Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 29 (20.7.1917)
- Date
- 1917-07-20
- Page
- Seite 327 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 29 Das Jüdische Echo 327 tefe'e»?3 1 aalj d>e Opfer. 1und^i te1ge׳״ng ertah. Verstorbenen zu SV'OII zu nennen,!Srae| heimisch, inzeläußerungen!enstliche Form Lfat, steht trotz ht rest. Die An- Jnd zwar nicht nden sei, grün- *י Jtn jüdischen chende Berner-;chriiten. Doch «׳eiche im Einlassen, auf ein da gleichartige ar an einen Benüpfen und das tholischen Kul- ' aui die Praxis stel zurückzu-! feststand, an!)geschiedenen, rer, der durch chneten Olau- Gebete zu gemlaren iür das i genannt, die :her ein. Diese der fast überld in knappen Wohltäter, sontheit nannte, ewigten jener die Aufzeidiher die neben Seelenheil ge- Ausführliche ken der Verins bekannten sie gehören st überall der rzeichnis von , in welchen vielfach sind; — namenf- - ihre Glanmußten. Verch Märtyrer- Umfang eines umfassendes Nur das Ge- 1 zu Grunde Bande eine! r die Juden• es Vorzugs- Nürnberger weise sich dazu eignet, Anlage und Zweck solcher Schriftdenkmäler klar zu stellen. Der Inhalt eines solchen Buches kam ganz oder teilweise bei der Seelenfeier, die mit der feststehenden Formel ״ נשמת .. . יוכר אלהיםGott möge gedenken der Seele . . anhob und in ähnlicher Weise schloß, zur Verlesung. Die Spezialverzeichnisse der Marterstätten und die ListÖn der gefallenen Opfer dagegen wurden nur am Sabbath vor dem Wochenfeste und am Sabbath vor dem 9. Ab, dem Tage der Trauer um den Fall Jerusalerns, in das Gebet eingeschlossen. Der ursprüngliche Name des Gedenkbuches war der Bibel entlehnt. Man nannte es entweder nach Mal. 3, 16 ספר וכרוך Oder nach Esther .6, 1 ״ ספר הזכרנותGedenkbuch“. Später wurde auch ״ ספר הוכרת נשמותBuch des Seelengedächtnisses“ gebraucht, welcher Titel aber bald durch die allgemeine, für eine ähnliche Literaturgattung auch in christlichen Kreisen übliche Bezeichnung Memorial- oder Memorbuch verdrängt wurde. Die Benennungen Seelbuch und Totenbuch finden sich nur selten und kommen nicht zu allgemeiner Geltung. Das älteste, aus den Stürmen der Vergangenheit gerettete Memorbuch ist 1296 von Isak ben Samuel aus Meiningen in der im Mittelalter hervorragenden Gemeinde Nürnberg angelegt und am 15. November jenes Jahres bei der Einweihung einer neuen Synagoge daselbst seiner Bestimmung übergeben worden. Die wenigen Eintragungen, welche es damals enthielt, waren korrekt in mustergül'tiger. hebräischer Quadratschrift abgefaßt. An eine schlichte Einleitung schlossen sich das Ritual des sabbathlichen Seelengedächtnisses und ein Verzeichnis, welches die Namen der von ca. 1280 an verstorbenen Nürnberger und die für sie gewidmeten Spenden enthielt. Da das Blatt, auf welchem die Einleitung beginnt, die Seitenzahl 46a trägt, so ist anzunehmen, daß dem Buche ein Teil voranging, welcher, dem Wesen des Ganzen entsprechend, über Verfolgungen im allgemeinen berichtete, Elegien oder ähnliches enthielt. Der Schreiber setzte dann bis in die stürmischen Tage der fränkischen Verfolgung unter Rindfleisch das begonnene Werk fleißig fort, buchte die einzelnen Todesfälle, die Hinterlassenschaften für die Gemeinde und für die einzelnen Zweige ihrer Verwallung, die zur Linderung der Armut bestimmten Spenden und stellte bis zum Sommer 1298 alle ihm zugänglichen Listen, welche die seit den Kreuzzügen für die Religion gefallenen Opfer verewigte, zusammen. Die Liste der Markt-Bibarter Märtyrer von 1298 war die letzte, welche er niederschrieb. Bei dem Blutbade, welches die Schergen Rindfleischs am 1. August 1298 in Nürnberg anrichteten, fällt ein Isak ben Samuel mit seiner Gattin Goldlin und seinen fünf Kindern, und wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir ihn mit dem Schreiber des Memorbuches identifizieren. Nach Isaks Tode setzten Andere sein Werk fort, indem sie entweder von Fall zu Fall die einzelnen Sterbefälle oder größere Teile aus seiner ersten Niederschrift in einem Zuge eintrugen. Dies wurde bis zum Jahre 1346, also fast bis in jene Tage fortgeführt, in welche die jüdischen Gemeinden Deutschlands der allgemeinen Vernichtung preisgegeben werden sollten. Neben denen, wel,- che eines natürlichen Todes gestorben waren, mußte man auch diejenigen verzeichnen, welche in deutschen Landen gewaltsam hingeschlachtet waren. Die ruhelose, schreckliche Zeit vom 1. August 1298 bis zum Jahre 1349 bot zu diesen Auf- Zeichnungen vielfach Gelegenheit, wie dies die Totenlisten bezeugen. Dieses Gedenkbuch taucht später in Mainz wieder auf, vervollständigt durch ein zweites Nekrologium der Nürnberger Synagoge, welches die Zeit von 1373 bis 1392 umfaßt. Wann es aus der Reichsstadt Nürnberg in die Schwestergemeinde Mainz gewandert ist, läßt sich nicht nachweisen. Doch darf man die Vermutung aussprechen, daß es Anfang des 15. Jahrhunderts oder Mitte des- Jödlsehlorse in d. gesamt. Kontor- Praxis: Färbergraben 32. Aufnahme täglich / Cr 111117 vor Uebersißimg Ullllulu bietet eine rieht. 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