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Das jüdische Echo · 1917-08-17 · 33 (17.8.1917) · p. Seite 367

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
33 (17.8.1917)
Date
1917-08-17
Page
Seite 367 (sequence 11)
Language
German
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Nf. 33 Das Jüdische Echo 367 „Gott behüte, Tate, was fällt dir ein . . „Oder meinst du, wenn man Doktor ist, braucht man nicht mehr Gott zu bitten, Gott zu loben?“ „Das nicht, Tate . . „Was denn, bist du vielleicht müde, oder Gott bewahre, nicht wohl?“ „Nein Tate, ich will nur nicht sehen.“ „Ich bin besieris zu wissen, warum?“ „Nun Tate, setz dich bitte einmal, ich will dir sasen warum.“ Der Alte legte seinen Tallis (Gebetmantel) beiseite und setzte sich. „Nun, sag mir, umgekehrt, wie soll ich das verstehen?“ „Gut, Tate, stell dir vor. du bist reich, so reich, daß dir einige Rubel gar nichts ausmachen“. Der Vater seufzt. Um nämlich den Sohn einen Doktor werden zu lassen, hatte er über seine Kräfte getan. Er besaß ein Häuschen; das Häuschen ist fort; er wohnt in Miete; auch die Maschinen sind verkauft. „Nun,“ sagt er, und seufzt wieder schwer. „Also, du bist reich und dir gegenüber wohnt eine Witwe, eine schwache, kranke Witwe; laß sie sogar noch Kinder haben, sodaß man sie wirklich unterstützen muß.“ „Ganz gewiß würde ich sie unterstützen.“ „Aber würdest du warten bis die Witwe zu dir kommt, dich bittet, vor dir in Ohnmacht fällt, ein Meer von Tränen vergießt?“ „Gott behüte, auch noch warten? Wenn ich weiß . . .“ „Und Gott, was ist er? Besser oder schlechter als du?“ „Was redest du; das ist eine Frage!? . . .“ „Nun“, triumphiert der Sohn, der Doktor, „wenn Gott besser ist, weiß er, was einem armen, schwachen, kränklichen Menschen nötig tut und wird nicht warten, bis man ihn bittet...“ „Aber.“ „Gott loben, meinst du?“ „Muß auch sein . . .“ „Nun Tate, würde es dir gefallen, wenn sich jemand vor dich hinstellte und dich in deine Augen hineinlobte: ein edler Schneider, ein guter Schneider, ein ehrlicher Schneider. Aber, was heißt ein Schneider; ein aufrichtiger Schneider, ein einziger Schneider! . . .“ „Ach,“ sagt der Alte ungeduldig, „ die Galle liefe mir über!“ „Und weißt du warum? Weil du kein Narr bist, wirst du auch an närrischen Lobpreisungen keine Freude haben. Und du bist ein Mensch, ein schwacher Mensch, dem Schöntun schaden. Loben helfen kann . . . .“ „Aber.“ „Kein Aber. Tate! Kein Aber: Gott ist klüger wie wir und meinst du, er hat unser Lob nötig; er hat nötig, daß man sich dreimal am Tage demütig vor ihn hinstellt und schreit: ein guter Schneider, ein edler Schneider!“ „Was redst du?“ . . . „Nun, meinetwegen, ein guter Gott, ein edler Gott, der Himmel und Erde geschaffen, .... Weiß er das nicht besser?“ Der Alte sinnt nach, fährt aber mitten drin auf. „Alles richtig!“ sagt er — „Aber dawnen muß man doch!“ Übersetzt von Dr. Rothschild. Spendenausweis auf der 3. Umschlagseite. Weitere Beträge sind zu richten an das Bankhaus J. L. Feuchtwanger. München. Postscheckkonto 552. Gemeindenu.Vereins-Echo (Unsere Leser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnachrichten, die in diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höflichst eingeladen.) Jüd. Nat.-F. Rochma Bornstein Wiesbaden und Elisabeth Mahler München in Erinnerung der läge am Starnberger See Mk. 2.—. Gunzenhausen. Die in Gunzenhausen veranstaltete Sammlung für das Hilfswerk für Palästina hat bisher 1169 Mark ergeben. Hierzu wird uns aus G. geschrieben: „Als drittes Sammlungsergebnis während des Krieges ist dieses Resultat ein Beweis, daß die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer organisierten Sammlung allenthalben wächst. Auch die Freunde jener Unterstützungsart, die durch Arbeitsbeschaffung helfen will und die wirtschaftliche Selbständigkeit des Gabenempfängers nach1 Kräften erhält, nehmen erfreulicherweise zu. Sollte nicht das Beispiel unseres Komitees auch in anderen Plätzen Schule machen? Ließe sich nicht auf diese Art die Sammeltätigkeit aller bayerischen Palästinafreunde organisieren?“ Personalien. Der kgl. bayer. Militärverdienstorden 4. Klasse mit Schwertern wurde verliehen den kgl. bayer. Leutnants der Reserve Gustav R o s e n t h a 1 und Karl Sterzbach von der Feldartillerie, Emil Hcrman n von der Fußartillerie, Moriz Glück von den Pionieren, Hugo B a b i n g e r , Adolf II ermann, Bruno Stern von der Infanterie, Fritz Gucke n heimer von der Kavallerie, Oskar Groß und Fritz Obermeyer v. Train. Ferner dem k. Stabsarzt der Landwehr Dr. Max Holländer (Hof) und dem kgl. Stabsarzt Dr. Paul L i ß m a n n. Die goldene bayer. Tapferkeitsmedaille wurde dem Gefreiten Georg Qutmann in einem Inf.- Reg. verliehen. Dieselbe Medaille in Silber dem Vizefcldwebel Hermann Heinemann bei der Infanterie. Im Felde bezw. an ihrer Verwundung starben der kgl. bayer. Amtsrichter in Fürth und kgl. Leutnant der Reserve Dr. Friedrich Neubürger LUSTER in Eisen, Messing und Glas, elektrisch und Gas - Zuglampen mit Nachlaß zu verkaufen. Reparaturen und Neu anfertignngen werden nach Wunsch geliefert. Räuchen Sie .... Al «vir; £riSv.--'.. (ARbWIÜÜI. -■ vrtjjvciifc'iv T MAXIMIUANS-PLÄTZ : 14- NÄCHST $OriUÄMONUMENT . TEL?2722T

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