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Das jüdische Echo · 1918-06-07 · 23 (7.6.1918) · p. Seite 270

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
23 (7.6.1918)
Date
1918-06-07
Page
Seite 270 (sequence 10)
Language
German
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270 Das Jüdische Echo Nr. 23 viel zu danken haben. Mit erfreulicher Bestimmtheit trat andererseits Dr. Klee der vielfach vertretenen Meinung entgegen, als sei die englische Sympathie für den Zionismus, insbesondere das genannte Schreiben Balfours an Rothschild ein Bluff oder „une blaque“. England meint es sicher ehrlich, obgleich richtiger: gerade weil es sich , von einem jüdischen Palästina Vorteile für seine einem politisch-wirtschaftlichen Ziele verspricht. Nur Sympathien, die auf Eigennutz beruhen, haben auf die Dauer Bestand und realpolitischen Wert und es ist ein Zeichen der weltpolitischen Bedeutung und der Stärke des jüdischen Volkes, daß man es sucht, daß man es braucht. Es wäre zu bedauern, wenn dies anders wäre. So ist der früher teils verfehmte, teils verspottete Zionismus im Weltkrieg in die glückliche Situation geraten, daß die Regierungen aller Staaten sich für sein Programm aussprechen. Die Situation ist glücklich, aber hat auch ihre Schwierigkeiten. Zwischen den Feinden stehend, hat die zionistische Organisation die Pflicht unbedingter Neutralität. Der einzelne Jude dient treu dem Staat, dem er an- ■ gehört. Aber das jüdische Volk als solches darf sich für und gegen niemands Interesse einspannen lassen. „Niemand zu Leid, nur sich selbst zu Lieb.“ Und allen Juden erwächst in dieser Schicksalsstunde die Pflicht, sich entschieden einzusetzen für die Arbeit um die Wiedergeburt des jüdischen Volkes im jüdischen Lande. „Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen“. Nie war Herzls Wort wahrer als heute, nie eine zwingendere Forderung. Die fesselnden Ausführungen des Redners wurden von der zahlreichen Hörerschaft mit großem Interesse aufgenommen. Eine Reihe von Anmeldungen zur zionistischen Ortsgruppe bewies, daß den Worten des Vortragenden Überzeugungskraft innewohnte. Am 27. Mai sprach Herr Rechtsanwalt Dr. Alfr. Klee in dem noch jungen Verein Ahavath Zion über die Beziehungen zwischen Ost- und Westjuden. In ungemein fesselnder Weise beleuchtete 'der Redner die Ursprünge der Wesensverschiedenheit zwischen der östlichen und der westlichen Gruppe des jüdischen Volkes, zeigte, daß trotz gewisser Unterschiede das Gemeinsame in beiden ausschlaggebend ist und wies eindringlich auf die Notwendigkeit einer Wiederherstellung der inneren Einheit des Volkstums hin. Seine glänzenden Ausführungen wurden von dem ■— größtenteils ostjüdischen — Hörerkreis mit großem Beifall aufgenommen. Dieser Vortrag hat sicherlich dazu gedient, manches Vorurteil auf der östlichen wie auf der westlichen Seite zu zerstören und zur Einheitlichkeit der jüdischen Arbeit in München bei- . zutragen. Gemeindenu. Vereins-Echo (Unsere Leser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnaohriohten, die In diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höfllohst eingeladen.} Personalien. Herr Rabbinatssubstitut Dr. Leo B a e r w a 1 d , München, wurde zum hessischen Landrabbiner in Cassel gewählt. Frau Rechtsanwalt Dr. Gretchen Strauß, München, Goethestraße 43/1, wurde für Verdienste in der Heimat mit dem König-Ludwig-Kreuz ausgezeichnet. Zum Leutnant wurde befördert Vizefeldwebel Ernst Marxsohn. Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und des Militärverdienstkeuzes 3. Klasse mit Krone und Schwertern. Das Hilfswerk für Palästina. Ortsausschuß München wird mit Genehmigung des Ministeriums des Innern eine Sammlung für die Notleidenden in Palästina veranstalten und will mit einer Bitte um Beiträge in jedes jüdische Haus kommen. Dazu sind noch eine Reihe freiwilliger Hilfskräfte notwendig, und an alle, die dieser wichtigen Arbeit einige Tage opfern können, ergeht die Bitte, sich zu melden: Redaktion des „Jüd. Echo“, Herzog Maxstraße 4. Palästina-Hilfsfond. Den Freunden und Bekannten wie den Vereinen sagen wir für die bewiesene große Teilnahme unseren herzlichen Dank. Frieda und Rosa Scherr. 5 Mk. —. Familie Wilschinski u. Geschwister Scherr gratulieren Frl, Hedda Fleischmann und Mosche Königsberg herzlich zu ihrer Verlobung. 3 Mk. Nationalfondsspenden. Goldenes Buch: Blau-Weiß München. Die 2. Gruppe des Münchner „Blau-Weiß“ grüßt die kleine Asi Strauß 1 Mark. — Die zionistische Ortsgruppe München dankt Herrn Dr. A. Klee- Berlin für seinen ausgezeichneten Vortrag. 25 Mark. — H e r z 1 - W a 1 d : Dr. Jakob Schwab spendet dem Andenken seines gefallenen Sohnes 17 Bäume, 102.— Mk.; desgleichen die Zionistische Ortsgruppe München 3 Bäume, 18.—=; Dr. Eli Straus 2 Bäume 12.—; Jakob Reich 10 Bäume 60.—; Fritz Feuchtwanger 2 Bäume 12.—; Summe 34 Bäume Mk. 204.—. (ln dieser Abteilung finden __ _ _ Voranzeigen der Vereine auoh aueaerhalb München# kostenlose Aufnahme.) Jüdischer Turn- und Sport-Verein München. Wanderung: Sonntag, den 9. Juni 1918, Treffpunkt 7.15 Uhr Starnbergerbahnhof. Fahrt nach Fürstenfeldbruck—Grafrath—Flußschiffahrt nach Stegen— Herrsching. Die Führerschaft. Jüdischer Wanderbund „Blau-Weiß“ München. 9. Juni. 1. Gruppe: Pasing—Krailling—Freiham. 7.25 Uhr Starnbergerbahnhof. 50 Pfg. 2. Gruppe: Forstenriederpark. 9.30 Uhr Bavaria. 5 Pfg. 3. Gruppe: Pasing—Bruck. 7.45 Uhr Starnbergerbahnhof. 90 Pfg. 4. Gruppe: Ins Blaue. 9.15 Uhr Starnbergerbahnhof. 55 Pfg. 1. Zug: Ampertal. 7.30 Uhr Bandstr. (Erlöserkirche). 5 Pfg. 2. Gruppe: Ins Blaue. Neuhausen (Endstation der Linie 1) 7.30 Uhr. 55 Pfg. 3. Zug: Ins Bläue. 1.30 Uhr Nymphenburg (Haltestelle der Linie 1). 5 Pfg. 4. Zug: Siehe Fahrt des 3. Zuges. Inferateun ,Cdjo' ßaben größten Erfolg! : Zahn-Praxis * Max Voelkel, Dentist a Alle In das Fach einschlägigen Arbeiten nach ™ neuester Methode und bester Ausführung. £ Aengstliche Patienten stets sohonendste Behandlung. £ Perusastr. 4,111 :: Lift :: Tel. 26381 A Im Hauae Weixlsdorfer Nachfolger.

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