Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 41 (12.10.1917)
- Date
- 1917-10-12
- Page
- Seite 451 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo 451 r aus iVUB, 1 Kern des Velden. 1 Hoffnung, iet> uns ein :s Beispiel 51 Lebens die Pflicht die Ehri uden sein, fest verlße unserer ‘'arten von et. wie Is- 'de es, für einen Platz 5 ‘ I 1/;n Händen, ^einsamen : . denn wir < ung würdig Hetzpresse 1 ansässigen \ uitangriifen , f likartig be- * diese Krean Zwangs- Londoner ette“ fragt : eschen die- :en sei, die Jevonshire, sind. t :htiger Erischen Mott Nationalteratur zur lisation sygeeigneter wurde in-;eit Jahren , Zionistenitur besonn soll. Die ritten best die Na.- nmer kurz i vor dem t folgende ineigentum :n. 2. Adolf lacob Oetlischer Koe Publika- * Heften erf litteilungen ■ onaJfonds". ide Samm-; anderiolge; erscheinen ■ >res findet , g gemeind soeben | usführliche zeichnisse, .4 i sich die i zur Kunde j Nr. 41 des jüdischen Palästina, die zusammen mit den Schriften des Jüdischen Nationalfonds „eine ausgewählte Palästinabibliothek“ bilden. Der Prospekt wird jedem Interessenten auf Wunsch vom Jüdischen Verlag G. m. b. H. Berlin W. 15, Sächsische Straße 8, kostenlos zugestellt. Feuilleton Blätter aus dem Felde. Von Felix A. Theilhaber. lj Und ein rotblondes Mädchen lacht. Noch einige Stunden in den dämmernden Tag. Gleichmäßig verklingt das Schlürfen von dreitausend marschierenden Soldaten. Die Mondscheibe zieht am Himmel auf und leuchtet, huscht an Bäumen vorbei, über eine Brücke hin und verschwindet hinter den schattenhaften Umrissen niederer Häuser. Und das holperige Pflaster von Oszmiany kreischt und röchelt unter dem Schleppen, Stampfen und Stoßen von sechstausend Soldatenstiefeln. Juden stehen in später Nacht vor übelriechenden Teestuben und eine dicke Mamsell ruft wie ein einsamer Rufer vom Minharet zum schweigenden Zug hinüber: „Wellen Se haben Tei?“ Da steigen Erinnerungen in den deutschen Soldaten auf an belgische Estaminets, an die Kneipen französischer Städte, an die Kaffeehäuser des Sandschak und vor allem an diese Teestuben des Ostens, Die Vorderen rufen nach rückwärts und zeigen auf die schlanken Judenmädel, die im spärlichen Licht an der Tür und am Fenster stehen. Oszmiany bei Nacht. Und auch bei Tag ein armseliges Nest, in dem die Not ungeniert durch die Gassen, an 4000 Juden vorbeizieht. Schabbes ist Tags darauf. Jüdisches Volk steht gaffend vor dem Tempel. Drinnen ist eigenartiges Leben. Männer beten laut durcheinander. Kinder kriechen zwischen den Betenden umher und spielen. Im Beth-ha-midrasch, in dem der russische Jude lebt, in dem er sogar schläft, ist er zu Hause. Das ist ihm nicht ein fremder, hoher Dom, der ihn mit mysteriösem Geheimnis verstummen läßt und ihn zum Schweigen zwingt. Fern steht ihm der strenge Kultus des Protestantismus, der zur preußischen Art paßt und feste Ordnung fordert. Die russische Synagoge ist die Betstätte des jüdischen Volkes . . . Abends wurde ich als Arzt zu einer Frau gerufen. Ein hübsches, junges Ding mit rostigem Haar wie Feuerschein holt mich ab. und erzählt mir in beredten Worten von den Leiden dieser Frau. „Sie ißt nichts mehr. Sie ist so schwach, schwach . . .“ In eine ärmliche Hütte treten wir ein. Schmutzige Fenster lassen wenig Licht in die dämmerige Stube. Eine blasse Frau liegt unter dicken Decken und reicht mir ihre kalte Hand. „Wo fehlt es gute Frau?“ Die aber merkt nicht auf und wiederholt dreimal: „Ich vasteh nischt Daitsch.“ Ein verwitterter Mann erhebt sich von einem wackeligen Stuhl und sieht sich hilflos um. Das kokette junge Mädchen erbietet sich als Dolmetscherin. Sie übermittelt die Fragen, die ich ohnedies in Jidisch zu radebrechen suche, während ich untersuche. „Was habt Ihr „geachelt“?“ sage ich. „Geachelt? Was ich geachelt hab’? Nu, was soll ich geachelt haben? Flasch haben wir nit, und das Flasch vom Pferd is nit koscher. Ane Kuh haben wir nit. Broit, eppes Broit.“ „Ein Pfund Brot bekommen Sie täglich zur Unterstützung.“ — „Was arbeitet Ihr?“ frage ich den Mann. Er ist Fuhrmann, aber er hat kein Pferd und jetzt will und darf niemand fahren. Früher ja, da fuhr man zum Bahnhof nach Soly, wo es nach Minsk und Wilna geht. Aber heute?“ „Also Brot habt Ihr gegessen. Und was sonst?“ Bei dem Wort „Brot“ kommen äuf einmal vier schmutzige Jimgens ans Bett und sehen mit hellglänzenden Äugen, heiß verlangend nach der Mutter, die ihnen noch von ihrem eigenen Teil abgibt. Das freundliche Mädchen benutzt die Gelegenheit, um zu verschwinden. Sie geht ’rüber in die Teestube, wo die deutschen Soldaten sind, und wo man Musik macht und zu essen hat. Es ist die Tochter, die zwei Jahre den Hunger kannte. „Kann das Quartier belegt werden?“ mischt sich ein Feldwebel ein, der sich schon in der Stube breit macht. „Ist es keine ansteckende Krankheit?“ und er deutet auf die vergrämte Frau, die erschöpft in die Kissen zurückfällt. „Nein — nur der Hunger.“ Drüben in der Teestube ist großer Betrieb. Soldaten machen ihre Scherze. Und ein junges, rotblondes Mädchen lacht und lacht .... Gemeindenu. Vereins-Echo Personalien. Dem Fabribesitzer Dr. Ludwig Wassermann in München wurde das k. b. Ludwigskreuz verliehen. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde verliehen dem k. Stabsarzt der Reserve M. Sachs in Berlin, dem Vizefeldwebel Meyer in Köln, Unteroffizier Rudolf Hirsch in Karlsruhe, k. b. Leutnant der Reserve Richard Friedmann in Nürnberg, Leutnant der Reserve Ludwig Samuel in Rodalben, Offizierstellvertreter William Sacher in Berlin, Offizierstellvertreter Max Lieben in Flehingen, k. b. Leutnant der Reserve Dr. Fritz Neuburger in München, Unteroffizier Ernst Marcus in Münster i. W., k. Stabsarzt der Reserve Dr. B a u c h w i t z in Sehwiebus, Leutnant der Reserve Bertold JeSsel in Weilburg, Gefreiter Siegbert Becker in Begen im Vogtld., Dr. J. L a c h m a n n in Berlin, Leutnant der Reserve Dr. Julius Fließ in Berlin, Oberarzt Dr. Fritz Marcuse in Berlin, Leutnant d. L. Alfred E11 f i n g e r in Frankfurt a. M., k. Leutnant der Reserve Dr.. Martin Freudenth*al in Frankfurt a. M., k. Oberarzt der Reserve Dr. Hugo Mayer in Gießen, k. b. Leutnant der Reserve Simon Schnurmann in Ludwigshafen, Leut- LUDWIG MURR Damenfriseur SPEZIAL- DRMEH - SALON HUR FÜR DRMEH Residenzstrasse 17/1 SflLOH FÜR DRMEH UHD HERREH Parkhotel Maximiliansplatz 21 SPEZIALITÄT: Künstlerisch ausgeführte ERSATZ- FRISUREM, dem natürlichen Haaransatz Voll u, ganz angepaßt