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Das jüdische Echo · 1918-05-10 · 19 (10.5.1918) · p. Seite 222

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
19 (10.5.1918)
Date
1918-05-10
Page
Seite 222 (sequence 10)
Language
German
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222 Das Jüdische Echo Nr. 19 sinnlichste, der reinste und begeistertste ein .junger Rechtskandidat, der sich vor wenigen Tagen erst den Doktorhut errungen hatte: Hugo Zuckermann. Er ist der einzige aus jenem Kreise, dessen hochgewachsene, fast vierschrötige Gestalt mit ihrer kraftvollen, von natürlichem Anstand getragener Haltung mir greifbar im Gedächtnis geblieben ist. In seinem Auge glühte unter den dunklen Wimpern ein verhaltenes Feuer und heimliche Kraft; er war — das fühlte und erlebte man — der geistige Mittelpunkt des Kreises. Sein Bild wurde lebendig gehalten und immer fester zu dem Urbild des von Idealismus und nationalem Sehnen durchglühten Jungjudas ausgestaltet, als mir hernach der Verein sein erstes Jahrbuch „Jüdische Fragen“ übersandte. Hier ist eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten aus dem Vereinsseminar vereinigt, die den Zionismus volkswirtschaftlich, staatswissenschaftlich und völkerrechtlich' begründen helfen sollen, und das Geleitwort für das Buch schrieb der Begründer des Siminars — Dr. Hugo Zuckermann. Dann fand ich ihn wieder in der vom Verein für die jüdischen Mittelschüler Österreich herausgegebenen Monatsschrift „Unsere Hoffnung“, um die er sich fünf Jahre lang bemüht hat. Die Zeitschrift will ein nationales Bildungsmittel für die jüdische Jugend sein und sie auf die Lösung politischer Aufgaben vorbereiten. Darum erzählen in ihr die Führer der Bewegung dem kommenden Geschlecht von dem großen Weh, das der Juden Herz in fremdem Lande' bedrückt, und von dem starken Ringen der Seele, mit dem die Besten und die Getreuesten die ferne Heimat suchen. Es geht ein heldischer Zug, ein hoher Flug, ein unverhohlener Ahnenstolz, aber auch eine brennende Sehnsucht und ein bitterer Schmerz durch die Blätter. Ganz so, wie jene jungen Idealisten sich gaben. Hier war ein Feld der Betätigung für Menschen von der adeligen Gesinnung und der überzeugenden Kraft Hugo Zuckermanns. Und richtig, hier fand ich des jungen Freundes Spur und lernte seine Seele von einer neuen Seite kennen: er war, wie schon der Eindruck seiner Persönlichkeit ergab, nicht nur der „Intellektuelle“, der mit den Fragen des Daseins rang, nicht nur der Kämpfer im politischen Leben der österreichischen Juden und der rastlose Arbeiter, er war auch ein Künstler. Seine prachtvolle Gemütsart befähigte ihn, jeder Arbeit, zu der ihn das Vertrauen seiner Freunde berief, auch der schwierigsten und nüchternsten. Poesie und Schönheit abzugewinnen. Und seine starke lyrische Begabung, verbunden mit der Kraft der inneren Anschauung, wußte die Vergangenheit und Gegenwart des Volkes lebendig zu machen und zur Zukunft zu gestalten. (Fortsetzung folgt.) Gemeindenu.Vereins-Echo Anläßlich der Film-Vorführung zeichneten Friedens-Schecks: Mathilde Bledy 500 M„ Gustav Schmidt 500 Mk., Gisela und Sigmund Schmidt 500 Mk„ Jacob Schmidt 200 Mk., Luise Ruppin 100 Mk., E. Gundelfinger 20 Mk. Weitere Schecks zur Zeichnung liegen auf: Redaktion des „Jiid. Echo“, Herzog Maxstr. 4 und Elisabeth Mahler, Baaderstr. 53/1. National-Fonds-Spenden. Münchener Ölbaum- Garten: Die National-Fonds-Kommission pflanzt auf die Namen Tina Kohn, Else Glaser, Lina Strumpf, Sali Freylich, Geschwister Kohn fürs Helfen bei der Vorführung des Palästina-Films je einen Ölbaum 5 Bäume 30 Mk. — Not- ,Stands-Aktion für Palästina: Tina Kohn, München. grüßt ihren Bruder im Felde und freut sich auf sein Kommen. 2 Mk. —• Goldenes Buch: Jiid. Wanderbund „Blau-Weiß“, München. Hermann Mahler, Baaderstraße 53/1, gratuliert seinem lieben Werner Senator zur Beförderung und bittet ihn um seine Adresse. 2 Mk. ölbaumspende. Martha Saposchnik spendet anläßlich der Verlobung ihrer Schwester 10 Mk. 4L mvaSmam c|n d'ese1- Abteilung finden AVlZQIg^Vl■CCIlU Voranzeigen derVereine auoh ausserhalb Münchens kostenlose Aufnahme.) Jüdischer Wanderbund „Blau-Weiß“. 12. Mai. 1. Zug: 7.15 Uhr Isartalbahnhof. Hohenschäftlarn-. Starnberg. 95 Pfg. 2. Zug: 8 Uhr. Milbertshofen— Schleißheim. 5 Pfg. 3. Zug: 3.30 Uhr Giesingerbahnhof 50 Pfg. 1. Gruppe: 8 Uhr Harras. Planegg- Pasing. 30 Pfg. 2. und 3. Gruppe: 3.30 Gruppe im Stadtheim Elternnachmittag. Am Schwuos und zwar am Freitag, den 17. d„ abends 6 Uhr, findet im Stadtheim ein allgemeiner Heimabend statt. Verein Bne-Jehuda. Samstag, den 11. Mai, abends 9 Uhr im Augustinerbräu, Neuhauserstr. 16/1 Boroclrow-Gedächtnisfeier. Herr Josef Levi spricht über das Wirken und Schaffen dieses kürzlich verstorbenen jüdischen Arbeiterführers. Siehe Inserat. — Voranzeige: Samstag, den 18. Mai, abends 9 Uhr im Augustinerbräu, Neuhauserstraße 16/1, Schwuos'-Unterhaltungsabend. Gäste willkommen. Max Weixlsdorfer Nach!. München, Perusastrasse 4 Gegr. 1840 Tel. 22919 Stets das Neueste in Modewaren ,.M|- Damen«Putz Wiener und eigene Modelle. Trauer-fllbum 3um Hrtöenfen an oerftorbene S amUienmüglieöer mit Jadeiten-Tabelle auf 50 3af)te Preis 2 ITTatf — 3u be3iel)en oom Verlag 3ion Berlin N 65, 6otfd)eöftr. 1t _

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