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Das jüdische Echo · 1917-08-10 · 32 (10.8.1917) · p. Seite 355

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
32 (10.8.1917)
Date
1917-08-10
Page
Seite 355 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 32 Das Jüdische Echo 355 Die Versicherung einiger minder kecker Chronisten, daß man den Juden ein Jahr Zeit zur Verkaufung ihrer Häuser gelassen, mithin Verkauf erlaubt habe, ermangelt jedes Beweises. Doch die Nürnberger Hebräer, die zum Übermaß des Jammers auch 1349 von der gegen den Rat empörten Bürgerschaft ausgeplündert worden waren, verzweifelten selbst jetzt noch nicht an ihrer Zukunft. Sie richteten sich auf der grausenhaften Brandstatt so gut wie möglich ein, erbauten eine neue Synagoge und ein neues Gymnasium und schienen von jener Zeit an mehr noch als früher ihr Hauptstreben darauf zu richten, ihre Hochschule durch tüchtige Lehrer emporzubringen. Denn, das darf ich wohl nicht erst sagen, daß die damalige Nürnberger Judengemeinde die gebildetste in Deutschland war und ihre Lehranstalten, wie später die Fürther, selbst von Ausländern fleißig besucht wurden. Daß jedoch dem fanatischen Rat der Stadt an dieser Schule und deren mehr oder minder zahlreichen Besuch nicht das geringste lag. sah man aus der Schonungslosigkeit, mit welcher er ihnen 1349 auch ihr niemand im Weg stehendes Gymnasialgebäude abnahm, wodurch sie zu schleunigem Aufbau eines neuen in dem ihnen vergönnten Bannkreis vermüssigt waren. Ja, im Jahre 1406 versagte er ihnen sogar die Erlaubnis zur Erbauung eines zweiten, weil der Raum des ersteren für die vielen Fremden nicht mehr hinreichte, und verwies sie auf den Unterricht in ihren Häusern. Endlich wirkte der Rat in Verbindung mit vielen anderen Reichständen gegen seine ohnehin bereits furchtbar mitgenommenen Juden Tabulas novas aus, das heißt kaiserliche Niederschlagung aller Schulden, die man bei den Juden gemacht hatte, jedoch für eine Abgabe von 15 vom Hundert an den Bewilliger dieser Tafeln, den schwelgerischen Kaiser Wenzel. Wie groß jene Schulden gewesen sein müssen, kann man aus dem Betrag dieser Prozente schließen. Wenzel erhielt nämlich vom Herzog Friedrich in Bayern 15 000 Gulden, vom Bischof von Würzburg 15 000 Gulden, vom Grafen von Oettingen gleichfalls 15 000 Gulden, von Nürnberg 4000 Gulden, von Rothenburg 1000 Gulden, von Schweinfurt 200 Gulden, von Windsheim 200 Gulden, von Weißenburg 100 Gulden. Um diese 4000 Gulden an die kaiserlichen Abgeordneten zu entrichten, ließ sich der Nürnberger Rat von jedem seiner Bürger von jedem Hundert des niedergeschlagenen Schuldbetrages 30 Gulden bezahlen! Daß der Nürnberger Rat die Abgeordneten der genannten verschuldeten Städte zu diesem Zweck in Nürnberg versammelte, läßt auf seine besondere Tätigkeit bei diesem überjüdischen Geschäfte schließen. Unter dergleichen, wenn gleich minder kostspieligen Hudeleien, z. B. durch beständige außerordentliche Abgaben, auszeichnende Kleidertracht (die Männer durch gelbe Ringe an den Röcken, die Weiber durch hellblaue Einfassung der Scheier), Eintreibung der Juden zu den Predigten der damaligen verrückten Missionäre, um jene, so Gott will1, zum Christentum zu bekehren, verging ihnen leidlich genug das 15. Jahrhundert und bei so vieljähriger Sicherheit vor öffentlichem Raubmord, die aber mehr eine Folge der durch die damaligen großen Entdeckungsreisen und die Erfindung der Buchdruckerkunst entstehenden Aufklärung, als einer freundlicheren Gesinnung der christlichen Einwohnerschaft war, hätten die Hebräer eher des Himmels Einfall vermutet, als die am Tage Allerheiligen 1498 von den Schöpfen Ohne Seifenmarken! DM" StUck-Waschmittel "VE SCHNEEWEISS Kriegsamtlich genehmigt. Gleicht in Größe, Form und Farbe weißer Kernseife und wird auch so angewendet. Vorzüglich für farbige und besonders für weiße Wäsche geeignet, in weißen Stücken von ca. 250 g 50 Stück 11.— Mk. 100 Stück 20.— Mk. mit Verpackung. Mustersendung nicht unter 30 Stück. Versand nach auswärts nur gegen Nachnahme. Ständige Nachbestellungen und Anerkennungen. Alleiniger Fabrikant: seiieDial)rii[H.Kugler,M0Dclien,HerrDstr.6 ^Mzliu^lJCeötcK^(ö/iLe^ant Seine ‘MicLxJie uSiixfmranm Sfäunchen. Sßajcimäianötn W. 54987| SCHREIB *BÜRCK ftWrillen Diktate SIEGFRIED München, Sctiiitzenstr. ia/ll (Kontorh, Imperial) Tel.ptÜiM GEMÄLDE epstep ID&step GALERIE .LUITPOLD QT2önal2G7^i, Familienffnzeigen besonders Verlobungsu. Vermählungs- Hnzeigen, Festschriften in feiner Ausführung, billig Buchdruckerei B. Ffeller München Herzog-Maxstr. 4 Albert Diederich München, TürKenstr. 60 (früher Adalbertstr.) Fernsprecher 22261 Uebernahme von Wohnungseinrichtungen, Anfertigung sämtlicher Polstermöbel und aller einschlägiger Arbeiten

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