Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 6 (8.2.1918)
- Date
- 1918-02-08
- Page
- Seite 56 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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56 Das Jüdische Echo Nr. 6 keit usw. der nächsten Zeit auszuarbeiten. Insbesondere wurde die traurige finanzielle Lage der Volksschulen des Vereins besprochen und in Erwägung gezogen, ob man nicht einige Volksschulen in Mittelschulen umwandeln sollte. In Anbetracht der ungeheuren Wichtigkeit der Volksschulen für die jüdische unbemittelte Bevölkerung wurde jedoch beschlossen, die Volksschulen aufrecht zu erhalten und andere Mittel und Wege für die Schaffung von Mittelschulen ausfindig zu machen. Die Kinderküche des Vereins, in der 1700 Schulkinder zweimal täglich gespeist werden, hat ebenfalls mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Der Verein wendet sich! daher an die jüdische Gesellschaft mit der dringenden Bitte um tatkräftige Unterstützung. Das jüdische Palästina. Die Gewerkschaft en für ein jüdisches Heim in Palästina. Die Ende November 1917 in Buffalo stattgehabte Konvention der American Federation of Labour drückte in foligender Entschließung ihre Sympathie für den Zionismus aus: „In Erwägung, daß das jüdische Volk das einzige unter den kleinen Völkern ist, das kein eigenes Heim besitzt, fordern wir den Präsidenten der Vereinigten Staaten und den Internationalen Kongreß, der die Friedensbedingungen festzusetzen haben wird, auf, die gerechte Forderung des jüdischen Volkes auf die Wiederherstellung seiner nationalen Heimat in Palästina auf autonomer Grundlage anzuerkennen. Mr. Gompers, der Präsident der American Federation of Labour, soll nur auf die amerikanische Regierung einwirken, daß sie eine Erklärung im Geist dieser Resolution veröffentlicht.“ „Reuter“ meldet am 22. Januar aus London: „Westminster Gazette“ schreibt: ln einer zahlreich besuchten Versammlung von Juden aus Leeds, und Bradford, die am Sonntag unter Leitung des Zionistischen Komitees in Leeds stattfand, wurde eine Resolution angenommen, welche der Regierung für ihre Erklärung zu Gunsten der Wiederaufrichtung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk den Dank ausspricht. Der Hauptredner war Sieff aus Manchester, Mitglied des Exekutiv-Komitees der jüdischen Vereine, welcher mitteilte, es sei die Absicht der Regierung, im Laufe weniger Wochen einer jüdischen Kommission zu gestatten, nach Palästina zu reisen, um die Aufrichtung der jüdischen Nation vorzubereiten. Die Kommission werde von einem Stab technischer Sachverständiger, Ingenieure, •asxsexsexsexsexssexsexsjcsexsexsexpQxsa 1 9(gf. föayer. Porzellan* | I Ulanufa Idar Plgmpßenburg I y {Hauptniederlage HTljinchen: Odeonsplatj 1 3Cunst* u. üuxusgegensiände, Tafel*, bessert*, E g {Kaffee* u. Teegeschirre, ‘Tiguren, Gruppen etc. Q nacfi affen dlympfienburger Original- IKodeffen. ffi ® Außerdem neue Tormen und Hlodelle nach Gnt* (o g wärfen erster dJlünchner {Kunstfer. Agronomen und Bauingenieure begleitet sein. Es sei nicht die Absicht der zionistischen Mission, in Palästina eine Gruppe internationaler Finanzleute zur Ausbeutung des Landes und des arabischen Proletariats zuzulassen, vielmehr im Lande ein jüdisches Proletariat anzusiedeln, das, wie man hoffe, im Einverständnis mit den Arabern arbeiten werde.“ Die französische Presse und die Zukunft Palästinas. Über die Zukunft Palästina;» macht sich in der französischen Presse eine interessante Umwälzung der Ansichten bemerkbar. Vor kurzem, d. h. bis zum Vordringen der englischen Streitkräfte in Palästina, schien die französische öffentliche Meinung entweder die zionistischen Bestrebungen vollständig zu ignorieren oder sie schrieb über Syrien als ob Palästina dabei inbegriffen wäre und beanspruchte als eines der französischen Kriegsziele die Einführung der französischen Oberherrschaft über „la Syrie integrale“ unter dem sie das Land zwischen Taurus und der sinai,sehen Halbinsel verstand. Ihre Haltung aber scheint sich nach und nach der veränderten Lage anpassen zu wollen. Der Zionismus wird nun zu einem nicht zu unterschätzenden politischen Faktor. L’Opinion, Le Telegramme de Toulouse (das Organ der römischkatholischen Richtung), sind, um nur diese Zeitungen zu erwähnen, diejenigen, die diesen Gesinnungswechsel zum Ausdruck bringen. Die großen Tagesblätter haben sich bis jetzt noch nicht endgültig ausgesprochen, da sie wahrscheinlich eine offiziöse Inspiration abwarten. La Correspondance de l’Orient, das Organ der syrischen Nationalisten, die das französische Proletariat über Syrien verlangen, mißversteht immer noch die jüdischen Bestrebungen, indem es von Palästina als einem Zufluchtsort für verfolgte Juden ■spricht, während die britische Regierung in ihrer Erklärung vom 2. November offen von einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk schreibt. . Der Ausdruck „La Syrie integrale“ wird absichtlich vergessen und die Presse fängt an von Palästina als von einem besonderen unabhängigen Staate zu sprechen, dessen Zukunft zu gleicher Zeit mi.t derjenigen Arabiens und Mesopotamiens entschieden werden soll. La Presse fragt, weshalb Frankreich in Anbetracht der britischen Erfolge, für seinen Einfluß in Syrien nicht ernsthaft in Betracht kommt; aber andere Zeitungen nehmen als sicher an, daß Palästina ent\yeder unter britischen Einfluß kommen, oder irgend eine Form der Internationalisierung erhalten wird. Der Gaulois stellt die alten französischen Ansprüche auf den Schutz der Christen im Orient in den Vordergrund, die römisch-katholische Zeitschrift Les Etudes rehgieuses dagegen anerkennt die Errichtung der britischen Oberhoheit in Palästina als ein „Fait accompli , während Msgr. Baudrillard, der vom Petit Journal zu einer Meinungsäußerung über die Rolle Frankreichs nach der Anerkennung der jüdischen Ansiedlung in Palästina, aufgefordert wurde, der Meinung ist, daß in jeder Hinsicht und hauptsächlich in Bezug auf die heiligen Stätten, eine Internationalisation die beste Lösung wäre. * * sjc Die Militärbehörden haben auf Antrag des palästinensischen Zionistischen Komitees die Freigabe der jüdischen Kriegsgefangenen beschlossen. - le unterstützen ebenso die Zionisten bei den um-