Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 11 (16.3.1917)
- Date
- 1917-03-16
- Page
- Seite 131 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 Das Jüdische Echo 131 Tag: and nicht in den Gassen von Jerusalem; ich weiß nicht, wieso es kam. — Aber das Wunder, mein Freund, ist, daß ich in den letzten Tagen wieder nach diesen Worten suchen mußte. Und daß das nicht an einer Orangenküste war, sondern nach dem gräßlichsten Sturm, den mein Regiment je mitgemacht hat, wo die Schwerverwundeten auf dem kleinen Notverbandplatz dicht bei der Linie lagen und stöhnten und beteten und fluchten durcheinander und wir zwei Ärzte von einem zum anderen liefen mit Trost und Morphium und hinter aller erzwungener Ruhe am Verzweifeln waren. Die Frontbewegung hatte sich gegen Abend so gestaltet, daß wir und unsere Schwerverwundeten in die Sperrfeuerzone gerieten, ohne Schutz suchen zu können, als die Hölle auf uns losbrach. Aber als es Nacht wurde und ein wenig Ruhe eintrat und die ersten Sanitätspatrouillen kamen zum Abtransport, lehnte ich erschöpft an einem eingefallenen Grabenstück und hörte wieder irgendwo in einer Ecke des kleinen Platzes jenen vertrauten Tonfall. Ich ging dem Klang nach und kam über ein paiar Schlafende zu dem gefangenen französischen Unteroffizier mit dem schrecklichen Bauchschuß. Ich wunderte mich, daß er noch lebte. Sein Zustand war ganz hoffnungslos und wir hatten ihn ein wenig abseits gebettet und ihn nicht den Trägerpatrouillen übergeben, daß er in Ruhe sterben könnte. Er betete. Es war ein Jude, wie ich am Ton hörte... Dort suchte ich wieder nach den wenigen Worten, an denen er sich erfreuen sollte wie die Jüdin aus Aden und wieder fiel mir nichts ein als: „Jisgiadal — le olom — Schema jisroel — weijsgadal“. Aber lächelte nicht der Sterbende, als ich ihm leise dabei über die schwarzen Haare strich?- Manchmal ist es dir, als ob du dich beständig nur in einer fremden Sprache ausdrücktest. Und du suchest vielleicht für alle die vielen Worte im Wind ein einziges Wörtlein, das sie alle ersetzen sollte, wie ein sehnsüchtiger Flötenton zuweilen eine Symphonie — aber dein Suchen macht dich noch trauriger, du findest nichts . . . Gemeindenu.Vereins-Echo Personalien. Der k. Rittmeister Emil Fromm wurde zum k. bayer. Major der Landwehr befördert. Der Oberleutnant Ludwig Joseph wurde zum k. bayer. Hauptmann der Reserve befördert. Zu k. bayer. Leutnants der Reserve wurden befördert die Vizefeldwebel1 Karl Klein und Aug. Mainzer in Infanterieregimentern, Alfred H u ß- 1 e i n und Alfred Cohen in der Feldartillerie, Karl H a a s e in der Fußartillerie u. Moriz Glück bei den Pionieren. Der) Offizierstellv/eirtreter Mlartin W e i 1 h e i - mer wurde zum k. bayer. Feldwebelleutnant in der Feldartillerie ernannt. Der Unterarzt Joseph Thannheimer wurde zum k. Feldhilfsarzt in einem Fußartillere-Batail- Ion ernannt. Zu k. bayer. Stabsärzten der Reserve wurden befördert die Oberärzte Dr. Ernst Loeb (München), Dr. Samuel Moses (Landau), Dr. Alfred Löwenstein (Dillingen). Dr. Joseph Jacob (Zweibrücken), Arnold Frankenau (Nürnberg), Dr. Rudolf Simon (Hof) und W. Berberich (Würzburg). AUGUST BORDAN ü. Neuhäuser’s Nachfolger München Theatinerstraße 44/1 (Eingang Peruaastraße) Feine Herrenschneiderei Erstklassige Herrengarderobe u. Uniformen :: Großes Stoff- Lager in in- und ausländischen Fabrikaten Telephon 23417 Zuschnßidß-MHßlir-Iiisliiiii M. Mensing, Kaufingerstr. 25/il Damen aller Stände, können ihre Garderobe selbst anfertigen nach bewährter Methode ohne Schnittzelohnen, sowie Weißnäh-, Putz-, Servier-, Frisier-Kurse, Manicur. Tages- und Halbtags-, Separat- und Schnell - Kurse. Vorteilhafte Verwendung alter Sachen. — Z. Z. Preisermäßigung. CARiWEIöL LUSTER in Eisen, Messing und Glas, elektrisch und - Gas - Zuglampen mit Nachlaß zu verkaufen. MÜNCHEN MAXIMILfANS-PLÄTZ 14 NÄCHST COTOasMCNUMENT T61-:2?2JT Reparaturen and Neuanfertigungen werden nach Wunsch geliefert. 1 Muiucheii'Maximflians^r 39 F^anÄf^ewerbliche Werka/af leca in Kr iä fall ■ Brande - (Lröße,5 Mutaferl j München "Sr j! Israel. Mterpensionat! I Frau Apotheker Rothschild Ww. I «h» mmm «—• mmnm mmm mmm mmm