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Das jüdische Echo · 1918-02-22 · 8 (22.2.1918) · p. Seite 78

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
8 (22.2.1918)
Date
1918-02-22
Page
Seite 78 (sequence 2)
Language
German
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78 Das Jüdische Echo Nr. 8 V. J. O. D. Im deutschen Judentum hat sich in den letzten Wochen ein Zusammenschluß vollzogen, der ein neues Kapitel in der Entwicklung der Juden Deutschlands bezeichnen dürfte. In der soeben gegründeten Vereinigung jüdischer Organisationen Deutschlands zur Wahrung der Rechte der Juden des Ostens (V.J.O.D.), sind die folgenden führenden Organisationen Deutschlands vereinigt: Hilfsverein der deutschen Juden, Großloge des Bnei Brith- Ordens, Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Verband der deutschen Juden, Frankfurter osteuropäisches Komitee, Deutsch - israelitischer Gemeindebund, Vereinigung für die Interessen der osteuropäischen Juden, Komitee für den Osten, Jüdisch-liberale Vereinigung und Zionistische Vereinigung für Deutschland. Die Orthodoxie hat einen Vollzugsausschuß ernannt, der in einer noch zu bestimmenden Form mit dem neuen Bund der Organisationen Zusammenarbeiten soll. Den Vorstand der V.J.O.D. bilden die Herren: Dr. James Simon (Hilfsverein der deutschen Juden), Geheimrät Cassel (Zentralverein) und Professor Franz Oppenheimer (Komitee für den Osten). Zu Geschäftsführern wurden ernannt Dr. Paul Nathan (Hilfsverein) und Dr. Arthur H a n t k e (Zionistische Vereinigung für Deutschland), zu Generalsekretären Dr. Bernhard Kahn (Hilfsverein) und Richard Lichtheim (Zionistische Vereinigung). Als ständige Referenten und Korreferenten sollen fungieren: für die Türkei und Palästina: Ref. Dr. H a n t k e, Korref. Dr. Nathan, für Rumänien: Ref. Dr. Nathan, Korref. noch unbestimmt, für Polen: Ref. Dr. Haas, Korref. Prof. Sobernh e i m (Komitee f. d. Osten), für Litauen: Ref. Dr. Nathan, Korref. Dr. Klee (Zionistische Vereinigung). Es wurde beschlossen, die Schaffung ähnlicher Organisationen in den mit Deutschland verbündeten Staaten anzuregen. Das Bureau der V.J.O.D. wird sich Berlin W., Potsdamerstr. 4, befinden. Entstehung der V.J.O.D. Einem Judentum, das bereits begonnen hatte, sich in eine Reihe von — durch Landesgrenzen getrennten — Judentümern zu spalten, brachte der Krieg das Erlebnis seiner Gemeinsamkeit und gemeinsamen Verantwortung. Zwei Jahrzehnte hatten die jüdischen Nationalisten vergeblich auf den inneren Zusammenhang der verschiedenen Glieder des Volkes hingewiesen — nun lehrten die Ereignisse auch viele von denen, die zwar keinerlei Verständnis hierfür gehabt hatten, daß es dem Schicksal aller Teile der Judenheit ein inneres Band gibt, und daß die Schicksale irgendeines seiner Teile nicht ohne Wirkung auf diejenigen sämtlicher andren Teile bleiben. Vor allem wirkte die Katastrophe, die über die Juden des Ostens hereinbrach, auf die Juden der angrenzenden, dann auf die sämtlicher andren Länder zurück. Die wachsende Erkenntnis, daß am Schluß des Krieges neben der Regelung der Geschicke so vieler anderer kleinen Nationen auch die Regelung der jüdischen Volksfrage stehen müsse, führte in den verschiedensten Ländern zu der Idee eines jüdischen Kongresses, auf dem die Ansprüche des jüdischen Volkes festgelegt werden und Vorkehrungen zu ihrer Behauptung auf einem künftigen Friedenskongreß getroffen werden sollen. Von Amerika ausgehend, wo er zuerst von Nationaljuden und Zionisten vertreten worden war, die sich dann mit den andren Richtungen im Judentum zusammengeschlossen hatten, verbreitete sich der Kongreßgedanke in Italien, der Schweiz, Griechenland und Holland. In allen diesen Staaten werden heute Tagungen aller jüdischen Parteien vorbereitet. Am schwersten wurde es, diesem Gedanken eines Zusammenschlusses der Juden in den Mittelmächten Eingang zu verschaffen. Aber schließlich erwachte vor mehreren Monaten auch in Österreich das Verständnis dafür und zeitigte auch dort den täglich in weitere Kreise dringenden Willen zur Abhaltung eines jüdischen Kongresses. Am längsten verschlossen sich dör Idee einer Verbindung zur Erledigung allgemein jüdischer Aufgaben die deutschen Juden. Zwar hatten gerade deutsche Juden, die als Soldaten oder Verwaltungsbeamte nach Polen kamen, genügend Gelegenheit, die Verpflichtungen zu verstehen, welche die Lage der Ostjuden ihnen auferlegte; zwar war es gerade deutschen Juden möglich, Einfluß auf die politische und wirtschaftliche Lage der Ostjuden zu gewinnen, aber man wurde sich hier lange nicht darüber klar, daß eine wirksame Arbeit auf diesem wie auf andren Gebieten nur geleistet werden konnte, indem sich jede Gruppe über gewisse Gegensätze der Anschauung hinwegsetzte und sich mit den andren Gruppen zu gemeinsamer Arbeit verband. Nur die Zionisten hatten dieses Gebot der Stunde rechtzeitig erkannt, aber es dauerte geraume Zeit, bis ihr Werben für den Gedanken einer Arbeitsgemeinschaft den Widerstand der anti-jüdisch-nationalen Gruppen überwinden konnte. Hier wurde der Gedanke erst reif, nachdem man durch einen von Tag zu Tag wachsenden Antisemitismus, der die staatliche und gesellschaftliche Stellung der Juden bedroht, auf ein Zusammengehen mit den andren jüdischen Gruppen hingestoßen. Lediglich die Orthodoxie konnte sich nicht entschließen, der V.J.O.D. beizutreten, trotzdem führende gesetzestreue Persönlichkeiten dies befürworteten. Auf der kürzlich erfolgten Frankfurter Tagung wurde jedoch ein Vollzugsausschuß ge- Königl. bayer. Lotterieeinnahme der Preuss.- Siidd, Klassen-Lotterie A. Ostermaler, München Promenadepl. 12/1, Eing. durch d. Zigarrengeschäft qe&„de.aU* o3V Lotteric Ziehung I. Klasse am 8. u. 9- Januar 1918, 2. Klasse am 12. u. 13. Februar 1913, 3. Klasse * \ MarZ 191 o 4- Klasse atn 9u 10- APril 19 h> 5. Klasse (Haupt- und SchluQziehungl beginnt am 7. Mai und _ endet am 3 Juni 1918. P i ffl Lose in oroner Auswahl stets vorratlo. Preis für die 1. Klasse: für >/8 lU */a ‘/i R . . . , J ö IÖ 20 40 M. Bei den folgenden Klassen sind die Vorklassen stets nachzubezahlen.

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