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Das jüdische Echo · 1917-07-27 · 30 (27.7.1917) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
30 (27.7.1917)
Date
1917-07-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Bayerische Blätter für die jüdischen Ängelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den V erlag — Bezugspreis: Viertelj. M. 1.—, Halbj. M. 2.—, Ganzj. M-4.—,Einzelnummer 10 Pf. —Yerlag des ״Jüdischen Echo“ : München, Herzog Maxstr 4 — Redaktion: Helene Hanna Cohn, München,;inzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Rauin 40 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— - '־ ־ T ־' Anzeigenannahme: Verlag des ״Jüdischen Echo“, München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 53099. Postscheckkonto: München 3987. Nummer 30 München / 4. Jahrgang 27. Juli 1917 zum 9. Äb השעה באב 4. Kapitel der Klagelieder איכה 1., Ach, wie gar verdunkelt ist das Gold, das glänzende Gold, in allen Straßen zerstreut die heiligen Steine! 2״ Die teuren Kinder Zions, geachtet gleich Gold, wie sind sie irdenen Gefäßen, Werken aus des Töpfers Hand ähnlich geworden. 3., Wölfe selbst reichen ihren Jungen die Brust um sie zu säugen; die Tochter meines Volkes ist grausam geworden, den Straußen in der Wüste vergleichbar. 4., Des Säuglings Zunge klebt an seinem Gaumen vor Durst; die kleinen Kinder fordern Brod, niemand ist da, es ihnen zu reichen. 5., Die sonst Leckerbissen aßen, verschmachten in den Straßen, die auf Purpur erzogen wurden, lagern im Kot. 6., Die Schuld der Tochter meines Volkes ist größer als die Sünde Sodoms, das plötzlich unterging und niemand Hand daran legte. 7״ Ihre Gekrönten waren heller als Schnee, klarer noch als Milch, ihr Ansehen röter als Korallen, ihre Gestalt dem Saphir ähnlich. 8״ Dunkler als schwarz ist jetzt ihr Antlitz, unkenntlich auf den Straßen; ihre Haut klebt an den Knochen, dürr wie Holz. 9״ Glücklicher sind die durch das Schwert Gefallenen als die durch den Hunger Dahingerafften, die dahin schmelzen durchbohrt von der Dürre des Feldes. 10., Zarte Frauen kochen mit eigenen Händen ihre Kinder, daß sie ihnen zur Speise dienen; so ist zerrüttet die Tochter meines Volkes. 11., Gott hat seinen Grimm entladen, seines Zornes Glut ausgegossen und ein Feuer angesteckt in Zion, das verzehrt ihre Grundfesten. 12., Weder die Könige der Erde noch die Bürger der Welt glaubten, daß Feind und Dränger in die Tore Jeruschalajims einziehen. 13., Ob der Sünden ihrer Propheten, der Frevektaten ihrer Priester, die in ihrer Mitte das Blut der Gerechten vergossen. 14., Sie schweiften blind in den Straßen umher, besudelt mit Blut, daß niemand ihre Kleider berühren mochte. 15., ״Hinweg Unreine“, rief man ihnen zu, ״weichet, rühret nichts an“; so flüchteten und fliehen sie. und die Völker sagen, sie dürfen nicht länger weilen. 16., Der Zorn Gottes hat sie zersprengt, nicht schaut er mehr auf sie, weil sie das Ansehen ihrer Priester nicht geachtet und Greise nicht geschont. 17״ Unsere Augen schmachteten noch nach Hilfe, aber vergeblich; wir hofften auf ein Volk, das uns nicht helfen konnte. 18״ Sie hemmten unsere Schritte, daß wir in unsren Straßen nicht gehen konnten; unser Ende nahte, unsere Tage sind um, denn das Ende ist da. 19״ Schneller als die Adler des Himmels waren unsere Verfolger; auf den Bergen setzten sie uns nach, in der Wüste lauerten sie auf uns. 20״ Unser Lebensodein, der Gesalbte des Ewigen, ward in ihren Netzen gefangen; wir glaubten unter seinem Schatten unter Völkern leben zu können. 21״ Freue dich nur und jauchze Tochter Edoms, die du wohnst im Lande Uz, auch an dich wird' der Kelch kommen, du berauschest dich, wirst dich entblößen. 22״ Zu Ende ist deine Schuld, Tochter Zions, er wird dich nicht mehr vertreiben! Doch deiner Schuld gedenkt er, Tochter Edoms, deine Sünden deckt er auf! Eine konservative Äußerung über Palästina. Unter dem Titel ״Eine jüdische Republik in Palästina?“ veröffentlichte die in Berlin erscheinende konservative Zeitung ״Der Reichsbote“ in ihrer Nummer vom 2. Mai 1917 einen Aufsatz aus der Feder Gustav von Dobler’s, der sich für die Realisierung dieses Gedankens mit Hilfe der Zentralmächte einsetzt. Ausgehend von dem großen Interesse, das in letzter Zeit in der englischen Öffentlichkeit dem zionistischen Gedanken entgegengebracht wird, sucht der Artikel nachzuweisen, daß England! damit in erster Reihe imperialistische Pläne verfolgt, indem es einen jüdischen Staat in Palästina als Bindeglied zwischen Ägypten und Indien hersteilen will. Diesen Plänen müssen die Zentralmächte zuvorkommen, indem sie sich selbst des zionistischen Gedankens annehmen. Das;Blatt schreibt: ״Dine starke Türkei ist dank der weisen Voraussicht unseres Kaisers seit Jahren Gegenstand vieler mühevoller politischer Arbeit gewesen. *Wir

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