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Das jüdische Echo · 1917-12-14 · 50 (14.12.1917) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
50 (14.12.1917)
Date
1917-12-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Erscheinungszeit: Jeden Freitag. «Bezug: Durch die Postanstalten oder Iden Verlag — Bezugspreis: j Viertelj. M. 1.—, Halbj. M. 2.—, Qanzj. j 91.4.—,Einzelnummer 10Pt.—Verlag j des „jüdischen Echo“: München, Her- SzogMaxstr4 — Redaktion: Helene j Hanna Cohn, München, BüäIü Angelegenheiten Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 40 PL — Bei Wiederholungen Rabatt— Anzeigenannahme: Verlag des „Jüdischen Echo“, München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 53099. Postscheckkonto: München 3987. Nummer 50 München / 4. Jahrgang 14. Dezember 1917 Am 1. Januar beginnt ein neues Vierteljahr. Wir bitten daher alle Leser den Bezug zu erneuern, oder soweit sie noch nicht regelmäßige Bezieher des „JÜDISCHEN ECHOS“ sind, ungesäumt beim Verlag des „JÜDISCHEN ECHO“ München, Herzog Maxstr. 4 zu bestellen. Auch die Post nimmt Bestellungen entgegen. Das „JÜDISCHE ECHO“ bietet eine Fülle des wichtigsten Inhaltes und kostet nur Mk. 1.12. Jerusalem. Am 9. Dezember haben die englischen Truppen Jerusalem erobert. Der Boden des heiligen Landes, den die Jahrtausende mit Blut getränkt haben, ist aufs neue zum Schauplatz eines Kampfes um Herrschaft und Macht geworden. Die geheiligten Stätten aus uralter Zeit haben wiederum gebebt unter dem Getöse der Schlacht. Und wieder hat in dem Schicksal der heiligen Stadt ein neues Kapitel begonnen. Noch kann niemand die Länge dieses neuen Kapitels Voraussagen: die Türken und ihre Bundesgenossen werden es nicht ruhig mitansehen, daß England den wertvollen Besitz behält. Ungewiß ist es, wie die letzte Entscheidung ausfallen wird. Die ganze Menschheit blickt heute auf Jerusalem, das Herz der Kulturwelt, dem der Lebensstrom der Religion entquoll. Vor allen andern aber blickt das gesamte jüdische Volk in tiefer Bewegung auf Jerusalem, seine alte Heimat, die Stätte, von der seine Lehre ausging. In der ganzen Welt weinen Juden aus Schmerz darüber, daß die Eifersucht der Völker abermals den heiligen Boden entweiht und mit Blut tränkt. In der ganzen Welt weinen Juden bei dem Gedanken, daJ3 die Stille der Stätten, die der Zwiesprache mit Gott gewidmet sind, vom Lärm des Völkerstreites widerhallen. Aber in den Schmerz und die Sorge der Juden mischt sich eine befreiende Hoffnung: die Hoffnung, daß der Kampf der jetzt ausgekämpft wird, der letzte ist, der den Boden Jerusalems aufwühlt; die Hoffnung, daß aus der Übersteigegerung des Hungers nach weltlicher Macht der Menschheit endlich ein dauernder Friede erblüht. Und daß inmitten dieses Friedens das jüdische Volk, geschützt von den andren Völkern, auf dem alten Heimatsboden mit neuer Kraft seine Aufgabe: die Erkenntnis und Verkündigung der ewigen Wahrheit, erfüllen darf. Eine Bankerotterklärung der jüdischen Kultusgemeinden in Bayern. Von Hirsch Oppenheimer, Laudenbach bei Karlstadt a. M. Die Notlage der jüdischen Kultusgemeinden ist ein bekanntes Kapitel Das durch keine Organisation gestützte Sonderdasein der kleinen Gemeinden führte zu unhaltbaren Zuständen. Zeitungsartikel in der jüdischen und der politischen Presse aller Parteien, Versammlungen, Korporationsberatungen und -Beschlüsse, Parlamentsreden und Ministerworte beleuchten und bestätigen die Notlage der Kultusgemeinden und ihrer Beamten. Wirksame Abhilfe sollte die Revision des Judenedikts bringen. Die Zusage des Herrn Kultusministers wirkte in der bayerischen Judenheit wie ein Erlösungswort. Da kam der Krieg und der — Burgfrieden. Die Revisionsarbeit kam ins Hintertreffen. Oberregierungsrat Sailer, der trefflich bewährte Referent für die jüdischen Angelegenheiten im Kultusministerium, zog ins Feld und fiel in Kämpfen fürs Vaterland. Mit seinem Ausscheiden wurde die Revisionsarbeit abgebrochen. Auf die Frage des Abgeordneten Prof. Dr. Günther im Finanzausschuß am 17. Febr. 1916 erwiderte der Kultusminister: „daß die Revision des Judenedikts längere Zeit in Anspruch nehmen werde, als er in der vorigen Session angenommen habe, da Oberregierungsrat Sailer, der durch seine Kenntnis der einschlägigen Verhältnisse und durch das Vertrauen jüdischer Kreise die berufene Persönlichkeit gewesen wäre, gefallen sei.“ Indessen fordert der Krieg Opfer um Opfer. Er lähmt die Arbeitskraft im Innern. Er überhäuft die Kultusbeamten in der Heimat mit Kriegslasten aller Art. Keine Behörde sichert ihnen eine Kriegsbeihilfe oder Kriegsteuerungszulage. Mit unerbittlicher Konsequenz vergrößert sich die Not der Beamten der Kleingemeinden. — Was tut die

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