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Das jüdische Echo · 1917-09-21 · 38 (21.9.1917) · p. Seite 422

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
38 (21.9.1917)
Date
1917-09-21
Page
Seite 422 (sequence 10)
Language
German
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422 Das Jüdische Echo Nr. 38 die Kapelle vollzählig vor ihm spitelen sollte. Man erzählte dies dem Apter und erwartete, daß er die Übertretung seiner Anordnung seitens des Ruzhiners tadeln würde, der gerade diese Tage zu Festtagen gemacht hatte. Wie erstaunt war man aber, als der Apter sprach: „Wir können uns mit dem Ruzhiner nicht vergleichen, denn er geht einen Weg, auf den in der heiligen Schrift verwiesen wird: Wenn ihr in einen Streit ziehet in eurem Lande wider eure Feinde, die euch beleidigen, so sollt ihr trompeten mit den Trompeten, daß euer gedacht werde vor dem Herrn, eurem Qott, und ihr erlöst werdet von euren Feinden.“ — „Es muß so sein, es soll so sein!“ Rabbi Herzl, von Luck erzählte: er war einmal über Sabbath beim Rabbi von Ruzhin und saß mit ungefähr zehn Chassidim bei Tisch, was er sonst nicht zu tun pflegte. Da sagte er: „Es nahen Tage, da wird es dem gewöhnlichen Menschen gut ergehen an Leib und Seele, doch dem edlen Menschen wird es schlechtergehen anLeib undSeele, es werden Nahrungssorgen kommen so groß, daß er nicht einmal einen Psalm wird sprechen können.“ Er fuhr fort: „Warum sage ich euch das? Damit ihr es im Vorhinein wißt und nicht davon überwältigt werdet, denn es darf so sein, es muß so sein und es soll so sein.“ Die letzten drei Stunden. Rabbi Joseph von Radziwil hörte einmal wie der Ruzhiner folgendes verkündete: „Die letzten drei Stunden bevor wir vom Qolus erlöst werden, wird es so schwer sein, an derjüdischkeit festzuhalten, wie an’ einer glatten Eisenwand. Daher heißt es im Laubhüttenfestgebet Hoschana: ,0 hilf uns in drei Stunden*. Die drei Stunden sind gerechnet nach dem Kalender Gottes, nach welchem tausend Jahre nur ein Tag sind“. Nachts — und Morgens. Am Abend vor dem Passahfeste sprach der Rabbi bei der Suche nach Gesäuertem: „Heute Nacht suchen wir nach Chumetz, schaffen es jedoch nicht gänzlich aus unserem Hause, erst am Morgen soll es ganz entfernt und verbrannt werden. Nachts — das ist das Golus, welches das Leben des jüdischen Volkes verfinstert — vermögen wir nicht mit dem Gesäuerten — das sind die niederen und gemeinen Eigenshaften — aufzuräumen, und es bleibt immer eine Spur zurück. Doch morgens — wenn die Erlösung erfolgt — wird man den Chumetz verbrennen, vom Bösen und Gemeinen wird keine Spur bleiben, sondern die Menschheit wird durch die höchste Freiheit ihren Triumph feiern, wie wir es im Gebet am Neujahrsfest und am Versöhnungstage sagen: „Und die Gerechten werden es schauen und sich freuen, die Reinen werden lobpreisen und die Frommen einen Gesang anstimmen; die Bosheit wird verstummen, und das Böse wird wie im Rauch enden; denn es wird die Nacht der Frevelei aus der Welt , verschwinden.“ Darin liegt auch das Geheimnis des Jesajawortes: „Und der Tod wird für immerdar verschwinden, und die Tränen der Menschen werden trocknen.“ Der Preis für eine Sabbathentweihung. Als der Ruzhiner in Sadagora wohnte, kamen zu ihm 2 jüdische Soldaten, übergaben ihm einen Beutel mit sieben Rubeln und weinten und jammerten: „Was wird unser Ende sein? Wir sind gezwungen den Sabbath zu entweihen und trefere Kost zu essen“. Es war gerade um die Nachmittagszeit als der Rabbi lustfahren wollte. Da sprach er zu ihnen: „Hört mir zu. Das Geld nehmet H STATT BESONDERER MELDUNG. 1 Die Geburt eines Sohnes zeigen hoch- H erfreut an |j jj Dr. Raphael Straus und Frau Erna I p geb. Lubarsch | Ü München, 19. Sept. 1917. M GEMÄLDE epstep TPe/s/ep GALERIE. .LUITPOLD QT2ünch&72L. £ör>tGnn<ar>slr> INSERATE finden im ^Jüdischen Echo* weiteste Verbreitung. r Stopif SSüftteßadj SÖtiindjen 2 Sdjttterftrajje 48 empfiehlt fämtliße Artikel jur Staate, ÜRunb*, 3aljn» unb Krankenpflege, mebijin. Sees nach Kneipp, Stärkungs.SBeine unb Kräftigungsmittel, SSerbanbftoffe, Kafcenfeöe, Sdjroämme, {•roie färntl. Parfümerien. ^Jrofpekte umfonft unb portofrei. I 'TT München Israel. Mlerpeoslonat Fm Apotheker Rothschild Ww. FREY & Ca Bankgeschäft München, Residenzstraße 3 (Eingang Hofgraben) Tel. 27946 Erledigung aller ins Bankfach einschlägigen Geschäfte

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