Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 18 (4.5.1917)
- Date
- 1917-05-04
- Page
- Seite 211 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 18 Das Jüdische Echo 211 Tun und Reden der Menschen offenbar wird, darin die göttliche Weisheit dem Frommen zu einem künstlerischen Erlebnis wird, das sich ihm als eine Melodie über die Lippen drängt. (Beim Studium über die Ornamentkunst der orientalischen Völker gelangte ich zu der Überzeugung, daß jedes der seit Jahrhunderten feststehenden, wenn auch hundertfach variierten Ornamente des Orients einem bestimmten religiösen Erlebnis entspricht; die Entstehung der Melodien der Chassidim, die bei Perez eine so große Rolle spielen, scheinen mir der jener Ornamente nahe verwandt). Wer die Geschichten des Leib Jizchok Perez liest, der wird sich nicht nur wundern, daß es eine so seltsame Welt gibt, in der kleinlichster Alltag und tiefstes Erlebnis des Übersinnlichen einander durchdringen, sondern er wird — sofern er ein Jude ist — auch stolz sein, daß dies die Quellen sind, aus denen die geistige Kraft seiner Brüder im Osten fließt. Und viele, viele Gedanken werden ihm kommen über die schier unüberbrückbare Kluft im Empfinden des Juden und dem des — man muß wohl sagen: Europäers. Bleibt noch übrig, von dem künstlerischen Wert der chassidischen Geschichten zu sprechen. Vielleicht ist dem Westjuden ebenso wie dem Nichtjuden manches im Empfinden und der Umgebung der geschilderten Menschen allzu fremd als daß er vom Wundern zum reinen Genuß gelangen könnte, aber die Inbrunst der Erzählung „Die Kabbalisten“, die Dramatik in „Wenn nicht noch höher“, die Weisheit in „Thora“, die Komik des „Närrischen Batlen“ sind so allgemeinmenschlich und mit so großer künstlerischer Kraft herausgearbeitet, daß sie ein — vom Staunen über das Geschilderte sich entfernende — Staunen über die meisterhafte Schilderung im Leser erwecken und ihm den Nachhall unvergänglicher menschlicher Gefühle im Herzen lassen. Alexander Eliasbergs Übersetzung ist dem Originaltext allenthalben mit feinem Verständnis gefolgt, wiewohl es schwer ist, die Seltsamkeiten, die Perez einem Kreise von Eingeweihten im zwanglosestem Plauderton vorträgt, darin manche rein familiäre Wendung erscheint, dem Fernstehenden in der gleichen Weise wiederzugeben. Helene Hanna Cohn. „Das Erwachen“. Unter diesem Titel beginnt demnächst in Zürich ein „Organ der jung-jüdischen Bewegung“ zu erscheinen. Die Herausgeber sagen in ihrer Ankündigung u. a. Folgendes „Unser jetziges Geschlecht fühlt die Notwendigkeit, sich ein poltisches Urteil über die neugeschaffene Lage des jüdischen Volkes, über die Fülle der neuen durch den Krieg hervorgerufenen Aufgaben und über die Möglichkeiten einer radikalen Lösung der Judenfrage zu bilden. Allseitige und gründliche Behandlung der Fragen des jüdischen Lebens vom Standpunkte der jung-jüdischen Bewegung ist die Hauptaufgabe unserer Zeitschrift.“ Die Mitarbeiterliste enthält die bekannten Namen der in der Schweiz befindlichen Vertreter des nationalen Judentums. Die Zeitschrift, die in einem neutralen Lande erscheint, will einen rein-nationalen Standpunkt vertreten. Daher will sie auch versuchen, eine Aussprache zwischen den in den verschiedenen Ländern wohnenden Repräsentanten der jung-jüdischen Bewegung anzuregen und auf diesem Wege unsere nationalen Forderungen zum Ausdruck zu bringen. PF* Fortsetzung auf der dritten Umschlagseite. WILLY HERRMANN Dentist Schwanthalerstraße 21/111 Sprechstunden für Zahnleidende: 9—12 und 2—6 SCHREIB * BÜRO ». Müllen SIEGFRIED München, Schützenstr. la/il I (Kontorh. Imperial) Te’.EEESil StlUiuälfteateriDfcftie&caM. SnA. StffW&hcr iMne Herren T{SacAe u Sßocbvrwen 9/Üinchen, Sßcucimilianatr *tl. <§o£Ö£!T erf&ien: <&a6 €ieö ö£v OXa’ure &fifö£n au6 ö£tffr€>ri£ii1 oon<£bgar St£cn Cdn£n 'Mt. 3.-. IPorto 20 ^>fg. <Ein£ Sammlung v. 6f/> grn» u. QlQäpIungm, bte b£n dg£navt. 2>auÖ£r b£6 f£tn£n £)ctent6 änbving* lief) u. brutlid) D£cmitt£ft. (£ln£ Unterhaltung 6tef* tür£ u.l)ol)£m bid)t£nfd)£n IDrrtu.priddnbtmOiti^ <jfr. <§cg6ofb'6 U£riag66ud)h- £ £ 3Hün0en L | "sr,$r München “ssr a! Israel. Töchterpenstonat , I Frau Apotheker Rothsehllü Ww. I Telephon 40157 *S***~S > Americ. Surgeon Dentist * \ OSKHR STUHL l.d.s. Nach!, iOSE F HERZOG SchUlerstr.43/I Tel. 52600 ordiniert von 10—1 u. 3—5 Uhr. Sonntag nur nach vorheriger Anmeldung.