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Das jüdische Echo · 1918-03-01 · 9 (1.3.1918) · p. Seite 97

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
9 (1.3.1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 97 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 9 Das Jüdische Echo 97 Die gegenwärtigen Wirren in der Ukraine werden wohl die praktische Verwirklichung dieses hochwichtigen Gesetzes hinausschieben, doch ist anzunehmen, daß ohne Rücksicht auf die künftige Gestaltung der Machtverhältnisse in der Ukraine keine Regierung den durch dieses Gesetz proklamierten Grundgedanken wieder aufgeben wird. Die Jüdischen Gemeinden in der Ukraina. Im Zusammenhang mit der Annahme des Gesetzes über nationalpersonale Autonomie der Nationalitäten in der Ukraina nahm die ukrainische Rada auch ein Gesetz über die Konstituierung der jüdischen Gemeinden auf demokratischer Grundlage an. Die Wahlen der jüdischen Gemeindeverwaltungen in der Ukraina finden am 17. Februar statt. (Jüd. Preßbureau, Stockholm.) Die Lage der Juden in Beßarabien. Die Poalezionistische Fraktion in der ukrainischen Zentralen Rada brachte eine Interpellation über die Lage der Juden in dem von der rumänischen Armee besetzten Beßarabien ein. In Begründung der Interpellation entrollte das Mitglied der Rada, Revutzky, ein Bild von den furchtbaren Bedrückungen, die die jüdische Bevölkerung Beßarabiens von den rumänischen Machthabern ertragen muß. Die scharfen Ausfälle gegen die rumänische Regierung brachten dem Redner einen Ordnungsruf wegen „Beleidigung einer befreundeten Macht“ ein. Die Antwort des Sekretärs für Auswärtige Angelegenheiten, Schulgin, war ausweichend. (Jüd. Preßbureau, Stockholm.) Die holländische Sozialdemokratie. Das „Jüd. Korrespondenzbureau“ im Haag berichtet: Die Leitung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Hollands hat beschlossen, eine öffentliche Volksversammlung einzuberufen, um zur Judenfrage Stellung zu nehmen. Der Senator H. van Kol, der Abgeordnete A. B. Kleerekoper und der Leiter des Jüdischen Sozialistischen Arbeiterverbandes „Poalei-Zion“, Ingenieur S. Kaplansky, werden die Redner sein. Die Versammlung wird am 18. Febr. in einem der größten Säle Amsterdams stattfinden und ist in ihrer ganzen Anlage als eine Kundgebung der holländischen Arbeiterschaft gedacht. Feuilleton Jüdische Volkskunde. Im Korrespondenzblatt der „Schweizer Gesellschaft für Volkskunde“ lesen wir folgende aktuelle Mitteilung: Durch die mannigfachen Forschungen und Veröffentlichungen, besonders des letzten Jahrzehnts über Juden und Judentum, hat sich immer mehr die Überzeugung Bahn gebrochen, daß nicht nur die in der Vergangenheit liegende Geschichte der Juden und nicht nur ihre kultisch-religiösen Institutionen von höchster Bedeutung sind, sondern daß auch das heutige jüdische Volkstum für die junge Wissenschaft der Volkskunde voll der bedeutendsten Probleme ist. Zum Zwecke der Erforschung der jüdischen Eigenart hat sich daher im Schoße der „Schweizer Gesellschaft für Volkskunde“ eine besondere Kommission gebildet, die sich mit sachverständigen jüdischen Kreisen des In- und Auslandes in Verbindung setzen wird, um die vielgestaltigen Äußerungen echtesten Volkstums, die heute noch bei den Juden lebendig erhalten sind, zu sammeln. Dabei wird es sich nicht nur um ältestes pietätvoll gewahrtes Gut handeln, wie es in Familien-, Haus-, Rechts- und Religionsgebräuchen sich äußert, sondern auch um tiefgewurzelte volkstümliche Vorstellungen über Geister und Dämonen, Vorzeichen und ahnende Kräfte, Heilmittel und Zauber. Ein besonderes Kapitel werden die Volkspoesie und Volksrede bilden, die, wie schon die Dichtungen und didaktischen Bücher der Bibel zeigen, seit ältesten Zeiten von den Juden gepflegt worden sind und sich in manchen charakteristischen Formen bis auf den heutigen Tag erhalten haben. Es möge nur an die aus tiefstem Gemüt und sehnender Seele hervorquellenden Lieder, die ausi bilderreicher Phantasie und scharfer Pointierung gepaarten Sprichwörter, die für die jüdische Volksseele äußerst kennzeichnenden Anekdoten, Schwänke und Rätsel erinnert werden. Daß dabei auch die vom linguistischen Standpunkte aus so wichtige jüdisch-deutsche Sprache der Forschung erschlossen wird, sei nur nebenbei erwähnt. Endlich sind nicht zu vergessen die konkreten Gegenstände, die im Religionsgebrauch sowohl, wie im eigentlichen Volksgebrauch (dies freilich mehr bei den Ostjuden) verwendet werden. Auch hier ist bereits ein Anfang gemacht, wie die freilich noch kleine, aber interessante Kollektion jüdischer Kultgeräte, Amulette und dergleichen in dem Basler „Museum für Völkerkunde“ dartut. Aufruf und Fragebogen zur Sammlung jüdischer Volkskunde mit beigegebenen Musterbeispielen sind in Bearbeitung. Möge diese neue Forschungstätigkeit der „Schweizer Gesellschaft für Volkskunde“ reiche Früchte zeitigen und das ihrige zur Erschließungjüdischer Kultur beitragen! Prof. Dr. E. Hoffmann-Krayer. Centralverein deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens Fest - Versammlung anläßlich des 25jährigen Bestehens des Centralvereins am 2. März er. abends 8 Uhr im großen Saale der Philharmonie (Berlin). 1. Prolog von Fritz Engel, gesprochen von Frau Johanna Meyer. 2. Vortrag des Herrn Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs-Berlin: „Erreichtes und Erstrebtes“. 3. Vortrag des Herrn Rabbiner Professor Dr. Werner-München: „Innerer Friede“. Karten sind im Büro des Centralvereins und vor Beginn der Versammlung jj in der Philharmonie zu haben. —-=7^ iniiiiniiiiiuimiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiuiim (ScfiaUfunl E für beste Kreise gesucht. E E Offerte mit Empfehlungen E E unter „H. O. 21“ an die E E Exp, d. Bl. erbeten. | TTiiiiiiiiiiiiii.. um ■B BB bei den Inserenten Bfi BBB des Jüdischen Echos BB apart. Schmuck, Gemälde Goldschmied Blachian, München, Ecke Schilleru. Schwanthalerstr. 24. Tel. 7899

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