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Das jüdische Echo · 1917-08-31 · 35 (31.8.1917) · p. Seite 388

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
35 (31.8.1917)
Date
1917-08-31
Page
Seite 388 (sequence 8)
Language
German
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388 Das Jüdische Echo Nr. 35 Einkehrhause mit einem alten Manne zusammentafen. ließen sie sich mit diesem in ein Qespäch und erzählten ihm auch die Geschichte, mit der sie der Ruzhiner verabschiedet hatte. Der Alte sagte: Ein Mann wird nur dann wegen der verspäteten Fisolen zürnen, wenn er mit seiner Frau noch durch Innigkeit und Herzlichkeit verbunden ist; wenn aber die Liebe des Mannes zur Frau ihren Höhepunt schon überschritten hat, wird er ob der verspäteten Fisolen nicht mehr zürnen. Als sie nochmals nach Ruzhin kamen und die Worte des Alten nacherzählten, sagte er ihnen: „Der Alte hat wohl Recht, doch sage ich euch: Ihr sollt euer Gebet in der vorgeschriebenen Zeit verrichten. 6. „Maimonides hat Recht.“ Er saß einmal bei seinem heiligen Tisch, von mehreren gelehrten und heiligen Männern umgeben. Der Rabbi war in tiefe Gedanken versunken, er sprach kein Wort, und man merkte, daß er innerlich bewegt war. Plötzlich fuhr er wie aus einem tiefen Schlafe auf und fragte: Warum finden sich fromme Leute, die unseren großen Meister Rambam (Maimonides) nicht nach Gebühr huldigen und ihn angreifen? ist er doch mit seiner „starken Hand“ in religiösen Dingen der Wegweiser für alle Juden in der Diaspora. Freilich haben die Ereiferer Recht; schreibt ja Rambam in seinem „Führer der Irrenden“, Aristoteles habe den himmlischen Regionen näher gestanden als Ezechiel. Der Rushiner machte eine Handbewegung und sagte: Rabbenu Moses ben Maimon hat Recht. Es steht: „Jede einfache Magd am Schilfmeer erlebte Gott tiefer als Ezechiel und andere Propheten. Diese schauten ihn nur in Vorstellungen und erfaßten ihn erst im Meere als sie seine Allmacht und Größe sahen, als das Meer zurückflutete und der Herr das Heer der Ägypter mitten ins Meer stürzte, die Kinder Israels aber mitten durch das Meer gezogen waren.“ Dasselbe ist bei Aristoteles. Er konnte sich von Gott keinen Begriff machen, strebte daher, sich durch alle Regionen durchzusetzen und die Majestät des Allmächtigen zu sehen. Ezechiell aber mußte nicht so hoch steigen. Als er die erste Region anrührte, begriff er schon alles.“ Der Ruzhiner dachte eine Weile nach und fuhr fort: „Ein König fuhr einmal aus, um sich Land und Leute seines Reiches anzusehen. Er reiste, wie es die Könige oft tun, inkognito. So fuhr er durch eine Wüste. Er fühlte sich einsam und hätte vieles dafür gegeben, wenn er einen Menschen gefunden hätte, um mit ihm ein Wort zu sprechen. Er wänderte einige Stunden herum bis er auf einmal zwei Wanderer erblickte. Der eine war gescheit, er erkannte an den edlen Gesichtszügen, daß dies ein fürstlicher Herr sein müsse, und bot ihm seine Dienste an. der andere aber machte kein Wesen von ihm, im Gegenteil, er betrachtete den König als eine Belästigung und sah mit Argwohn auf seinen Gesellschafter, der dem Friemdbn iseine Aufmerksamkeit schenkte. Bevor sie sich verabschiedeten, forschte der König nach den Namen der beiden und ging seines Weges. Nach Verlauf einiger Zeit hatten die beiden Wanderer ein Anliegen an den König und meldeten sich zur Audienz. Als der König in der Liste den Namen seines Freundes aus dem Walde erblickte, ging er zu ihm in den Hof hinaus, gab sich ihm zu erkennnen, unterhielt sich mit ihm und versprach ihm gleich die Erfüllung seiner Bitte. Der andere aber wurde in das Audienzzimmer geführt. Er passierte viele Prunksäle, sah verschiedene Kleinode und Kostbarkeiten. Als er vor dem König erschien, erkannte er in ihm den Herrn aus der Wüste und erschrak so, daß er dem Könige nicht ins Angesicht sehen konnte. INSERATE finden im Jüdischen Echo* weiteste Verbreitung. Graphologie CMterMeilung aus der Handschrift Einzusendendes Material: zwanglos geschriebenes Schriftstück, a. I. Brieffragment ca. 20 Zeilen. Charakterskizze: 1 Mark Charakterbild: 2 Mark Rückporto beil. L. Reimer, Gropbolose Mönchen, Kaulbachstraße 22 a von Hans Maier Preis Mark —.20 ^FvietfältfqungsäSchreib'AnsfaU 'BLITZ' Vepvi'eifsiitfgongen Diktate inuausser Raus Stenogpamme f* toschpt ft er» Hotel Könipof Kaelsplatz QS Telef 54348 Ä Buchhand!. Nationalvereii München, Herzog Maxstr. 4 bei den Inserenten des Jüdischen Echos §= Rauchen Sie Zigaretten Kauft GiselüSchiMBl München Werkstätten für feine Damen-Moden LifllwonnslraDel Ecke SendltngertorpL Tel. 52754^ ■ Mmlien i { Israel Töctiterpenstonat I Frau ApotMer HothscMId Ww. » Drick Md Verlag! B. Hellar, Bickdrickerei, Mlickea, Harzet Maxttr. 4. VarMtvartlick ftr die Radaktiaa: Helene Hanna Colin, Münchei, Von der Tannstr. 22; llr dei Aizalgeatall i ■. W. «tikr, Hflachea

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