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Das jüdische Echo · 1918-08-15 · 11 (15.8.1918) · p. Seite 117

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
11 (15.8.1918)
Date
1918-08-15
Page
Seite 117 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 11 Das Jüdische Echo 117 ZIONISTISCHE ORTSGRUPPE MÜNCHEN Bayerischer Hof (Richard Wagner-Saal) :: Mittwoch, den 20. März (statt Samstag, den 16. März) abends 8 Uhr, Vortrag von Herrn Hauptmann Schmalz: Eintritt frei. Reserv. Platz Mk. 1.10 bei Schmid, Residenzstr. Taufe empfangen, ein Geschäft, welches ihm nicht konvenierte. Unwillig sagte er ihm: „Merkwürdig, seit gestern sind Sie getauft und heute sind Sie schon ein Schoite.“ Baron Henikstein, der Nachkomme des Aron Moses Honig, unter Kaiser Josefs II. Bankgefälls — und Hauptsiegelamtsdirektor — dessen Sohn Armeelieferant und Bankier und nach genommener Taufe zum Baron Henikstein geworden, eine der bekanntesten Stadt- und Bönsefiguren, frägt ihn witzelnd: „Sagen Sie mir, gibt es auch dumme Juden?“ „O ja,“ antwortete er beißend, „die getauften“. Doch zeigte sich das Judentum des Mannes nicht nur in diesen starken Ablehnungen derjenigen, die es aufgegeben hatten, sondern und noch mehr und stärker in seiner positiven Anteilnahme an allen Interessen der Wiener Judengemeinde; wir werden ihm noch später begegnen. In den Vormärz fallen auch die Anfänge eines anderen jüdischen Bankherrn von persönlicher Bedeutung: Eduard Wiener, ein Prager von Geburt. Aus einem besonderen Grunde hatte ich zur Zeit, da ich noch Gemeinderat war, Veranlassung, ihm meine spezielle Aufmerksamkeit zu schenken. Die Tramway war eine jener kommunalen Fragen, denen ich mein ganzes Interesse zuwendete, sie war im Gemeinderat eine der stachelichsten geworden. Ihr ganzes Kapital nämlich war ein verhältnismäßig kleines (30 000 Aktien zu je 200 Fl.) und dadurch, daß, um Herr der Gesellschaft zu werden, der Besitz der Hälfte der Aktien genügte, war sie von Anfang an in der Hand bald dieses, bald jenes Großaktionärs, von denen jeder nur an seinen Kursgewinn bei einem raschen Wiederverkauf dachte und von denen auch nicht ein Einziger sich im geringsten um die Interessen der Allgemeinheit an diesem so wichtigen VerkehrsiniStitute kümmerte. Das mußte natürlich im Rathause Entrüstung hervorrufen. Zu jener Zeit war Eduard Wiener dieser Großaktionär, welcher den ganzen Verwaltungsrat mit von ihm abhängigen Verwaltungsmännern besetzt hatte. In seinem Interesse mußte es natürlich liegen, die Rentabilität dieses Unternehmens zu steigern. Aber seine Ansicht, wie dies erzielt werden konnte und sollte und sein ihr entsprechendes Vorgehen standen dem Bedürfnisse des Verkehrs, den berechtigten Forderungen der Stadtverwaltung stracks gegenüber; er wollte nämlich nicht nur keine der Linien, zu denen die Gesellschaft verpflichtet war, sondern überhaupt keine neuen bauen, weil jede solche wie mir der Präsident der Gesellschaft bei einem Besuche, mit dem er mich beehrte, auseinandersetzte, einer alten Konkurrenz machen würde. Das war natürlich ganz verkehrt gedacht und gab zwischen besagtem Präsidenten — ein Herr Fidschi v. Marxow — und mir eine sehr unliebsame Szene. Doch war er schließlich ein Mann von Gesinnung und Distinktion, das Licht, in welchem er durch diesen Besitz gegenüber der Stadt erschien, wurde ihm bald unangenehm, die Situation erschien ihm peinlich und er verkaufte die Aktien. Seine bedeutende Intelligenz und Tatkraft, die ihm später eine geschäftlich große Stellung verschafften, verwendete er restlos in seinem Bankgeschäfte, und den Unternehmungen, die er später geschaffen oder denen er sich als Leiter angeschlossen hatte, so der Kreditanstalt, der Donau-Dampfsohiffahrts- Gesellischaft und anderer, deren Präsident er geworden war. Als Jude fühlte und gab er sich auch bis zu seinem Ende, doch hatte dies nicht gehindert, daß seine beiden Töchter Gattinnen von Christen und zwar wirklichen Aristokraten wurden. Das Haus fand nach seinem Tode keine Fortsetzung; in der Judengemeinde und ihren öffentlichen Interessen hinterließ er keine Spur und kein Andenken. Von einem freundlicheren, ich möchte sagen, anmutenderen Klange, namentlich durch die wohlverdiente Popularität, die er genoß, war der Name eines anderen Mitgliedes der jüdischen Finanzwelt jener Zeit, Anton Schnapper, des Besitzers der seinerzeit größten Wechselstube Wiens. Sie unterschied sich von den anderen dadurch, daß sie auch schon damals ein eigentliches Bankgeschäft kultivierte, was mit dem Betrieb einer Wechselstube nicht notwendig verbunden iist. Bürgerliches Patriziat erster Klasse mit starken verwandtschaftlichen Beziehungen derselben Art. Verkehr mit der besten Gesellschaft und nicht bloß jüdischer zeichnete sein Hau!» aus. Schon vor einem WILLY HERRMANN J Dentist % Goethestraße 4/11 Iks. J Sprechstunden für Zahnleidende; 9—12 und 2—6 J Freitag und Sonntag geschlossen. 1 XDot)If eile | | Kütt ft Ier=po ft harten finb bie „Gugenb'^oftkarten. 2)ie Sammlung Jj umfafot 152 oerfd)iebene harten unD 28 Kriegs* 3 ^okftarten, alles farbige 'SBiebergaben nad) in ber 4Ü 2Ründ)ner „Sugenb" neraffentlidjten 3eid)nungen. £rok großer ^reisfteigerungen in ber £erftellung fyaben mir ben alten ‘ißreis oon 10 Pfennige für jeöe Karte beibefjalten, fo baff bie „Sugenb'^oftharten Ijeute öte billigten Künftlerfarten finb. 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