Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1917-11-16 · 46 (16.11.1917) · p. Seite 496

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
46 (16.11.1917)
Date
1917-11-16
Page
Seite 496 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/9072829-9102967-9138221--01769-9074593
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

496 Das Jüdische Echo Nr. 46 Außerhalb, auf dem Hügelrand, stand, jetzt der beliebte Vergnügungsort «der Sünder“, jener Galgen, auf dem betrügerische Alchimisten gebüßt hatten; während der protestantische Geistliche ihn umständlich verfluchte, wurde Süß in den Käfig gebracht, er rief: Adonai, Adonai! der Käfig wurde über den Galgen hinaus hoch in die Höhe gezogen, dort oben in der Luft hing der leblose rotgoldgekleidete Leichnam. Rechtlich hat er den Tod nicht verdient, soviel Unheil hat jedoch sein Eigennutz, seine Hoffart über das Land gebracht, daß schwerlich einer Mitleid mit ihm empfand. Gemeindenu. Vereins-Echo München. Am Donnerstag, 8. November, eröffnete der hiesige „Verein für jüdische Geschichte und Literatur“ die Reihe seiner Veranstaltungen für das Jahr 5678 mit zwei Vorträgen, die wir gerne als gutes Omen für die weitere Wirksamkeit des Vereins ansehen wollen. Herr Rabbiner Professor Dr. Werner hielt in formvollendeten Ausführungen das Gedächtnis an Graetz wach und zeichnete Leben und Wirksamkeit dieses Verkünders lebenden Judentums in vergangenen Zeiten in fesselnder Weise. Nach ihm führte der Kunsthistoriker Dr. Karl Schwarz an Hand von Lichtbildern der zahlreich erschienenen Zuhörerschaft „Die Kunst der Ostjuden“ vor Augen. Wenn der Krieg leider auch viele jüdische Kunstdenkmäler vernichtete, so hat er doch unsere Kenntnis von altjüdischen Schöpfungen auf dem Gebiete der synagogalen Baukunst, der Zierkunst und der Gräberplastik vielfach erweitert. Beispiele der seltsam anmutenden Holzsynagogen in Litauen, der burgähnlichen, befestigten Synagogen in Polen und Wolhynien konnte der Vortragende aus dem von den Mittelmächten besetzten Gebiet beibringen. Von besonderer Schönheit waren die Leuchter, Toraschmuckstücke und kleineren rituellen Gebrauchsgegenstände. Daneben vergaß Schwarz nicht die Werke unserer ostjüdischen Künstler auf den Gebieten der Malerei, Radierung und Plastik und bot zum Schlüsse Einblick in das Schaffen eines unserer jüngeren Radierer und Zeichner: Joseph Buko. Seine Gestaltung der Hagadah als einheitliches Kunstwerk, in dem Schrift und Bild zum fesselnden Ganzen sich verbinden, lassen erwarten, daß das demnächst ,'erscheinend!© Werk eine Vertiefung unseres Kunstempfindens an der Pessachtafel zur Folge haben wird. — Reicher Beifall lohnte den Vortragenden für seine fesselnden Ausführungen. Z’bi. Personalien. Unteroffizier Bernhard Königsberger in einem bayer. Fuß-Artillerie-Regiment erhielt für tapferes Verhalten in heißem Kampfe um Verdun das bayer. Militär-Verdienstkreuz III. Klasse mit Krone und Schwertern. Sein jüngerer Bruder, Ohne Seifenmarken! Stück-Waschmittel SCHNEEWEISS Kriegsamtlich genehmigt. Gleicht in Größe, Form und Farbe weißer Kernseife und wird auch so angewendet. Vorzüglich für farbige und besonders für weiße Wäsche geeignet. In weißen Stücken von ca. 250 g 50 Stück 11.— Mk. 100 Stück 20.- Mk. mit Verpackung. Mustersendung nicht unter 30 Stück. Versand nach auswärts nur gegen Nachnahme. Ständige Nachbestellungen und Anerkennungen. Alleiniger Fabrikant: SeiieniiM H.Kugler, Münclien.llerrnsir.e (Inhaber: E. & M. Kraus) gegr. 1S10 TfceflHllßrSlrflfle 49, Entresol gegr. 1810 Größtes Leseinstitut Münchens (60000 Bände) Sämtliche Novitäten belletristischen und wissenschaftlichen Inhalts in deutsch, französisch, englisch und italienisch. Operntexte leihweise — Stadtu. Landabonnement Theatinerstraße 49, Entresol (Korsethaus Lewandowskl. j f‘n"T München rÄ’“ j J Israel. Mterpensionat | I Fren Apotheker Rothsehllü Ww. I Ohne Messer werden Hühneraugen, eingewachsene Nägel, Warzen,Muttermale, braune und schwarze, schmerzlos beseitigt. 26jährige Tätigkeit an hiesigem Orte. — Fr*B.ZINNDORF,Ql München, Gostbestraße wlX# Sprechzeit von 10 bis 4 Uhr wochentags. Sonntags von 9 bis 12 Uhr. 10 Zeilen mit Tinte geschrieben und Geburtsdatum Mk. S.00 per Nachnahme. Gebe auch Unterricht in Graphologie Therese Hilsenbeck, Tattenbachstraße 5/1, Flügelbau. GEMÄLDE epsfiep 'TDeisfep GALERIE .LUITPOLD QDuncfi&7ä,. Sdr>i<ZZ222<5PSlP FREY & Co. Erledigung aller ins Bankfach Bankgeschäft München, Residenzstraße 3 (Eingang Hofgraben) Tel. 27946 einschlägigen Geschäfte Dr«k ssd Varia« 1 B. Hailsr, Backdrackeral, Miickci, Harzt« Mszstr. 4. Varutvsrfllch flr dl« Redaktlsa i Helene Hanna Cohn, Münchea, Von der Tannstr. 22; iir den Aaielgaatall i ■. W. »für, MUthw

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.