Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 16 (20.4.1917)
- Date
- 1917-04-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Angelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag — Bezugspreis: Viertel]. M. 1.—, Halbj. M. 2.—, Ganzj. M.4.—, Einzelnummer 10 PL—V erlag des „Jüdischen Echo“: München, Herzog Maxstr 4 — Redaktion: Helene Hanna Cohn, München, (Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 40 PL — Bei Wiederholungen Rabatt— Anzeigenannahme: Verlag des „Jüdischen Echo“, München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 53099. Postscheckkonto: München 3987. Nummer 16 München / 4. Jahrgang 20. Äpril 1917 Die neue Augsburger Synagoge, Nach welchen Grundsätzen soll man heutzutage eine Synagoge bauen? Bisher erschienen nur zwei Möglichkeiten offen: entweder den sattsam bekannten pseudo-jüdischen, maurisch-byzantinischen Stil, in dem in den letzten Jahrzehnten alle neuen Synagogen von Paris bis Odessa erbaut wurden, neu zu variieren, oder eine der klassischen alten Synagogen (wie z. B. die Prager Altneu-Schul) zu kopieren. Man griff in allen Fällen zu der ersten Möglichkeit, weil die zweite doch allzu gewagt schien. Noch gewagter war aber die dritte, an die wohl niemand dachte: für den neuen Juden einen ganz neuen Synagogentypus zu schaffen, der aber nicht nur modern, sondern zugleich auch vom urjüdischen Geiste beseelt sein müßte. Zwei junge Münchener Architekten, Ing. Fritz Landauer und Dr. Heinrich Lömpel machten sich als die ersten an diese schwierige Aufgabe heran und lösten sie so glänzend, daß ihr Werk fortan als das klassische Beispiel, der neu-jüdichen Synagoge gelten müssen wird. Sie haben ihre Synagoge weder im maurischen, noch im byzantinischen, weder in einem konstruierten altjüdischen noch neudeutschen, nicht einmal im allgemein „orientalischen“ Stile erbaut. Der Stil ist für unser Empfinden neujüdisch, wie der Stil der besten Erzeugnisse der Bezalel- Werkstätten, oder wie der Stil gewisser neujüdischer Bücher. Die Künstler scheinen aber diesen Stil in keiner Weise intellektuell, sondern rein