Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 25 (22.6.1917)
- Date
- 1917-06-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Bayerische Blätter für die jüdischen Ängelegenheiten sErscheinungszeit: Jeden Freitag. \ Bezug: Durch die Postanstalten oder V den Verlag — Bezugspreis: f Viertelj. M. 1.—, Halbj. M. 2.—, Qanzj. jj M.4.—,Einzelnummer 10PI. — Verlag f des „Jüdischen Echo“: München, Her- Izog Maxstr 4 — Redaktion: Helene I Hanna Cohn, München, =jB«5M||§ Anzeigen: Die viergespaltene p Nonpareille - Zeile oder deren Raum j 40 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— ] Anzeigenannahme: Verlag des „Jüdischen Echo“, München, Herzog Maxstraöe 4. Fernsprecher: 53099. Postscheckkonto: München 3987. Nummer 25 München / 4. Jahrgang 22. Juni 1917 Die Lage in Palästina. Wie aus brieflichen Nachrichten sowie aus den Erzählungen von Personen hervorgeht, denen es gelungen ist, nach der Evakuation von Jaffa nach Deutschland zu gelangen, ist die Lage in Palästina zur Zeit sehr schlimm. Schon vor der Evakuierung war beispielsweise in Jerusalem die Not so groß, daß täglich zahlreiche Einwohner, die vor Hunger erkrankt waren, Aufnahme in den Spitälern suchten, ohne daß diese noch in der Lage gewesen wären, die Hilfesuchenden aufzunehmen. Nachdem nun 9000 Vertriebene durch das Land irren, ist natürlich die Not noch gewaltig gestiegen. Die Kolonie Pethach Tikwah, wohin sich die Flüchtlinge zuerst wandten, war trotz aufopfernder Bemühungen der Kolonisten, die sich gerade zur Feier des Pessachfestes angeschickt hatten, und trotz der rastlosen Arbeit des Herrn Dr. Auerbach, der die Unterbringung der Geflüchteten in Schule, Kindergarten und an anderen Orten leitete und Lebensmittel an sie verteilte, natürlich nicht imstande, alle Heimatlosen aufzunehmen. Hunderte mußten unter freiem Himmel kampieren und hatten nicht einmal die Möglichkeit weiter zu gelangen, da sie von der Beförderung durch die Eisenbahn ausgeschlossen wurden. Auch die Weiterbeförderung nach Galiläa hatte ihre großen Schwierigkeiten: die dortigen Kolonisten hatten, trotz der im Gange befindlichen Erntearbeiten, alle verfügbaren Wagen und Pferde zur Verfügung gestellt, doch wuüde eine große Zahl derselben unterwegs für militärische Zwecke requiriert. Die Flüchtenden leiden unter furchtbarem Hunger und Durst, der ungeachtet der hingebenden Tätigkeit der jüdischen Bevölkerung nicht gestillt werden kann, da die Mittel hierzu fehlen. Selbstverständlich ist unter den obwaltenden Bedingungen die Sterblichkeit erschreckend groß. , Wie aus den Berichten hervorgeht, ist das Land mit Lebensmitteln reichlich Versehen, nur fehlen der vom Unglück verfügten jüdischen Bevölkerung die notwendigen Geldmittel zu deren Einkauf. Die Furchtsamen und ihre Mittel. (Im Anschluß an den Artikel im „Jüdischen Echo“: „Die Furcht vor den Ostjuden“.) Von S. Hirschhorn, Warschau. Daß bei manchen deutschen Juden — oder vielmehr „jüdischen Deutschen“ —■ eine Furcht vor der „Invasion“ von uns Ostjuden nach Deutschland besteht, ist für uns kein Geheimnis. Wir wissen es und obwohl es an und für sich sehr peinlich ist, von den eigenen Brüdern von vornherein als künftige „lästige Ausländer“ behandelt zu. werden, bedauern wir eher die betreffenden Herren, als wir es ihnen verargen. Denn auch die Beweggründe dieser Angst sind uns gut bekannt: ein starker Zufluß eines traditionell-jüdischen Elementes würde die Assimilation in Deutschland gefährden und zugleich den Antisemitismus fördern. Das schreckt diese Herren ab, und sie möchten uns in irgend einer Weise los werden. Wir sind schon an vieles gewöhnt, und ich werde hier nicht an die Moral appellieren, umsomehr, da ich weiß, daß dies diese Herren nicht Was wissen Sie von jüdischen Dingen? Kennen Sie die Strömungen innerhalb des deutschen Judentums? Sind Sie unterrichtet über die Stimmung der deutschen Parteien gegen die Juden? besonders in Bayern? Wissen Sie von den Vorstössen, die der Antisemitismus täglich unternimmt, um das Judentum in Heer und Heimat zu verdächtigen? Kennen Sie die soziale und politische Stellung der Juden in den verbündeten, feindlichen, neutralen Ländern? in den besetzten Gebieten? Ist Ihnen ein Organ bekannt, das die bayerischen Juden zu einer Einheit zusammenfassen will, zu einer Zeit, da alle: Gruppen nach Einheit streben? Sie finden Belehrung über alle jüdischen Fragen im JÜDISCHEN ECHO«. Abonnieren Sie das „JÜDISCHE ECHO(t. — Der geringe Bezugspreis von M. 1_vierteljährlich (itrotz der erhöhten Herstellungskosten) erleichtert Ihnen die Bestellung. Abonnieren Sie sofort für das 3. Vierteljahr bei Ihrer Post oder schriftlich beim Verlag B. HELLER, MÜNCHEN, Herzog Maxstrasse 4 ^439078^6276