Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 26 (29.6.1917)
- Date
- 1917-06-29
- Page
- Seite 295 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 Das Jüdische Echo 295 Am 13. Januar 1889 verschied er nach längerer Krankheit in seinem Wiener Palais. Auf seinen Wunsch wurde er in seine Heimat Kriegshaber überführt und auf dem alten, idyllischen Judenfriedhof dortselbst durch den Augsburger Rabbiner Dr. Groß beerdigt. Er war ein guter Mensch, ein aufrechter Jude, auf den wir stolz sein können und dessen Andenken wir nie vergessen sollten. Ludw. La ... Äus der Welt des Chassidim. Von Chaim Bloch, Delatyn. Das Kind im Brunnen. Rabbi Meier von Przemyslany saß einmal am Sabbath bei der Mittagtafel. Da begann er zu reden: „Wann.wird endlich Nacht werden, damit Meier reisen kann?“ So sprach er an diesem Sabbath unzählige Male, und niemand wagte ihn um Aufklärung zu bitten. Als es schon zu dämmern begann, befahl er rasch, seinen Wagen zur Fahrt bereitzustellen, nahm einige Chassidim mit sich und fuhr fort, ohne jemandem sein Reiseziel zu nennen. Die Mitreisenden schliefen ein und erwachten erst als der Wagen vor einem Ziehbrunnen hielt. Sie sahen sich zu ihrem Erstaunen nicht weniger als fünfzig Meilen von Przemyslany entfernt. Rabbi Meier begab sich eilends zum Brunnen, ließ den Schöpfeimer hinunter und zog ein Kind heraus, das schon bewußtlos war. Der Rabbi begann das Kind zu wärmen bis es Lebenszeichen von sich gab. Dann sprach er zu seinen Leuten: „Hat Meier nicht den Sabbath entweihen dürfen, um ein Menschenleben zu retten? Hätte Meier noch einige Sekunden gezögert, so wäre das Kind tot gewesen. Nun aber hat Meier ein Kind vom Tode gerettet.“ Wie das Kind in den Brunnen gelangt war, blieb ein Geheimnis. Ein Büßender. In der Bukowinaer Stadt Suczawa war ein sehr reicher Mann, namens Nathan Simon, der in den Kreisen der Aufgeklärten viel galt, einen ausgedehnten Handel nach Rumänien betrieb und auch eine Niederlassung in Galatz hatte. Er lebte gut und behaglich und doch war er unglücklich, weil ihm Kindersegen versagt war. Als er einmal nach Galatz reiste, fuhr seine Gattin nach Przemyslany zu Rabbi Meier, damit er für sie Kinder vom Himmel erflehe. Da frug sie der Rabbi: „Warum kommt nicht dein Mann zu mir?“ Und die Frau sagte der Wahrheit gemäß, ihr Mann gehöre den Kreisen der Aufgeklärten an und habe zu den Zadikim kein Vertrauen. Darauf befahl der Rabbi: „Fahre nach Hause, und wenn dein Mann von Galatz zurückkehrt, so sage ihm in meinem Namen, er solle gleich nach Przemyslany abreisen. Als Zeichen sage ich ihm, ich wisse genau, was er am Tage vor seiner Abreise von dort im Gasthause getan habe.“ Und der Rabbi sagte ihr auch, was er dort getan hatte. Die Frau reiste nach Hause, und als ihr Mann nach einigen Tagen eintraf, sagte sie zu ihm: „Was wird aus uns werden, da wir keine Nachkommen haben? Folge meinem Rat und reise nach Przemyslanly zu Rabbi Meier, er wird für uns zum Herrn beten, und wir werden mit Gottes Hilfe Kinder haben.“ Als Nathan Simon die Worte seiner Frau hörte, begann er zu spotten und vom Rabbi mit Hohn zu sprechen. Da sagte seine Frau: „Wisse, daß ich vorher bei ihm war und er sagte, daß du zu ihm kommen sollest; er sagte mir auch als Zeichen für dich, daß du am Tag vor deiner Abreise von Galatz im Gasthaus das und das getan hast. Als Nathan Simon dies hörte, erschrak er sehr; er begann nachzudenken, wie er die Reise nach Przemyslany verheimlichen könne, denn er schämte sich, seinen Freunden einzugestehen, daß er zu den Chassidim gegangen sei. Er sagte daher, er fahre nach Lemberg. Als er bei Rabbi Meier in Przemyslany erschien, begrüßte dieser ihn wie gewöhnlich und frug ihn: „Von wo bist du?“ Nathan Simon erwiderte: „Von Suczawa“. Der Rabbi frug weiter: „Und was führte dich hierher?“ Er antwortete: „Ich bin zum Rabbi gekommen.“ Da lachte der Rabbi und sagte: „Du sagtest zu Hause, du fährst nach Lemberg? Daher fahre zurück und miete einen Wagen nach Przemyslany und sage deinen Genossen, du reisest zu Rabbi Meier.“ Nathan Simon blieb kein anderer Ausweg als so zu tun. Als er nochmals beim Rabbi erschien, segnete ihn dieser und sagte ihm voraus, er werde ein Kind bekommen, was auch innerhalb eines Jahres geschah. Nathan Simon gehörte nun zu den eifrigsten Chassidim von Przemyslany und ward zu den „Gardisten“ gerechnet. „Ein Jud, ein Jud.“ Einst sagte Rabbi Meier von Przemyslany zu seinem Anhänger Nathan Simon von Suczawa: „Nathan Simon, wisse, es wird kommen ein Jud. ein Jud, dem sollst du eine Gefälligkeit erweisen, so wird er sich dir nach seinem Tode gefällig erweisen.“ Nach einiger Zeit mußte Rabbi Israel von Rishin aus Rußland flüchten, da gegen ihn die Anklage erhoben wurde, er gebe sich für den König der Juden aus. Unter großen Gefahren entrann er den vielen Regierungshäschern und kam bis zur österreichischen Grenze. Als dies Nathan Simon erfuhr, begab er sich gleich nach der nahegelegenen Grenze und trug den Rishiner auf seinen Schultern über die Eisdefcke üesi Pruthflusses. Da versprach ihm der Rabbi, er solle des Paradieses teilhaftig werden. Büchsensammlung des Jüdischen Nationalfonds Pessach 5677. Koroncsyk 5.63, J. Feuchtwanger 3.47, M. Feuchtwanger 6.89, Lola Freylich 1.44, Goldfarb 2.36, Diainand —.61, Blau —.80, N. Sturm 3.—, Deutsch 1.19, Hohenberger 4.—, Mysliborsky 3.—, Altmann —.99, Schindel 2.20, Schorr 4.60, Fleischer 4.60, Kassriels 2.20, Weiß 3.45, Levy 2.78, Jam 1.68, Seligsohn 1.15, Horn 1.—, Wiiesenart Mönchen, Residensstraße 3 (Eingang Hofgraben) Tel. 27946 Erledigung aller ins Bankfach einschlägigen Geschäfte