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Das jüdische Echo · 1918-02-08 · 6 (8.2.1918) · p. Seite 55

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
6 (8.2.1918)
Date
1918-02-08
Page
Seite 55 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 6 Das Jüdische Echo 55 land und zeigte hier eine außergewöhnliche organisatorische Begabung. Auf dem letzten zionistischen Kongreß in Wien 1913 wurde Dr. E. W. Tschlenow einstimmig zum Mitglied des Engeren Aktionskomitees gewählt und so auf den verantwortungsvollsten Posten unserer Bewegung gestellt. In der Überzeugung, daß eine solche leitende Stellung die ganze Person und all seine Zeit beanspruchen müsse, entschloß sich Tschlenow, den Kreis seiner Lieben zu verlassen, auf die reiche Praxis eines berühmten und überall geschätzten Arztes in Moskau zu verzichten und nach Berlin zu übersiedeln, wo sich die Arbeit der zionistischen Leitung konzentriert hatte. Der russische Zionismus empfand und bezeichnete damals die Trennung von seinem Führer als das größte Opfer, das er der zionistischen Allgemeinheit brachte. Die verantwortungsschwere Stellung in der Leitung der zionistischen Qesamtorganisation und die bald darauf folgenden großen Prüfungen, die die Geschichte der Zionistischen Organisation und dem Judentum gestellt hat, gaben dem zionistischen Führer und großen Juden Gelegenheit, seine reichen Geisteisschätze zu entfalten. In der Zeit der unsäglichen Leiden des russischen Judentums in der ersten Kriegsepoche vom Ausbruch des Krieges bis zur Revolution und in der darauf folgenden Zeit des großen Bauens und der politischen Organisierung empfand das russische Judentum, das zionistische, das nichtzionistische und das antizionistische, Dr. E. W. Tschlenow als seinen natürlichen Führer, dem es grenzenloses Vertrauen entgegenbrachte. Und die erste allgemeine jüdische Versammlung nach der Revolution, diese erste freie Kundgebung des emanzipierten Judentums wählte Dr. E. W. Tschlenow zu ihrem Vorsitzenden und entschied sich dadurch symbolisch für den neu einzuschlagenden Weg des russischen Judentums. Die letzte Rede Tschlenows auf der großen Petersburger Konferenz der russischen Zionisten im Juni 1917 gehörte mit zu den bedeutsamsten Kundgebungen der Zionistischen Organisation im Laufe ihrer ganzen politischen Tätigkeit. Ungeachtet seiner schweren Krankheit, von der die weite zionistische Öffentlichkeit nur selten erfahren hatte, setzte Dr. E. W. Tschlenow seine verantwortungsvolle Arbeit ununterbrochen fort. Die Zeit erschien ihm zu schicksalsschwer, um auf persönliche Gefahren achten zu dürfen. Die neue politische Situation und die ihr entkeimenden Aufgaben der zionistischen Politik riefen ihn wiederum aus Rußland fort. In Kopenhagen nahm KönigI. bayer. Lotterieeinnahme der Preuss.« Siidd. Klassen-Lotterie A. Ostermaier, München Promenadepl. 12/1, Eing. durch d. Zigarrengeschäft eginn der 11. (237.) Lotterie mit Ziehung I. Klasse am 8. u. Januar 1918, 2. Klasse am 12. u. 13. Februar 1913, 3. Klasse n 12. u. 13. März 1918, 4. Klasse am 9. u. 10. April 19.8, Klasse (Haupt- und Schlußziehung) beginnt am 7. Mai und endet am 3. Juni 1918. reis für Lose in oroOer Auswahl slels vorräliö. , 'ür die 1. Klasse; für Vs V«_I_ 5 10 20 40 M. Bei den folgenden Klassen sind die Vorklassen «stets nachzubezahlen' er mit seinen Kollegen vom Engeren Aktionskomitee an den Sitzungen teil', in denen die wichtigsten Fragen der zionistischen Arbeit besprochen wurden. Von Skandinavien reiste er nach London und entfaltete dort eine Tätigkeit, deren historische Würdigung einer späteren Zeit Vorbehalten bleiben muß. In einem der bedeutsamsten Zeitpunkte, auf dem verantwortungsvollsten Posten ereilte den großen Mann der Tod. Die zionistische Bewegung hat einen ihrer hervorragendsten Führer verloren in einer Stunde, in der das" Ziel so nahe erscheint und in der sein Genie und seine Begeisterung dem jüdischen Volke nötiger war denn zuvor. Jüdische Kulturarbeit. „A g u dia s - Ji sir öie 1“ und polnische Rabbiner. Gemäß der an die polnischen Rabbiner ergangenen Einladung zur Beteiligung an der Konferenz der „Agudas Jisroel“ in Frankfurt a. M. wählten die Rabbiner 3 Bevollmächtigte mit dem Auftrag, folgende Forderungen auf der Konferenz geltend zu machen: 1. Gewährung völliger Gleichberechtigung für die Juden und unbegrenzte Toleranz für die Ausübung religiöser und erzieherischer Betätigung laut Thora und jüdischer Überlieferung. 2. Anerkennung des Rechtes auf ein jüdisches Heim in Palästina mit der Bedingung, daß die Ansiedlung im Geiste der jüdischen Tradition geschehen soll. In politischer Hinsicht sei jetzt noch nicht die Zeit, eine bestimmte Stellung einzunehmen. 3. Vereinigung mit der jüdischen Orthodoxie aller Länder, um womöglich eine gemeinsame Vertretung auf dem Friedenskongreß zu erwirken. Jüdisches Lehrerseminar in Lodz. Da der Vorsitzende des Lodzer Stadtrats einen von den jüdischen Ratsmännern eingebrachten Antrag zur Gründung eines jüdischen Lehrerseminars von der Tagesordnung streichen wollte, verließen die jüdischen Ratsmänner demonstrativ den Saal. Es trat darauf eine Unterbrechung der Sitzung ein, in der es zu einer Einigung zwischen den polnischen und den jüdischen Ratsmännern kam. Es wurde ein Kompromißvorschlag angenommen, wonach der Stadtrat 25 000 Mark für das jüdische Lehrerseminar genehmigte. In Scheradz fand Anfangs Januar eine jüdische Kulturkonferenz statt, an der Delegierte von 20 polnischen Städten und Gäste teilnahmen. Die Konferenz wurde von dem bekannten Redakteur Lazar Kahan geleitet, befaßte sich ausschließlich mit praktischen Fragen der jüdischen Kulturvereine, Bibliotheken und sonstigen Kulturinstitutionen und stellte folgendes Programm für die weitere Tätigkeit der Kulturvereine, die sich zu einem Kreisverbande zusammenschließen wollen, auf: 1. Mithilfe und Agitation für die Gründung neuer und Unterstützung bereits bestehender Volksschulen. 2. Veranstaltung von Abendkursen, die sich den Bedürfnissen der Massen anpassen. 3. Gründung neuer und Erweiterung der bestehenden Bibliotheken. Einführung von Wander- Bibliotheken für die Mitglieder des Kulturverbandes. 4. Veranstaltung von Vorlesungen und dramatisch-literarischen Abenden in den Städten, die sich dem Kulturverbande anschließen. Vom Wilnaer Kulturverein „Metize H a s k a 1 a n“. Nach einer längeren Unterbrechung trat der Verein zu einer Konferenz zusammen, um ein Programm für die organisatorische Tätig-

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