Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 47 (23.11.1917)
- Date
- 1917-11-23
- Page
- Seite 510 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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510 Das Jüdische Echo Nr. 47 amten durch das kleine Opfer zu sorgen, das diese soziale Einrichtung ihr auferlegt. Anmeldungsformulare sind bei dem Vorsitzenden des Israel. Lehrervereins für das Königreich Bayern, Schuldirektor Mandelbaum-Würzburg, zu erhalten. S. D i n g f e 1 d e r , Schriftführer des Iraelit. Lehrervereins. Zentralausschußsitzung des Rabbinerverbandes in Deutschland. Am 29. Oktober 1917 fand in Berlin eine gut besuchte Sitzung des Rabbinerverbandes in Deutschland statt. Nach einem Nachruf des Vorsitzenden, Prof. Dr. Guttmann, für die verstorbenen Vorstandsmitglieder Munk und Eschelbacher wurde eine außerordentlich umfangreiche Tagesordnung erledigt. Aus dem Bericht des Vorsitzenden ist zunächst hervorzuheben, daß durch eine Zuwendung von Herrn und Frau Adler aus Loslau in Höhe von 1000 Mark beim Verband die erste Stiftung errichtet worden ist. Die Sammlung für die Feiertagsbeköstigung jüdischer Soldaten hat beträchtliche Ergebnisse geliefert, die freilich dem Bedürfnis noch bei Weitem nicht genügen konnten. Befremdlich bleibt, daß namhafte Großgemeinden sich von der Beteiligung an dieser Sammlung für unsere Feldgrauen ausgeschlossen haben. Es wird beschlossen, diese Tätigkeit auf breiterer Grundlage fortzusetzen. Eine Eingabe an den Kultusminister, welche gemeinschaftlich mit dem deutsch-israelitischen Gemeindeverband eingereicht werden soll, um den Pflichtcharakter des jüdischen Religionsunterrichtes an den höheren Lehranstalten Preußens festzustellen. wird eingehend beraten und es wird in allen Punkten eine Einigung erzielt. Ein Antrag wird angenommen, demzufolge der Vorstand des Rabbinerverbandes im Hinblick auf die durch den Krieg hervorgerufene allgemeine Notlage bei den Gemeindevorständen wegen der Bewilligung von Teuerungszulagen für die Rabbiner vorstellig werden soll. Dr. N o b e 1-Frankfurt a. M. macht Mitteilungen über die Versorgung mit Mazzos an den kommenden Feiertagen. Die Anträge des rheinisch-westfälischen Rabbinerverbandes, darauf hinzuwirken, daß durch Änderung der Gesetzgebung jeder preußische Jude einem Rabbinat angeschlossen, sowie daß auf demselben Wege dem Gemeinderabbiner die seinem Amte angemessene Stellung eingeräumt werde und der Antrag des mitteldeutschen Rabbinerverbandes, daß noch vor der Änderung des Gesetzes für den preußischen Rabbiner Sitz im Gemeindevorstand zu erwirken sei, werden einstimmig der Gesetzeskommission als Material überwiesen. Dieser wird aufgegeben, baldmöglichst eine Sitzung abzuhalten. Bezüglich der Entschädigung für Lazarettseelsorge, in der für die christlichen Geistlichen neue Verfügungen ergangen sind, wird der geschäftsführende Vorstand beauftragt, bei der in Betracht kommenden Stelle auf die gleiche Behandlung der jüdischen Seelsorge hinzuwirken. Einem Antrag der Feldrabbiner des Ostens auf Schaffung einer Zeitschrift für jüdische Soldaten kann wegen der schwierigen technischen Verhältnisse nicht entsprochen werden. Dagegen soll an die Schaffung von Feldbüchereien tatkräftig herangegangen werden. Der Rabbinerverband bewilligt aus einem ihm zur Verfügung stehenden Fonds zu diesem Zwecke 1500 Mark. Außerdem wird ein Aufruf zur Sammlung von Büchern erlassen werden. Auf Antrag von Dr. Kopfstein- Beuthen in Oberschlesien, wird endlich noch beschlossen, Gemeinden, Korporationen und Einzelpersonen als außerordentliche Mitglieder des Rabbinerverbandes zuzulassen und auf die Gewinnung solcher Mitglieder hinzuwirken. Die erfolgreiche Tagung konnte erst am Nachmittag mit herzlichen Dankesworten des Vorsitzenden geschlossen werden. Rabbiner Dr. Frank gestorben. Wenige Monate, nachdem er unter allgemeiner Beteiligung seiner zahlreichen Freunde in der Kölner Bürgerschaft sein 50jähriges Berufsjubiläum hatte begehen können, ist der Erste Rabbiner der Kölner israelitischen Gemeinde, Dr. phil. Abraham Frank, plötzlich gestorben. An seiner Bahre trauern nicht nur die Mitglieder der israelitischen Gemeinde, die ihren Lehrer und Führer während seiner langen Amtstätigkeit in Köln aufs höchste hatten schätzen lernen, sondern auch all die zahlreichen Angehörigen der anderen Konfessionen, die im Laufe der Jahre mit dem ausgezeichneten Menschen und hervorragenden Seelsorger in Berührung gekommen waren. Dr. Frank hat das hohe Alter von 78 Jahren erreicht und stand bis zu seinem jetzt erfolgten Tode unermüdlich in der reichen Arbeit, die sein Amt und die zahlreichen Ehrenämter, die er bekleidete, mit sich brachten. Eine zionistische Aktion beim PaoSt. Der vatikanische Nuntius in Bern soll auf Ansuchen der schweizerischen Zionisten ein Schreiben an den Papst gerichtet haben mit der Bitte, der Papst möge den Sultan ersuchen, eine neutrale Zone von 30 Kilometer um Jerusalem zu erklären. Das gleiche Ansuchen sollen die Zionisten an die Berner Vertretungen der Entente gerichtet haben. — Die Ereignisse in Palästina lassen diese Aktion als bereits überholt erscheinen. literarisches Echo Jüdischer Almanach (Almanach Zydowski). Ein überaus reichhaltiges, unter der Redaktion Z. F. Finkeistein vornehm ausgestattetes Sammelbuch erscheint demnächst in polnischer Sprache mit folgendem Inhalte: Otto Abeies: „Tagebuchblätter aus der Flüchtlingszeit“, J. Appenschlak: „Ich klage an“, L. Bato: „Der Weltkrieg und die Judenfrage“, Dr. W. Berkelhammer: „Der Kongreßzionismus im Lichte unserer Gegenwart“. Franziska Bienenstock: „Jojna Rosenfeld“, Dr. Max Grunwald: „Österreich-Ungarns Friedenspolitik in Palästina“, M. Chmielnicki: „Jüdische Lyrik“, Z. F. Finkeistein: „Herzl als Feuilletonist“, N. M. Gelber: „Verbrüderungsakte von Polen und Juden in den Jahren 1863/4“, Nahum Goldmann: „Der Sinn der jüdischen Geschichte“, J. Grünbaum: „Polnisch-jüdische Konflikte“, S. Hirschhorn: „Die ökonomische Bedeutung der Juden in Polen“, Michael Jahrblum: „Das neue Rußland und die Gleichberechtigung der Juden“, Prof. Dr. Heinr. Loewe: „Das Volk und die Sprache“, Dr. J. Meisl: „Grätz und das Ostjudentum“, Rosa Pomeranz: „Die Aufgaben der jüdischen Frau“, Dr. W. E. Pordes: „Schomrim“, Dr. S. Poznansiki: „Die Zukunft jüdischer Wissenschaft in Polen“, Dr. Noah Prilucki: „Der Baseler Zionismus vor 80 Jahren“, Dr. Leon Reich: „Vom Traume zur Wirklichkeit“, Dr. Michael Ringel: „Das polnisch-jüdische Problem", Dr. Max Rosenfeld: „Der Schutz nationaler Minoritäten“, Dr. Leo Rosenberg: „Der Handel der Ostjuden“, N. Schwalbe: „Die ökonomische Zukunft polnischer Juden“. Dr. Marek Scherlag: .Verlorene Handschriften“, Dr. Ig, Schipper: „Die