Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 13 (27.3.1918)
- Date
- 1918-03-27
- Page
- Seite 149 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 Das Jüdische Echo 149 her unbekannten Materials. Die Arbeit zerfällt in drei Haupt-Abschnitte, die Epoche bis zum Berliner Vertrag von 1878, vom Jahre 1878 bis zum Balkankrieg 1913, von 1913 bis zur Gegenwart. Mit besonderer Ausführlichkeit ist das traurige Kapitel über die Behandlung der rumänischen Juden während des Weltkrieges geschrieben, in dem auf Grund größtenteils noch unveröffentlichter, authentischer Berichte die furchtbaren Gewalttaten der rumänischen Machthaber gegen die Juden an der Hand von Dokumenten und Protokollen geschildert werden. Das Buch ist eine schwere Anklageschrift gegen die rumänische Regierung und will die Aufmerksamkeit der Regierungen und Völker in allen Kulturstaaten auf die Tragödie der rumänischen Judenheit lenken, die sich in ihrer ganzen Furchtbarkeit noch heute abspielt. Eingegangene Bücher: Aus der Zeit der Schutzbriefe. Geschichtliche Erzählung für die reifere Jugend von Louis Uhlfelder, Wilmersdorf (Verlag von Louis Lamm, Berlin). Die Geschichte der Juden in Brest-Litowsk von Rabbiner Dr. A. Tänzer- Göppingen, Armeerabbiner der Bugarmee (Verlag von Louis Lamm, Berlin). Bibel und Heldentum. Fünf Kriegsvorlesungen gehalten in den akademischen Kursen zu Essen im Wintersemester 1914/15. Von Rabbiner Dr. S. Samuel. Zweite mehrfach verbesserte Auflage (Verlag von Louis Lamm, Berlin). Jüdische Seelsorge an der Westfront. Von Feldrabbiner Dr. Salomonski (Verlag von Louis Lamm, Berlin). Die Schuldennot der Metzer Gemeinde 1789 bis 1&54. (Beitrag zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Metz.) Von Dr. Netter, Oberrabbiner in Metz. (Verlag von Louis Lamm, Berlin). Johannes V. Jensen und der Zionismus. In der „Vossi Ztg.“ vom 15. März veröffentlicht Lewy Herrmann ein Feuilleton über einen Besuch des berühmten nordischen Schriftstellers, in dem er sehr wenig von Jensen und sehr viel von sich selbst berichtet. Immerhin sind die folgenden Sätze bemerkenswert: ' „An einem Abend kann man viel reden. Ich erinnere mich, daß wir über musikalische und unmusikalische Völker sprachen — auf dem Sofa sitzend, bei Kerzenbeleuchtung. Man liebt das in Kopenhagen. Und daß Jensen Theorien über den Ursprung der Musik aufstellte, die zuerst bei Nomadenvölkern sich bildete. Ich erwähne, daß Musik eine Sache der Bergvölker ist, daß ganze Rassen unmusikalisch sind, vor allem die, die am Meer, und viele, die in der Ebene wohnen. Ich erwähne, daß die Westjuden wenig Musiksinn von Haus her haben, während gewisse Gruppen der Ostjuden — Warschau, Odessa usw. — zu den musikbegabtesten Menschen der Erde gehören — sicherlich durch slavischen Einschlag . . . konstruiere daraus zwei Rassen der heutigen Juden . . . und schon sitzen wir beim Zionismus fest. In Berlin kann ein halbes Jahr vergehen, ehe ich vom Zionismus spreche; so fern liegt er mir da. Und draußen war ich alle 12 Stunden mal mit jemandem deswegen überquer. Er muß doch da eine ziemlich brennende Frage sein. Einmal habe ich den Zionismus von 12 bis 4 Uhr nachts totgeschlagen. Und wenn er wirklich noch lebt, so verstellt er sich. Feststellen muß ich immerhin, daß er auch in Dänemark viel Freunde und Gönner hat und für die Welt heute eine Angelegenheit von größerer Bedeutung geworden ist. als man annimmt.“ Im folgenden bringt Herrmann eine Auseinandersetzung mit dem Zionismusi, die aber leider nicht Jensens, sondern nur seine eigenen Anschauungen wiedergibt und einen neueren Versuch darstellt, den Zionismus — zwar nicht „von 12 bis 4 Uhr“, aber auf einige Zeiten totzuschlagen. „Und wenn er wirklich noch lebt“ (s. oben). Gemeindenu. Vereins-Echo (Unsere Leser sind zur Einsendung von ■Ittellungen aus Be* melnden und Vereinen und von Personalnaohrlohten, die In diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höfllohst eingeladen.] Personalien. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde verliehen: dem Leutnant der Reserve Robert Ehrmann in Leipzig, dem Fliegerleutnant Richard Scheuer in Mainz, Sergeant Bernhard Herrmann in Pellingen (der auch die bayerische Tapferkeitsmedaille besitzt), Assistenzarzt der Reserve Dr. Max Rosenthal in Sayn, Vizefeldwebel Paul Standthagen in Charlottenburg, Unteroffizier Harry Nathansohn in Hamburg, Vizefeldwebel Kurt Wachsner in Scharley, Stabsarzt der Reserve Dr. Böhm in Breslau, Offizierstellvertreter Fritz Sternberg in Dortmund, Leutnant der L. Alfred Kann in Könitz, Vizefeldwebel Alfred Sanders in Mannheim und Unteroffizier Fritz Nachmann in Nordenstadt. Der k. b. Oberleutnant der Reserve Dr. Ismar Manneberg in München wurde zum etatsmäßigen k. b. Kriegsgerichtsrat ernannt. Dem k. b. Oberarzt der Reserve Dr. Fritz Lamfromm (München) wurde in Anerkennung seiner hervorragenden Tapferkeit und Pflichterfüllung der k. b. Militärsanitätsorden 2. Klasse verliehen. Der k. b. Militärverdienstorden 4. Klasse mit Schwertern wurde verliehen dem k. Oberstabsarzt Dr. Heinrich Mohr, den k. b. Leutnants der Reserve Josef Herz und Josef Mayer vom Train, Fritz Lorch, Josef Meyersberg, Wilhelm Saalig und Moritz Wertheimer (Nürnberg) von der Infanterie, Adolf Mayer in der Feldartillerie, Bernhard Apfel, Anton Macholl und Sigmund Seil bei den Pionieren. Jüdischer Turn- und Sport-Verein Nürnberg. Der Jüdische Turn- und Sport-Verein Nürnberg veranstaltete am 11. März 1918 im Saale des Hotel „Goldner Adler“ einen bunten Abend, der wieder einmal ein zahlreiches Publikum herbeilockte. Die liebenswürdige Mitwirkung der Pianistin Frau Teper-Lebedinsky nebst Tochter und des Opernsängers Herrn Juan Spivak sicherten bereits von vorneherein einen großen Erfolg. Der Vorsitzende Herr Artur Körösi nahm in seiner Begrüßungsansprache Veranlassung auf die Notwendigkeit und die Berechtigung gerade der jüdischen Turnbewegung mit beredten Worten hinzuweisen. Das Programm eröffnete die Pianistin Frau Teper-Lebedinsky. die mit ihrer Tochter die Ouvertüre Ruy-Blas von Mendelssohn mit besonderer