 33 Das Jüdische Echo 389 zeichnete, erhoben sich die Delegierten und die Gäste zu einer ungewöhnlich begeisterten Kundgebung. Der Gesandte besprach ausführlich die großen Möglichkeiten, die für das jüdische Volk in Palästina vorhanden sind. Er zweifle nicht daran daß das jüdische Wissen und Können die Reichtiimer des palästinensischen Bodens zu neuern Leben erwecken werde und so dem jüdischen Volke in seiner alten Heimat eine glückliche Zukunft bereiten werde. Das Referat von Dr. Schmarja Levin über die hebräische Universität in Jerusalem wurde mit großem Beifall aufgenommen. Herr de Haas teilte hierauf mit, daß ein nicht genannt sein wollender Zionist für die Universität 25 000 Dollar gespendet hat. Es gelangte zur Verlesung ein Telegramm von Herrn Lewin-Epstein aus London. Der Schatzmeister des P.E.C. verlangte darin, daß die amerikanischen Zionisten 80 000 Aktien der Jüdischen Kolonialbank kaufen.^ Im Verlauf von einer Stunde sind 40 000 Aktien (ä 5 Dollar) abgesetzt worden. (Über den weiteren Verlauf der Konferenz, sowie über die angenommenen Resolutionen werden wir in der nächsten Nummer berichten.) Der Palästina-Kongreß der iüdischen Arbeiterschaft. Das Kopenhageneir Zionistische Bureau berichtet: Am 6. Juni wurde der Kongreß eröffnet. Es war eine großartige, nationale Demonstration. Etwa 330 Delegierte, die eine viertel Million organisierter jüdischer Arbeiter vertraten, waren zur Eröffnung der Sitzung erschienen. Der Kongreß-Saal war mit jüdischen, sozialistischen und amerikanischen Fahnen geschmückt. Der Kongreß hatte eine Übereinstimmung unter der großen Zahl der Arbeiter - Vertreter zu erzielen , zum größten Teil Elemente, die bis vor kurzem der jüdisch - nationalen Politik fremd und zum Teil ablehnend gegenübergestanden haben. Es war von großer Bedeutung, daß diese Verbände, die bis vorkurzem unter dem Einfluß der Zwangspolitik eines kleinen, aber mächtigen Kreises halb-assimilierter jüdischer Arbeiterführer standen, ungeachtet der ablehnenden Beschlüsse der „Führer“, dem Palästina-Kongreß fernzubleiben, sich selbständig erklärten und erschienen waren, um die Palästina-Forderungen der jüdischen Arbeiterschaft vor aller Welt zu dokumentieren. Die folgenden Resolutionen wurden u. a. angenommen: Der Palästina-Kongreß der jüdischen Arbeiter Amerikas proklamiert folgende Forderungen: 1. Palästina soll als eine international garantierte, unabhängige, neutrale jüdische Republik erklärt werden. 2. Bis zu dem Zeitpunkt, wo einejüdische Majorität der Bevölkerung im Lande sein wird, wird die Souveränität des Landes der zu gründenden Liga der Nationen, die auch das jüdische Volk einzuschließen hat, anvertraut oder einer internationalen Kommission, in der auch vom jüdischen Volk gewählte Repräsentanten vertreten sein müssen. 3. Es ist der Wille des jüdischen Arbeiter-Kongresses, daß Palästina auf Grundlage voller bürgerlicher, religiöser und politischer Freiheit und Demokratie aufgebaut werden soll, mit einer vollen lokalen Selbstverwaltung und personeller Autonomie für jede nationale Gruppe. 4. Der Palästina-Arbeiter-Kongreß spricht sich dafür aus, daß der Boden als nationales Eigentum des jüdischen Volkes proklamiert werden soll. Sämtliche natürlichen Reichtiimer des Landes, die Minen, Wasserfälle, wie auch alle öffentlichen Einrichtungen, wie Verkehrsmittel, Bewässerungsanlagen und andere sollen dem Volke gehören, von ihm aufgebaut, kontrolliert und betrieben werden. 5. Es soll ein Minimal-Lohn festgesetzt werden für sämtliche Arbeiter, sowohl in öffentlichen, wie in privaten Unternehmungen. Es soll eine Kredit-Möglichkeit geschaffen werden für landwirtschaftliche oder industrielle Verbrauchs-Kooperativen und dergleichen. 6. Es ist der Wille des ersten jüdischen Palästina-Arbeiter-Kongresses, daß so schnell als möglich ein allweltlicher jüdischer Kongreß einberufen werden soll. Dem Kongreß soll die Aufbau-Arbeit in Palästina mit allen damit verbundenen Rechten übertragen werden. 7. Es ist der Wille des Palästina-Arbeiter-Kongresses, daß die jüdische Arbeiterschaft jetzt schon auf den Prozeß des Wiederaufbaues des Landes Einfluß gewinnen soll, damit die Arbeit in Übereinstimmung mit den Prinzipien des Arbeiter- Kongresses vor sich gehe. Die zu wählende Exekutive des Arbeiter-Kongresses ist bevollmächtigt, in diesem Sinne zu handeln. Die- Exekutive wird ferner beauftragt, Pläne auszuarbeiten betreffend die Finanz-Institute für Kooperativ-Gesellschaiften, agrarische und undustrielle Unternehmungen zum Zwecke der Unterbreitung vor dem kommenden Kongreß. Feuilleton Jiskor.*) Seine letzten Lebenstage verbrachte Chaskel in Merchawja, wo er sich an der Bearbeitung des neuen Bodens beteiligte. Einmal fuhr er mit einem anderen Kameraden zusammen auf einem mit Mauleseln bespannten Wagen nach Jemma. Der Weg führt an dem arabischen Dorf Sarona vorbei, das auf einem Berg liegt. Von da führt der Weg in die Kolonie hinunter und windet sich zickzackförmig wie eine Schlange an der Seite des Berges hin. Eine steile senkrechte Felsenwand erhebt sich an der einen Seite, an der anderen lauert ein tiefer Abgrund. Ein falscher Tritt, ein Seitensprung des Maultiers, und der Wagen mit den' Passagieren stürzt in den Abgrund. Die Räuber sahen das von dem arabischen Dorf aus. Unbemerkt stiegen sie herunter und schnitten den Weg ab. An einer Biegung des Weges sprangen sie plötzlich hervor und richteten ihre Gewehre auf Jecheskel. Die erschreckten Maultiere scheuten, hätten den Wägen fast umgeworfen und blieben auf einmal stehen. Die arabischen Banditen verlangten die Maultiere und das Gewehr. Diese Forderung allein war für Chaskel schon eine Beleidigung. Kam es einmal vor, daß einem Kolonisten ein Stück Vieh geraubt wurde, so hatte ihm Jecheskel immer vorgeworfen: „Du lebst noch — und das Vieh ist fort! Schämen sollst du dich!“ Mit einem verachtungsvollen Fluch antwortete Chaskel auf die Forderung. Er zog seinen Revolver und befahl seinem Kameraden N„ die Maultiere mit allen Kräften anzutreiben. Einen Augön- *) Jiskor, Ein Buch des Gedenkens an gefallene Wächter und Arbeiter im Lande Israel. Mit einem Geleitwort von Martin Buber. Jüdischer Verlag, Berlin 1918.

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