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Das jüdische Echo · 1918-04-05 · 14 (5.4.1918) · p. Seite 157

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
14 (5.4.1918)
Date
1918-04-05
Page
Seite 157 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 14 Das Jüdisch« Echo 157 Die Judenfrage in Rumänien. Von Hauptmann z. D. F. Schmal z.1) (Schluß.) Die Stellung der Juden im Heere ist auch nicht, wie sie sein sollte. Wenn man schon den Juden bürgerliche Rechte vorenthält, und sie dann trotzdem zum Heeresdienst heranzieht, dann sollte man die Juden wenigstens anständig behandeln. Aber .die Behandlung ist schändlich und voller Schikanen. Und doch haben so viele Juden in diesem Kriege für ihr Vaterland Rumänien ihr Blut vergossen, so viele laufen als Krüppel in den Straßen herum und so manchen hat die rumänische Erde in ihren schirmenden Schoß genommen, dieselbe Erde, von deren Oberfläche auch kein Quadratmeter einem Juden gehören durfte. Uns gegenüber haben im besetzten Gp^'et Rumäniens die Juden ihre Pflichten auf das loyalste erfüllt. Sie waren die natürlichen Vermittler zwischen uns und den Rumänen, da sie das) Deutsche beherrschten und als genaue Kenner des Landes und der Volkspsyche uns nützliche Dienste leisten konnten. Sie waren gegenüber der Verschlagenheit u. Hinterlist, der Verlogenheit u. Verstellungskunst der Rumänen u. deren Praktiken ein ganz selbstverständlicher Schutzwall, besonders da die Rumänen bei dem ehrlichen, leichtgläubigen Charakter des Deutschen ganz besonders leichtes Spiel hatten u. unsere Leichtgläubigkeit und Arglosigkeit geradezu als Aufmunterung zu ihren Gaunereiversuchen ansahen. Und doch haben die Juden in den seltensten Fällen die Situation ausgenützt zu ihren Gunsten und selten kam ein Fall von Denunziation von jüdischer Seite vor. Keiner hätte es den Juden verübeln können, wenn sie die Gelegenheit benutzt hätten, sich endlich an ihren Peinigern zu rächen und diejenigen zu demütigen, die sie selbst Jahrzehnte lang zu Boden getreten hatten. Uns war die Hilfe der Juden äußerst dienlich und wertvoll. Denn die Rumänen zogen es doch vor, in den Kaffeehäusern zu sitzen, die kommenden Dinge zu erwarten und zu politisieren und — Schiebergeschäfte zu machen. Von großen politischen Gesichtspunkten aus betrachtet, müßten wir eine Gleichgültigkeit gegenüber der Judenfrage in Rumänien als politisch höchst unklug bezeichnen. Denn von dieser Warte aus gesehen, ist die rumänische Judenfrage für uns keine interne rumänische Angelegenheit mehr, sondern eine Frage von Bedeutung für die künftige äußere Politik. Für den oberflächlichen Beobachter mag es ja den Anschein haben, als wenn in den Juden Rumäniens, die, abgesehen von den paar größeren Städten, eine in einer gewissen Zurückgebliebenheit verharrende Masse darstellen, eine besondere Stütze für das Deutschtum nicht zu erblicken wäre. Aber man wird bei eingehender Betrachtung klar werden darüber, daß die Juden in allen Staaten, wo sie leben, das Produkt ihrer Umgebung sind. In hochkultivierten Ländern sind auch die Juden hochkultiviert und umgekehrt. Und da die Rumänen von einer mit einer kulturellen Tünche versehenen Oberschicht abgesehen in der Masse noch lange nicht Kulturvolk sind, sind auch die Juden, in der Masse, dementsprechend zurückgeblieben. Aber wir haben keinen Grund, uns in unserer Politik von ethischen oder ästhetischen Gefühlen leiten zu sassen. Wir wollen den alten Grundfehler, an dem die deutsche Politik Jahrzehnte gekrankt hat, endlich abstreifen und dem innern Kern der Dinge auf den Grund gehen und dieser ist der, daß gerade in dem für uns so wichtigen Handelsverkehr mit Rumänien die1 Juden als Träger des gesamten Geschäfts- und Erwerbslebens eine große Rolle spielen u. handelspolitisch einen Machtfaktor darstellen. Der Handel ist, sowie das Handwerk bekanntlich seit frühester Zeit, in Rumänien in den Händen der Juden u.anderer Fremden gewesen. Juden waren es, die zum ersten Male eine Handelsbeziehung zwischen Rumänien und dem westlichen Europa schufen. Sie waren es, welche die ersten Reisen zur Leipziger Messe unternahmen und noch heute heißen die Manufaktur- und Merceriewarenhändler „Lipscani“ d. h. Leipziger .. . Die Rumänen, die sich zum größeren Teil mit Landwirtschaft beschäftigten, haben von dem Augenblick ihres nationalen und staatlichen Erwachens bis noch vor kurzem zu viel mit der Politik zu tun gehabt, um sich dem Handel und Handwerk zu widmen. Sie strebten und kämpften für öffentliche Ämter, und ihre verfügbaren Kräfte werden auch nach dieser Richtung hin benötigt, umsomehr als man gleich von Anbeginn die einheimischen Juden zu öffentlichen Ämtern nur soweit zuließ, als kein Rumäne aufgetrieben werden konnte, der ein solches hätte bekleiden können. Erst einer späteren Periode war es Vorbehalten, daß die Rumänen sich dem Handel und Handwerk zuwendeten und da haben sic gewiß von Seite der Juden nicht mehr Schwierigkeiten ausgestanden, als es eine lautere Konkurrenz im Handel gestattet, wogegen ihnen viele gegen die Juden gerichtete Gesetze — wie das Handwerkergesetz — zu Hilfe kamen. Als Beweis dafür dürfte die Tatsache gelten, daß es trotz den ausgesprochenen r; IS« v“ öoeKeuh fdt jede IOOO JXtatf 6# feofi Jhiöein Öefd münde*fu$er und an» tei

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