Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 40 (5.10.1917)
- Date
- 1917-10-05
- Page
- Seite 442 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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442 Das Jüdische Echo Nr. 40 Welt-Echo Die „bevorzugten“ Juden. Auf die Anfragen des Reichstagsabgeordneten Dr. Werner-Gießen, die wir in unserer letzten Nummer veröffentlichten, hat der Stellvertreter des Reichskanzlers geantwortet: „Gemäß der von mir in der Sitzung des Ausschusses für den Reichshaushalt am 19. Okt. 1916 gegebenen Zusage habe ich unter dem 19. März 1917 dem Herrn Vorsitzenden des Ausschusses für den Reichshaushalt eine Übersicht über die persönlichen Verhältnisse der bei der Kriegsorganisation tätigen Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer und Anges±ellten nach Alter, Verwendbarkeit im Heeresdienst und den Bezügen an Aufwandsentschädigung, Gehalt. Pension und dergleichen übersandt. Von einer Ausdehnung der Erhebungen auch auf die Konfession ist, wie ich dem Herrn Vorsitzenden des Ausschusses bei der Übersendung mitgeteilt habe, aus grundsätzlichen Erwägungen Abstand genommen worden.“ „Eine Bevorzugung von Juden bei Kriegsgesellschaften findet nicht statt. Begründete Beschwerden über das Verhalten jüdischer Beauftragter der Kriegsgesellschaften im neutralen Ausland sind der Reichsleitung nicht bekannt geworden. Eine Stellungnahme zu solchen Beschwerden und gegebenenfalls eine Abhilfe ist nur möglich, wenn bestimmte Einzelfälle namhaft gemacht werden.“ Schließlich hat der Stellvertreter des Reichskanzlers noch auf eine Anfrage des Abgeordneten Dr. Werner-Gießen geantwortet, daß ein Verbot des jüdisch-rituellen Schächtens nicht in Aussicht genommen sei. Als ein Kuriosum erwähnen wir, daß die „Deutsche Tageszeitung“, die über alle drei Antworten sehr unglücklich ist. hierzu schreibt: „Auch diese Auskunft ist bedauerlich, da das Schächten eine Tierquälerei bedeutet, die in unserem gesitteten Zeitalter nicht mehr Vorkommen sollte.“ Ob wirklich das Schächten de$ Viehes schlechter zu dem „gesitteten“ Zeitalter paßt als das Morden von Millionen Menschen? System? Im Anschluß an den Aufsatz „Judenfriede“ des Herrn v. Gebsattel, über den wir in unserer letzten Nummer berichteten, erhielt der „Vorwärts“ eine Zuschrift folgenden Inhalts: „Die symptomatische Bedeutung des von Herrn v. Gebsattel erhobenen Kampfrufes gegen die Juden kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es handelt sich nicht um den willkürlichen Vorstoß eines einzelnen, sondern nur um die Voreiligkeit eines Mannes, der istein Pulver1 nicht halten kann. Der zweite Vorsitzende der Alldeutschen hat damit vorzeitig einen Plan enthüllt, der längst sorgfältig vorbereitet ist und im geeigneten Augenblick durchgeführt werden soll. Was geplant wird, ist eine Judenhetze größten Stils, zu der längst mit Eifer Material gesammelt wird. Kein Händler mit jüdisch klingendem Namen, der sich gegen die Kriegswucherbestimmungen vergangen hat, ist da vergessen, während natürlich gleichgerichtete Taten der „germanischen“ Konkurrenz mit dem Mantel christlicher Nächstenliebe bedeckt werden. Gewinnen die Kreise, die jetzt „für des Reiches Macht und Herrlichkeit" mit Zunge und Feder kämpfen, die Oberhand, dann wird die jüdische Bevölkerung Deutschlands über den Lohn staunen, der ihr für das Blut, das sie zur Verteidigung des Vaterlandes vergossen hat. zuteil werden wird!“ Der Schriftsteller Dr. Adolf Kohut. der durch zahlreiche Bearbeitungen auf den Gebieten der Literatur, Kulturgeschichte und Musik bekannt geworden, ist im Alter von 69 Jahren in Berlin gestorben. Einets seiner bekanntesten Werke war „Berühmte israelitische Männer und Frauen in der Kulturgeschichte der Menschheit“ (Verlag A. H. Payne in Leipzig). „Entvölkischt“. Dieses kerndeutsche Wort ist die Überschrift einer Glosse in der „Staatsbürgerzeitng“. Um ganz konseqent zu sein, bekämpft sie in ihrem Kampfe gegen das Judentum die Bibel. Tadelnd berichtet sie, daß der christliche Geistliche Murrow aus Amerika dem jüdischen Hilfsfonds für Palästina 100 Dollar überwies. Die „Staatsbürgerzeitung“ sieht in dieser Handlungsi p7"%rmrnrn '«kti! Israel. Töcliteriieasloaat J! Frau Apotheker Rothschild Ww. I München Ttlephon 40757 GLMHLDE GPslep'JiOe/s/ep (3ALERIE. .LUITPOLD Qnänch<37ZL. sör>7Gnn&^stf> Zähne neu, Umarbeitungen, Kronenu. Brückenarbeiten, Zahnziehen, Zahnfüllungen bei schonendster Behandlung und Garantie für korrektes Passen. Billigste Preise. —— Teilzahlung gestattet. — Zahn-Atelier Bimsl- Narhfolo. Piäii Sendlingerstr. 29/11 Sprechstunde täglich. INSERATE finden im »Jüdischen Echo* weiteste Verbreitung. VJTTRdTTV Kunstgeschichte (mit K Hl.kJ AI4 FühruncO I.tteratur ( Französische, Deutsche, Englische Sprache Führung) Literatur (verb. mit Lektüre) in allen Gebieten T ntfo 1InnfTo akad. Lehrerin für Kunstgesch. LtULUS ncmzi;, und neue Sprachen v. d. Tannstraße 15, II. Aufg. 0 r. — Sprechstunden 3—4 Uhr ÄF8DI ©STÄDIR Nymphenburgerstr. 61/1 ine hamenschneiderei >ie neuesten Journale