Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 17 (27.4.1917)
- Date
- 1917-04-27
- Page
- Seite 200 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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200 Das Jüdische Echo Nr. 17 aufgesucht habe, nicht um von ihm Thoradeutungen zu hören, sondern um zu sehen, wie er seine Schuhe anzieht und bindet; das sei viel wichtiger. „Denn was sind Thoradeutungen? Der Mensch muß in seinen Handlungen, seinem Sprechen, seinem Betragen und seine Verbindung mit Gott die Thora sein.“ Solche und ähnliche von hohen sittlichen Gedanken getragene Äußerungen waren Anlaß zu den Beschuldigungen, daß die Chassidim das Studium der Thora und die Erfüllung der Gebote als nicht erstrebenswert hielten. 5. Der Weg zur inneren Verschmelzung mit Gott ist das Gebet. Das Vonsichabschütteln aller niederen Leidenschaften und die Befreiung von jedem Pessimismus ist die für das Betreten dieses Weges notwendige Vorbedingung. Die Majestät Gottes ruht nicht dort, wo Traurigkeit waltet. 6. Nicht der Mensch ist Gott gefällig, der viel studiert und betet, sondern der g u t f ü h 11. Ein Mensch, der nicht einmal lesen kann, aber gut fühlt, hat mehr Ansehen im Himmel als ein gefühlloser Schriftgelehrter Die richtigen Formen des Chassidismus baute jedoch erst der Schüler Baalschems, Rabbi Dow Beer Magid in Mizricz (1700—1772) aus. Für ihn war die ganze chassidische Lehre ein Universum der Liebe: Gottesliebe, Menschenliebe. Er zeigte eine seltene Toleranz gegen seine Feinde, die Verfolger der Chassidim. Nach seinem Tode erst entbrannte der heftige Kampf mit den konservativen Misnagdim und den freisinnigen Maskilim, und die Chassidim hatten sich gegen zwei Übermächte zu verteidigen, denen sie ein Dorn im Auge waren. Doch gewannen sie immer die Überhand. Ich schließe mit den Worten des großen jüdischen Denkers Hillel Zeitlin: „Die polnischen Juden müssen fromm, ernst und klug den teuren Schatz bewahren, den ihnen der Unendliche mit seinen Rechten in seiner großen Huld geschenkt hat: die Glorie, die auf den jüdischen Propheten von Podolien und Wolhynien ruht: dem Baalchem, dem Magid von Mizricz, Rabbi Nachman Bratzlawer, dem Raw von Ljadi, auf ihnen und ihren Schülern und Nachfolgern, den Schatz von Gottesfurcht, Demut, Ergebenheit, Heiligkeit, Weltgedanken und Weltgesichten, in dem Keime einer alt-neuen Weltreligion ruhen, welche die Menschheit erneuern, erheben und von allem Falschen, Niedrigen und Gemeinen erlösen wird... Der Chassidismus in Polen muß zurückkehren, wenn er nicht untergehen will — und er darf nicht untergehen, „denn ein Gedanke, der von der höchsten Weisheit stammt, kann nicht vernichtet werden“ — zurückkehren zum Baalschem und seinen gottbegnadeten Schülern. Man muß den Chassidismus zuerst wieder an seine Ouelle zurückbringen, dann wird er die Geister und Gemüter aller Menschen befruchten. Weit, weit über Polens Grenze muß das heilige chassidische Wort getragen werden, weit sogar über das ganze jüdische Volk, und dieses Wort soll mit seiner Macht und Innerlichkeit alle Menschen rufen und wecken zur wahren Liebe, zur wahren Gerechtigkeit und zur wahren Herrschaft des Himmels.“ Berichtigung. Im Aufsatz „Ein Vortrag über die Kabbala“ in der letzten Nummer sind folgende Druckfehler zu berichtigen. Seite 187, Zeile 22 von oben: statt KD» — »DK Zeile 24 von oben: statt mikroskopisch — mikrokosmisch. Zeile 26 von oben: statt □’ — D’D. . AUGUST BORDAN H. Neuhäuser’s Nachfolger München Theatinerstraße 44/1 (Eingang Perusastraße) Feine Herrenschneiderei Erstklassige Herrengarderobe u. Uniformen Großes Stoff- Lager in in- und ausländischen Fabrikaten Telephon 23417 Ohne Seifenmarken! flP“ Stück-Waschmittel SCHNEEWEISS Kriegsamtlich genehmigt. Gleicht in Größe, Form und * arbe weißer Kernseife und wird auch so angewendet. Vorzüglich für farbige und besonders für weiße Wäsche geeignet. In weißen Stücken von ca. 250 g 50 Stück 11.— Mk. 100 Stück 20.— Mk. mit Verpackung. Mustersendung nicht unter 3i) Stück. Versand nach auswärts nur gegen Nachnahme. Ständige Nachbestellungen und Anerkennungen. Alleiniger Fabrikant: SeMHl.WerjüicteumsM ZnschBelde-Nlh-Lehr-. M. Mensing, Kaufingerstr. 25/II Damen aller Stände, können ihre Garderobe selbst anfertigen nach bewährter Methode ohne Schnittzeichnen, sowie Weißnäh-, Putz-, Servier-, Frisier-Kurse, Manicur. Tages- und Halbtags-, Separat- und Schnell-Kurse. Vorteilhafte Verwendung alter Sachen. — Z. Z. Preisermäßigung. Illllllllllllllilllllllllllllllllillllll ..... Jiidlscblarse ln d. gesamt. Kontor- Praxis: Färbergraben 32. Crhn|7 vor UeDersleoernng VltUUIIl bietet eine rieht. Bm.hr wesen u. Ordnung. Dir.^Alb. Kurtz, Bücherrevisor. Aufnahme täglich! .X'' EINE schöne gewandte Handschrift nach anerkannter diplom. Methode \ — sowie ein guter Brief- ^^^Estil hilft jeden Erfolg sichern! Alle Fächer! Jedes Alter! illlllllllllllllllllll^ .. CA bei den Inserenten || U T A des Jüdischen Echos Kauft i '*r«?r Mmlien "ssr i! Israel. Töditerpensionat { I Frau Apotheker Rothschild Ww. I Telephon 40757 Drsck Md Verlagt B. Heller, Bmchdmckerei, Manches, Herzog Maxitr. 4. VerMtvsrtlich fIr die Redskties i. V.: H. W. Stöhr, Münches — fir des Anzeigenteil i H. W. Stikr, Mischte 5