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Das jüdische Echo · 1918-05-10 · 19 (10.5.1918) · p. Seite 214

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
19 (10.5.1918)
Date
1918-05-10
Page
Seite 214 (sequence 2)
Language
German
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214 Das Jüdische Echo Nochmals: „Äbwehr des Antisemitismus?“ Als ein weiteres Beispiel für die Unmöglichkeit, gegen antisemitische Gesinnung anzukämpfen (vergl. den Aufsatz in Nr. 17 d. Bl.) bringen wir nachstehend die Reichstagsrede, die der Abgeordnete Heins (Hospitant bei den Konservativen) gelegentlich der Wahlrechtsdebatte hielt. „Mein Antrag ist eine direkte Pflicht gegen unsere kämpfenden Brüder im Felde. In der jetzigen Zeit wirkt die Vorlage vaterlandschädlich. Die Verantwortung dafür fällt der Regierung zu. Es soll hier aus der Not des Vaterlandes ein Parteigeschäft gemacht werden. England und Amerika haben viele Millionen für Propaganda, für Streiks und anderes mehr ausgesetzt. Welches Königswort soll dann gelten? Das von dem Gesetz zum Schutz der Arbeitswilligen, oder das in der Osterbotschaft oder das vom 11. Juli 1917? Auch im Schützengraben gibt es keine Gleichheit. Ludendorff ist nicht mit einem 20jährigen Rekruten gleichzustellen, wohl aber wünsche ich, daß den Kriegsteilnehmern über 25 Jahren eine Zusatzstimme gegeben werde, oder daß sie beim gleichen Wahlrecht zwei Stimmen erhalten. Herr v. Bethmann zauberte die Julibot- .sichaft hervor, um sich im Amte zu erhalten. Unsere jetzige Regierung verpflichtete sich damit. Der Sozialdemokrat Bebel hat gesagt: „Haben wir Preußen, dann haben wir Deutschland“. In Österreich hat nach Naumanns Ausspruch das gleiche Wahlrecht alle darauf gesetzten Hoffnungen ertötet. In Amerika und England ist nur ein Bruchteil der Wahlfähigen wahlberechtigt. Dort herrscht die Diktatur der jüdischen G e 1 d Wirtschaft, in Amerika die Morgan, Cahn und Rassegenossen und in England die des Lord Northcliffe gleich Jakob Stern und des Barons Reuter gleich Josopaat. In Frankreich regiert die Börse durch die Advokatur. Die Hauptkriegshetzer sind in Italien der Bürgermeister Nathan, Minister Luzatti, Sonnino, Barzelari, d’Annunzio, die ärgsten unter ihnen sind meist ausgewanderte Juden aus Deutschland. (Der Redner wird bei diesen Ausführungen durch Zwischenrufe und Gelächter von der Linken unterbrochen.) Aus Rußland nenne ich nur Kerk gleich Kerenskij, Zederblum gleich Lenin, Sobelsohn gleich Radek, Braunstein gleich Trotzkij. Finkelstein gleich Literinow. Der letzte Botschafter in England wurde wegen Bankeinbruchs steckbrieflich verfolgt. Die Ostjudenfrage ist für uns gefährlicher, als die Polenfrage. Zuerst kommen sie meist als Hausierer in die Ostmark, dann geht es über den Kaufmann. Bankier oder Advokaten zum Unterstaatssekretär und zum stellvertretenden Ministerpräsidenten. Bethmann stand vollständig unter der Herrschaft des Alljudentums, von Rathenau und Ballin, Cohn, Haase, Aronsohn geführt. Warum ist der Kampf des Alljudentums gegen Preußen so erbittert? Goethe sagt: „Es ist Jeglicher im ganzen Land auf eine oder andere Art mit Israel verwandt, und diesem schlauen Volke blieb ein Weg nur offen, solang die Ordnung steht, hat’s nichts zu hoffen.“ Darum heraus mit den Juden aus dem preußischen Wahlrecht (Gelächter links, lebhafte Zwischenrufe links). Dann will ich auch dem deutschen Volk das Vertrauen entgegenbringen, daß ich ihm das gleiche Wahlrecht geben kann (Gelächter links). Bringen Sie dieses Opfer. Opfern Sie Ihre Juden (Heiterkeit). Das Volk Gottes ist seit Jahrtausende eine parasitische Pflanze auf dem Boden anderer Völker. Also bringen Sie dieses Opfer. Sie können viel¬ Nr. 19 leicht Ersatz noch in deutschen Männern finden. Solange das nicht erreicht ist, stimme ich für das Pluralwahlrecht, das eine Verbesserung des Dreiklassenwahlrechts ist.“ Wir können nach unseren kürzlich hier veröffentlichten Ausführungen von einem Kommentar hierzu absehen und beschränken uns darauf, die Antwort des Abgeordneten Cassel (Fortschr. Volksp.) zu bringen: „Auf die Verleumdungen des Herrn Heins will ich nicht näher eingehen. Die preußischen und deutschen Juden haben keine Veranlassung, sich irgendwie vor Herrn Heins und seinen Reden zu fürchten. Es wäre schade, seine Kraft an einen Gegner, wie es Herr Heins ist. zu verschwenden. Es ist nicht wahr, daß ich an den Kriegsminister herangetreten bin, die konfessionelle Statistik im Heer und in den Kriegsämtern nicht zu veröffentlichen. Der Kriegsminister hat vielmehr erklärt, daß in der heutigen Zeit in dem Verhalten der jüdischen Heerespflichtigen keinerlei Grundlage zu einer solchen Statistik gegeben sei. Es ist begreiflich, daß Herr Heins so etwas nicht erwähnt. Als der Krieg ausbrach, sind Tausende von Juden mit großer Begeisterung in den Krieg gezogen. Tausende haben ihr Leben gelassen. Tausende sind verwundet und verstümmelt worden. Welche Empfindungen müssen alle diese haben, wenn von der Tribüne des Hauses solche Reden geführt werden können, wenn das Andenken so vieler Tausender gefallener jüdischer Krieger so herabgesetzt wird. Welche Empfindungen müssen bei all denen ausgelöst werden, die im Felde und in der Heimat alle Kraft für das Vaterland einsetzen. „Sehet, er schläft und schlummert nicht, der Hüter Israels!“ Wir werden ruhig bleiben können, wenn uns keine andere Gefahr droht als die Worte des Herrn Heins. Wir haben im Krieg und Frieden unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit getan. Hohlsaum Plissee, Feston und alle einschlägigen Arbeiten. Stoffknopf-FabrikatioH. Spezialität: Eichelknöpfe und Doppelknöpfe. Rasche Bedienung! E. Dallmayer, Sonnenstraße 9/ii. Büro-Möbel Flach-, Steh-, Sitz- und Roll-Pulte Rolljalousieu. Hktenschränke, Bücherschränke Stühle, Sessel, Hocker Privat-Kontor-Einrichfungen S. GUTMANN, München, Dienerstr.14/1.

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