Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 12 (23.3.1917)
- Date
- 1917-03-23
- Page
- Seite 139 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, 12 Das Jüdische Echo 139 Eine Statistik der jüdischen Schulen, die von Warschauer jüdischen Gemeinde erhoben wurde, ergibt die Zahl von 23 291 jüdischen Schülern, die derzeit die von der Gemeinde und jüdischen Institutionen errichteten (19 946) und die allgemeinen städtischen Schulen (3345) besuchen. Doch ist zu konstatieren, daß noch viele Tausende Kinder ohne Schulunterricht verbleiben müssen. Russisch-jüdische Hilfsaktion für Polen und Litauen. Mit Erlaubnis des Finanzministers hat das Jüdische Hilfs-Komitee in Petersburg an den russischen Gesandten in Stockholm den Betrag von 300 000 Rubel zu Gunsten der notleidenden Bevölkerung in Polen uijd Litauen überwiesen. Diese Gelder werden unter Beteiligung des Herrn Dr. N. Wi. Tshclenows und des skandinavischen jüdischen Hilfs-Komitees verteilt werden. Ein „Jidisches Theater“ in Holland. In Scheveningen hat ein neues Theater seine Pforten geöffnet, das ausschließlich jüdischer Kunst gewidmet sein soll. Die Darsteller sind Mitglieder des „Jidischen Theaters“ in Warschau und Lodz. Bulgarien. Da der größte Teil der bulgarischen Zionisten im Felde steht, mußte die Arbeit sehr eingeschränkt werden. Das bisher in Philippopel erschienene Blatt „Amischpat“ erscheint nicht mehr. Nur die kleine Monatsschrift „Jüdisches Echo“, die einige junge Leute in Rustschuk herausgaben, kommt in unregelmäßiger Folge in Sofia heraus. Trotz alledem ist man eifrig bestrebt, neue Arbeitsmöglichkeiten zu finden und die vorhandenen Kräfte in der bestmöglichen Weise auszunützen. Man bemüht sich, in allen Städten Propaganda zu machen, das Blatt „Amischpat“ wieder herauszugeben, die Schekelpropaganda zu beleben, die übrigens in Philippopel, Pazardjik und Hascovo bereits gute Erfolge gezeitigt hat, und die Sammlungen für den Nationalfonds zu fördern. Für den Zionistischen Zentralfonds sind im Jahre 1916 3500 Levas aufgebracht worden. Das Hebräische Gymnasium in Jaffa und die Madrider Universität. Durch die Bemühungen von Dr. Jahuda, Professor der Universität Madrid, wurde das hebräische Gymnasium in Jaffa vom spanischen Unterrichtsminister offiziell anerkannt, so daß die Abiturienten desselben als reguläre Studierende der Madrider Universität eingeschrieben werden. Auf diese Weise konnte der Sohn des verstorbenen hebräischen Autors Judah Hareven (Steinberg), welcher Inhaber des Baccalaureats des hebräischen Gymnasiums in Jaffa ist und sich jetzt als Flüchtling in Madrid befindet, als erster jüdischer Student aus Palästina, an der medizinischen Fakultät immatrikuliert werden. Über die Jahresversammlung der English Zionist Federation brachte das „Berliner Tageblatt“ am 12. März folgendes Telegramm aus dem Haag: „Die Londoner Blätter berichten über die vor kurzem stattgehabte Tagung der englischen Zionisten, daß an Stelle des Vorsitzenden Cowen, der den Dienstzwang der eingewanderten Russen befürwortet hatte und auf Grund dieser Haltung das Präsidium aufgeben mußte. Professor Weißmann von der Universität in Manchester gewählt wurde. Auch der Nationalverein für die Rechte der Juden erhielt einen neuen Präsidenten durch die Wahl des portugiesischen Oberrabbiners Dr. Gaster. Dieser hat zusammen mit Cowen und Sokolow, der ebenfalls neu in den Ausschuß des britischen Zionistenbundes gewählt wurde, die Erklärung abgegeben, daß das zionistische jüdische Volk nie der Erfüllung seiner Wünsche so nah gestanden habe wie jetzt, Das neugegründete Britische Palästina-Komitee in Manchester erklärt, es sei unbedingt notwendig, daß Palästina nach Beendigung des Krieges unter Englands Oberhoheit komme, damit den Juden aller Länder Gelegenheit zur Entfaltung ihres nationalen Lebens gegeben sei. Aus anderen Quellen ergibt sich, daß man sich in England bemüht, den Sitz des zionistischen Zentralbureaus von Berlin nach einem neutralen Land, vorzugsweise nach Holland zu verlegen.“ Wie aus dem Bericht des „Jewish Chronicie“ über diese Tagung zu ersehen, beruht die Meldung des „B. T.“ in wesentlichen Teilen auf unzutreffenden Informationen. Das Mitglied des E. A. C., Herr Nahum Sokolow, hat weder früher ein Amt in der Leitung des englischen Zionisten- Verbandes bekleidet, noch ist er auf dieser Jahreskonferenz in die Leitung der englischen Zionisten- Föderation gewählt worden. Das „neu gegründete britische Palästinakomitee in Manchester“ ist ein christliches Komitee und verdankt seine Entstehung einer bereits in den Jahren 1914/15 einsetzenden Bewegung englischprotestantischer Kreise für den Zionismus, die schon damals in politischen Kreisen starkes Aufsehen erregte. Seit Anfang dieses Jahres gibt das Komitee eine Zeitschrift unter dem Namen „Palästina“ heraus. Das Interesse der englischen Öffentlichkeit für die Judenfrage und ihre zionistische Lösung hat überhaupt im Kriege Fortschritte gemacht. Angesehene englische Zeitungen und Zeitschriften wie „Manchester Guardian“ und „The Nation“ haben das zionistische Problem unter politischen Gesichtspunkten behandelt. Trotz mancher Widerstände, besonders von jüdischer Seite, — wir nennen z. B einen sehr scharfen Auflatz in der „Fogtneightly Review“ »— hat die Idee der Lösung der Judenfrage durch den Zionismus auch unter der englischen Jfldenheit an Boden gewonnen. Ein Echo dieses allgemeinen wachsenden Interesses finden wir in den Hoffnungen, die auf der diesjährigen Jahreskonferenz der englischen Zionisten ausgesprochen worden sind. Der Wunsch, den Sitz des Zionistischen Zentralbureaus von Berlin nach einem neutralen Land, vorzugsweise nach Holland zu verlegen, ist in der Tat schon bald nach Ausbruch des Krieges von englischen Zionisten geäußert worden. Die diesjährige Konferenz ist aber-auf diese Frage nicht mehr zurückgekommen. Der Geistliche Pranaitis, der, wie erinnerlich, im Beilis-Prozeß als „Sachverständiger“ der -Anklage eine große Rolle spielte, ist, wie: die „Jewish Chronicie“ meldet, soeben in Petersburg gestorben. Advokat Labori ist soeben in Paris nach längerer Krankheit gestorben. Er war einer der bedeutendsten Anwälte der französischen Republik. In Reims geboren, hatte er in Paris die Rechte studiert, 99 Stata Eingang von Neuheiten. - Umarbeitung aSmtliohar Zutaten. Fassonieren. Preise billigst, MUnchen, Weinstraße 13, altes Polizeigeb.