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Das jüdische Echo · 1917-11-16 · 46 (16.11.1917) · p. Seite 486

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
46 (16.11.1917)
Date
1917-11-16
Page
Seite 486 (sequence 2)
Language
German
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488 Das Jüdische Echo Nr. 46 hart hat, daß es — selbst neutral — in furchtbarer Weise vom Kampfe der feindlichen Staaten in Mitleidenschaft gezogen wird. In Palästina wird sich vielleicht die Lage dadurch) noch zuspitzen, daß einzelne leitende türkische Persönlichkeiten der jüdischen Bevölkerung mit einem gewissen Mißtrauen gegenüberstehen. Dann wäre es allerdings möglich, daß die palästinensischen Juden durch das Übergreifen des Krieges auf das heilige Land vor schwere Prüfungen gestellt würden. Vor solchen Prüfungen ist das Judentum weder in Rußland, noch in Rumänien, weder in Polen noch in Galizien geschützt gewesen — sie entspringen nun einmal der unnormalen Lage unseres Volkes. Mit Leichtigkeit kann jetzt auch in Palästina eintreten, was sich anderorts nicht hat vermeiden lassen: daß nämlich beide kämpfenden Mächtegruppen aus irgendwelchen zufälligen Erscheinungen auf einen Mangel an Neutralität bei der Bevölkerung des besetzten . Gebietes schließen könnten. Demgegenüber muß immer wieder darauf verwiesen werden, daß es das Ziel aller derer, die ein jüdisches Palästina erhoffen, ist, dieses jüdische Palästina ganz unabhängig von den politischen Bestrebungen dieser oder jener Macht zu gestalten und es lediglich zu einer Stätte friedlicher jüdischer Entwicklung zu machen. Dieses Ziel, das die zionistische Organisationsleitung bewogen hat, von jeher und auch während des Krieges eine streng neutrale Haltung einzunehmen, hat, wie alle beteiligten Regierungen sich heute klarmachen sollten, auch die Masse der jüdischen Bevölkerung Palästinas zu strengster Neutralität veranlaßt. Zur Beschwichtigung der Sorgen, die sich bei der Aussicht auf ein mögliches Vordringen der Engländer in Palästina regen wollen, dient die Erwägung, daß es sowohl im Interesse derjenigen Macht, die Palästina zu verteidigen, wie derjenigen, die es einzunehmen hofft, liegt, die jüdischen Siedlungen als die Zellen der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zu schonen, und daß ferner gelegentlich der Evakuation Jaffas die türkische Regierung versichert hat, daß alle unnötigen Härten vermieden werden sollen. Die zionistische Konferenz in Polen. Die Konferenz, die vor wenigen Tagen in Warschau getagt hat, ist ein erfreulicher Beweis für die Energie, mit der die polnische Judenheit sich anschickt, für ihre nationalen Rechte einzutreten. Weit entfernt, die Kraft der polnischen Juden zu brechen, haben die schweren Prüfungen, die der Krieg ihnen gebracht hat, im Gegenteil dazu gedient, alle Kräfte in ihnen wachzurufen, die auf die Erzielung gesünderer Zustände hinzielen. Die auf der Warschauer Konferenz gefaßten Beschlüsse beweisen, daß die nationalen Parteien auf dem Wege sind, sich zu gemeinsamer Arbeit zu verbinden und — anstatt sich in unfruchtbaren prinzipiellen Streitigkeiten auszugeben — ein Arbeitsprogramm zu schaffen, in dem rege Gotusa r b e i t vorgesehen ist, ohne daß die Palästina-Arbeit hierüber vergessen werden soll. Diese Entschlüsse erscheinen als der einzig mögliche Weg, auf dem die polnischen Juden einer immer wachsenden Welt von Widerständen begegnen können. Jeder national gesinnte Jude hat deshalb Veranlassung, sich über die Ergebnisse der Warschauer Konferenz aufrichtig zu freuen. Die Resolutionen der zionistischen Konferenz. Zur Organisationsfrage: 1. Die Schekalim-Gelder müssen ohne jeglichen Abzug dem Zentralkomitee übermittelt werden. 2. Jede Vereinigung muß überdies einen bestimmten Betrag dem „Merkas“ beisteuern. 3. Die Agitations-Redner in der Provinz werden durch das Zentralkomitee vermittelt, das auch die Kosten zu decken hat. 4. Schaffung eines Palästina- Amtes, das sich mit allen auf Palästina bezüglichen Finanz-Angelegenheiten befassen soll. Zur Sprach- und Schulfrage: Die Zionistische Konferenz hält die Kenntnis der hebräischen Sprache in Wort und Schrift für eine nationale Pflicht aller Juden. Die jüdische Nationalität ist nicht abhängig von den verschienen Umgangssprachen, deren die Juden verschiedener Länder sich im täglichen Leben dank dem tausendjährigen Einfluß des Exils bedienen. Alle diese Sprachen können und müssen im Galuth zusammen mit der hebräischen Sprache die Organe des jüdischen Geistes und National-Gedankens bilden. Dies gilt besonders von der jüdischen Sprache, die im Laufe der Jahrhunderte die Umgangssprache der breiten jüdischen Volksmassen im Osten. Europas und überhaupt in Polen geworden ist. Die Zionistische Organisation hält es für ihre Aufgabe, die Rechte dieser Sprache zu verteidigen. Die Zionistische Organisation anerkennt die jüdische Religion als einen untrennbaren Bestandteil des geistigen und sittlichen Lebens der Juden. Unbeschadet der unantastbaren Rechte jedes Einzelnen auf Freiheit des Gedankens und des Gewissens hält die Zionistische Organisation die offizielle Zugehörigkeit zum jüdischen Glauben und zur jüdischen Religion, jedenfalls aber die Nichtzugehörigkeit zu irgend einer anderen Glaubensgemeinschaft für eine unerläßliche Bedingung für die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk. Die Konferenz fordert vollständige Autonomie für alle Angelegenheiten des jüdischen Schulwesens. Hebräisch als die einzige Nationalsprache anerkennend, beschließt die Konferenz, daß die Unterrichtssprache in den Schulen des Kuratoriums hebräisch und die einzige Hilfssprache jüdisch sein soll. KönigI. bayer. Lotterieeinnahme der Preuss.- Siidd. Klassen-Lotterie ft. Ostermaler, Miinchen Promenadepl. 12/1, Eing durch d. Zigarrengeschäft Haupt- und Schlußziehung 5. Klasse beginnt am 8. Nov. und endet am 4. Dez. 1917 Kauflose noch vorrätig Preis fler Lose: 2s m. so m. io0m. 2oo m.

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