Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 45 (9.11.1917)
- Date
- 1917-11-09
- Page
- Seite 490 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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490 Das Jüdische Echo Nr. 45 Welt-Echo Jüdische Kriegsgefangene. Die Kreisauskunftsstelle und Kriegsgefangenenhilfe vom Roten Kreuz, Regensburg, Schwarze Bärenstraße 1, schreibt: „Aus dem neutralen Ausland erging an uns die Aufforderung, Adressen jüdischer hilfsbedürftiger Kriegsgefangener zu sammeln zum Zwecke der regelmäßigen Unterstützung derselben. Die gedachte Unterstützung erfolgt von Seiten eines uns als zuverlässig bekannten Komitees, welches sich „Freunde der jüdischen Kriegsgefangenen“ betitelt und zwar in Form von Liebesgabenpaketen und Geldsendungen. Die unterfertigte Stelle bittet daher die Angehörigen jüdischer Kriegsgefangener aus der Oberpfalz uns sofort die Adressen der Gefangenen bekannt zu geben. Die Anmeldung soll sich nicht nur auf deutsche jüdische Kriegs- und Zivilgefangene beschränken, sondern sich auch auf österreichischungarische Kriegst und Zivilgefangene ausdehnen und zwar ohne Unterschied, ob in französischer, englischer, russischer oder italienischer Gefangenschaft. Kreisauskunftsstelle und Kriegsgefangenenhilfe vom Roten Kreuz, Regensburg, Schwarze Bärenstraße 1.“ Auch die Auskunftsstelle Fürth, Königswarterstraße 18 nimmt von 9.30^12 Uhr entsprechende Gesuche an. Verband der Deutschen Juden. Am 28. Okt. fand eiine STztufrig des GesamtaussichussesÄ, des Verbandes der Deutschen Juden statt, an der auck zahlreiche auswärtige Mitglieder teilnahmen. Die Sitzung wurde von dem stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn Geheimen Justizrat Cassel, eröffnet, der in einer Ansprache dem dem Verbände so jäh entrissenen und um ihn hochverdienten Vorsitzenden, Herrn Justizrat Maximilian Horwitz, einen die Versammlung tief ergreifenden Nachruf widmete. Es wurde ferner des verstorbenen Justizrat Abraham Ofner, welcher als Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses dem Verbände stets die regste Teilnahme gewidmet und für die Interessen des Judenfums und dessen Bekennern, inbesondere auch als erster Vorsitzender des Vorstandes der israelitischen Kultusverwaltung in München die förderlichste Wirksamkeit Jahrzehnte hindurch entfaltet hat, in ernsten Worten gedacht. Die Versammlung beauftragte den Vorsitzenden, dem ausgeschiedenen langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden und Mitbegründer des Verbandes, Herrn Justizrat Breslauer, den tiefgefühlten Dank des Verbandes für seine so eifrige, aufopfernde und erfolgreiche Tätigkeit auszudrücken. — Demnächst wurden von dem Ausschuß einstimmig durch Zuruf Herr Geheimer Justizrat Cassel zum ersten Vorsitzenden, Herr Geheimrat Fuchs und Herr Justizrat LUDWIG MURR Damenfriseur SPEZIAL-DAMEN -SALON NUR FÜR DAMEN Residenzstrasse 17/1 SALON FÜR DAMEN UND HERREN Parkhotel Mayimiliansplatz 21 SPEZIRLIl flT: Künstlerisch ausgeführte ERSATZ- FRISURErt, dem natürlichen Haaransatz Voll u. ganz angepaßt Makower zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Fürsorge für die jüdische Bevölkerung in Oberost. Die Verwaltung des Oberbefehlshabers-Ost bewilligte einem Privattelegramm zufolge hunderttausend Mark als Vorschuß, um sofort ,eine Anzahl Eisenbahnwagen voll alter und neuer Stiefel und alter Kleider aus der Schweiz unter die arme jüdische Bevölkerung in Oberost, teils unentgeltlich, teils zum Selbstkosenpreise, verteilen zu können. Es war den fortgesetzten Bemühungen des Berliner „Komitees für den Osten“ gelungen, von der Schweizer Regierung die Ausfuhr- und von der deutschen Regierung die Durchfuhrerlaubnis zu erlangen. Palästina als nationale Heimstätte für die Juden. 250 jüdische Vereinigungen Großbritanniens richteten ein Ersuchen an die britische Regierung wegen Wiederher,Stellung Palästinas ja.ls nationaler Wohnplatz für das jüdische Volk. Die Auflösung des Conioint-Committee. Nachdem das Vorgehen des englischen „Board of Deputies“ gegen den Zionismus, über das wir eingehend berichtet haben, grundlegende Änderungen in der Vertretung der englischen Judenheit notwendig gemacht hat, wurden in einer Sitzung, die unter dem Vorsitz des Präsidenten Claude G. M o n t e’f i o r e stattfand, einige Resolutionen behandelt, die die Auflösung des Conjoint Committee verlangten. Die vorgeschlagenen Resolutionen lauteten: 1. Daß gemäß dem Wunsche des Board of Deputies das Übereinkommen zwischen der Anglo Jewish Association und dem Board of Deputies wegen Errichtung eines Conjoint Foreign Committee annulliert und mit dem heutigen Tage beendet sein soll. Daß ferner diese Resolution dem Board of Deputies mitgeteilt werden soll und daß der Board durch den Vorstand der Anglo Jewish Association davon Kenntnis erhalten soll, daß die Anglo Jewish Association mit Freude neue Vorschläge vom Board of Deputies wegen der Schaffung neuer Übereinkommen, die für beide Körperschaften annehmbar sind, empfangen würde. 2. Daß bis zur Abschließung neuer Vereinbarungen mit dem Board of Deputies ausländische Angelegenheiten einem besonderen Komitee anvertraut werden sollen, das aus dem Exekutivkomitee der Anglo Jewish Association und folgenden 4 Herren bestehen soll: Sir Matthew Nathan, Lord Swaythling, Mr. Leonard L. Cohen und Mr. Oswald John Simon. Daß dieses Sonderkomitee dieselbe Macht und dieselben Beziehungen zum Vorstand haben soll wie das alte Conjoint Committee.“ Es entstand eine sehr lebhafte Diskussion; die Herren Montefiore, B. Kisch und Elkan N. Adler befürworteten die Annahme der Resolution. Scharfe Opposition hingegen machte der zionistische Führer Herr Ioseph Cowen, der sich gegen neue Vereinbarungen zwischen den beiden Körperschaften aussprach. „Das Conjoint Committee“ hat im Juli dieses Jahres sein Ende erreicht, und diesei Tatsache sollt1© anerkannjt werden. Die Judenheit wünscht heute e i n repräsentatives Komitee für England, während die Anglo Jewish Association nur eine kleine Anzahl von Mitgliedern repräsentierte. Die Association hat kein Recht sich mit den ausländischen Affären zu beschäftigen, man würde ihr nicht erlauben sich mit der Palästinafrage zu befassen.“