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Das jüdische Echo · 1917-09-28 · 39 (28.9.1917) · p. Seite 430

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
39 (28.9.1917)
Date
1917-09-28
Page
Seite 430 (sequence 6)
Language
German
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430 Das Jüdische Echo Nr. 39 Flüchtlingsgesetz veröffentlichte das österreichische Ministerium des Innern eine Statistik über das österreichische Flüchtlingselendk In dieser Statistik, aus der übrigens zu entnehmen ist, daß etwa 42 Prozent aller mittellösen, d. h. den Unterstützungsbestimmungen des neuen Flüchtlingsgesetzes unterliegenden Personen Juden sind, werden in der Nationalitätenrubrik neben anderen auch die Israeliten angeführt. Zu dieser offiziellen Anerkennung der jüdischen Nationalität durch die österreichische Regierung schreibt die Prager „Selbstwehr“ vom 17. August: „Die Bezeichnung der Juden als Nation von amtswegen . . . trägt endlich dem Volksbewußtsein der österreichischen Juden Rechnung, wenn auch von einer Nationalität der „Israeliten“ zu sprechen nicht eben sehr stilvoll klingt. Die Regierung scheint sich also endlich der Einsicht zu nähern, die ihr ebenso wie dem kriegerfüllten Europa nottut, daß das sicherste Mittel, den Gefahren des übertriebenen Nationalismus und seiner politischen Auswüchse zu begegnen, ist: die nationalen Rechte anzuerkennen und die aus ihnen entspringenden gerechten Ansprüche zu befriedigen. Freilich wird man in Zukunft unser Volk als solches nicht vergessen dürfen, wenn von seinen Rechten und nicht nur von seinen Leiden die Rede sein wird . . .“ Ein jüdisches Bittgesuch an den Papst. Warschauer Blätter berichten: Infolge des Kriegszustandes mit Griechenland fehlten den Juden in diesem Jahre die Palmzweige und die Südfrüchte, die sie für das Laubhüttenfest brauchen, weshalb man sich aus Warschau an den „Israel-Verband“ in Frankfurt a. M. um Vermittlung wandte. Dieser Verband ersuchte die italienische Regierung, die Ausführung von Palmzweigen zu rein religiösen Zwecken für die Juden in Deutscland, Polen und Litauen zu gestatten, doch lehnte Italien ab, worauf der Frankfurter Verband ein Bittgesuch an den Papst um dessen Einwirkung auf die italienische Regierung richtete. Das Schulwesen in Polen. Wie die „Deutsche Warschauer Zeitung“ berichtet, steht der Übergang des gesamten Schulwesens im besetzten Gebiete auf die polnische Verwaltung unmittelbar bevor; die Verständigung über die Modalitäten des Übergangs zwischen den General-Gouvernements und dem jeweiligen polnischen Staatsrat ist bereits erfolgt und als Termin der Übergabe der 1. Oktober festgesetzt worden. Die deutsche Schulverordnung vom 24. Iuni 1915 tritt damit außer Kraft. Die kleineren Nationalitäten und Konfessionen sollen ihre Besonderheit wahren können. Für die jüdischen Schulen sollen spezielle Vorschriften getroffen sein. Diese Nachrichten bedürfen der Ergänzung. Geld aus Amerika. Nach einer Haager Drahtmeldung polnisch-jüdischer Blätter erlaubte die amerikanische Regierung den jüdisch-amerikanischen Hilfsausschüssen, Geld für die armen Juden nach Polen, Litauen und Galizien zu senden. Dieser Tage wurden nach Holland, von wo aus die Verteilung erfolgt, zunächst 395 000 Dollar abgeschickt, davon 150 000 Dollar für die Juden im deutschen Besatzungsgebiet, 100 000 Dollar für die Juden im I österreichischen Beslatzungsgebiet. 50 000 Dollar für die Warschauer jüdischen Schulkinder und der Rest für Palästina und Rumänien. Der verstorbene Bankier Sir Jakob Eiiiahu Sassoon in Bombay (Indien) hat in seinem Testament u. a. folgende Summen bestimmt: 66 000 Pfund Sterling für ein wissenschaftliches Institut in Bombay, 150 000 Rupies für jüdische Wohltätigkeitsanstalten, Krankenhäuser und Beth-ha- Midraschim in Indien, 8000 Rupies für den Oberrabbiner in Jerusalenj, daß er fü.r ihn bete, 2000 Rupies für Arme in Jerusalem, 4000 Rupies für die Rabbiner in Saffed, Chebron und Tiberias, damit sie für ihn beten. Die Judenpogrome in Leeds. Wegen der Judenpogrome in Leeds hat eine Versammlung sämtlicher in Leeds bestehenden 14 jüdischen Gesellschaften, Vereine und Synagogen einstimmig beschlossen, ein Komitee aus 15 Personen zwecks „Schutz und Verteidigung der Judenschaft in Leeds und des gesamten Judentums“ zu wählen. Das Komitee wird mit anderen jüdischen Organisationen in England zwecks Schaffung ähnlicher Organisationen Fühlmng nehmen. Die holländ. Regierung für den Zionismus. Die intensive und systematische Aufklärungsarbeit in der großen holländischen Öffentlichkeit über den Zionismus, die im Laufe dieses Jahres durchgeführt wurde, zeitigt ihre ersten Erfolge. Der holländische Finanzminister M. W. F. Treub hat kürzlich in einer Unterredung mit dem jüdischen Publizisten Ben Mose Zwi sich ah entschiedenen Anhänger der zionistischen Lösung der Judenfrage erklärt. Die Stellungnahme dieses in Holland sehr beliebten Ministers für den Zionismus hat auf die jüdische und nichtjüdische Öffentlichkeit großen Eindruck gemacht. Daß Minister Treub keinen Einzelfall darstellt, ergibt sich aus seiner bedeutsamen öffentlichen Erklärung, die das bekannte Mitglied des großen Aktionskomitees, Herr Jacobus H. Kann, kürzlich abgab. Herr Kann versicherte, begründeterweise sagen zu dürfen, daß die holländische Regierung dem Zionismus sympathisch gegenüber stehe. Es bedarf keines Hinweises, von welcher Bedeutung diese Haltung der holländischen Regierung bei dem durch den Krieg so gesteigerten moralischen und politischen Gewicht der neutralen Staaten und der Möglichkeit der Abhaltung des Friedenskongresses in der holländischen Residenz für die internationale Behandlung der Judenfrage werden kann. (J.A.K.) Kostümfabrik F. u. A. Diringer München, Herrnstraße 23, Hochbrückenstraße 13 k5nlgl, bayer., königl. Württemberg , grossherzogl. badiaebe Hoflieferanten Hankkonto: K. Filialbank, München und Bankhaus Martini u. Simader, München.— Postscheckkonto: Nr. 3613 München. Telegramm-Adresse; „Diringer München*. — Telephon-Nr.: 21774, 21775, 21776. GrShto Fabrik und Varleihanstalt dieser Art In Deutschland. Vorrat von über BOOOO Kostümen aus allen Zelten u. allen Ländern. Getrennte Herren-, Damen-, Kinderu. Militär-Abteilungen. Reiches Lager In Waffen und Ausrüstungen. Vollständig neuaeltlich eingerichtet und umgebaut. 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