Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 7 (16.2.1917)
- Date
- 1917-02-16
- Page
- Seite 82 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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82 Das Jüdische Echo Nr. 7 Neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten betätigte sich Halövy auch erfolgreich als Dichter. 1895 veröffentlichte er in hebräischer Sprache eine Gedichtsammlung, die u. a. Übersetzungen aus Schiller, Byron und Victor Hugo enthielt und von einem starken nationalen Empfinden zeugte. ISanatspr&sident R Eduard Silbermann. I Kaum ein Jahr ist es her, daß wir an dieser Stelle die Ernennung Eduard Silbermanns zum Nachfolger des verstorbenen Präsidenten Heinrich Harburger melden konnten. Und nun ist auch er schon tot. Allzu kurz bekleidete er sein hohes Amt und viel zu früh wurde er den Seinen und seinem Kreise entrissen. Anläßlich seiner vorjährigen Ernennung zum kgl. Senatspräsidenten haben wir den Lebensweg des Verblichenen geschildert. Präsident Silbermann, der lange Jahre dem Vorstand der Münchner Kultusgemeinde angehörte und auch ständiger Besucher der orthodoxen Synagoge war, interessierte sich für alle jüdischen Fragen, war Mitglied vieler jüdischer Vereine und gläubiger Jude. Nie werden wir seine Verdienste vergessen, und nie wird das Andenken an diesen klugen, gütigen und edlen Menschen und Juden verlöschen. Ludwig L. Jüdische Jugend. Tagebuch für die Jüdische Jugend. (Verlag Löwit-Wien.) Kurz vor Ausbruch des Krieges war es; da saßen Blau-Weiße aus den verschiedensten Teilen Deutschlands zusammen, in mondheller, lauer Sommernacht; die Zupfgeigen klangen, und die Wünsche und Gedanken schweiften ins Weite. Kurz darauf kam der 9. Aw, kaum konnte man noch heimgelangen; zerrissen sanken alle jüdischen Träume zu Boden. Efaran mußte ich iimmer und immer wieder denken, als ich das Tagebuch für die jüdische Jugend durchlas, das der Breslauer Blau-Weiß-Führer Marcus, zusammen mit hauptsächlich österreichischen Blau - Weiß - Führern herausgegeben hat. Es ist eine Tat, die Stimmung zu fassen, die herausdringt aus froher jüdischer Jugendlichkeit, die sich bewußt neue innere Werte im Judentum erringen will. Mit gutem Grunde wird vor Bubers Aufsätzen das Wort gestellt; „Wir haben nur einen großen Helfer auf Erden, den wir anrufen können, das ist die Urzeit unseres Volkes.“ Das Buch sucht unsere Gegenwart mit unserer Vergangenheit harmonisch zu verbinden; so in den feinen, innigen Erklärungen der Feste, so in Calvarys Wanderbildern aus Judäa, so vor allem in dem musterhaften Kalendarium, in dem historische Gedenktage, ausgewählte Bibelstellen, meist aus den Wochenabschnitten, und Bilderschmuck sich so gut verbinden, daß jeder ob des frischen jungjüdischen Geistes helle Freude empfinden muß ... Wks damals in den letzten Julitagen des Jahres 1914 in treuester Freundschaft zusammensaß und zusammensang, das; hat der Weltensturm jetzt in alle Winde zerstreut, aber sein Geist lebt noch, so stark wie je, das beweisen die schönen Blätter und Bilder des Tagebuchs für die jüdische Jugend. Jehudi. Gemeindenu. Vereins-Echo (Unsere Loser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von P e r s o n a I n a o h r I o h t e n, die In diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höfllohst eingeladen.) Personalien. Der Sanitätsfeldwebel Joseph Levi, München, wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Der Israelitische Verein Frauenhilfe E. V. hielt am Donnerstag, den 8. Februar eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab, bei der eine Änderung des Namens des Vereins beschlossen wurde. Der Verein soll künftig den Namen „Israelitische Jugendhilfe E. V.“ tragen. Der Grund für diesen Beschluß liegt darin, daß der bisherige Name den Zweck des Vereins nicht richtig zum Ausdruck brachte. Der Verein hat sich seit seiner Gründung bis jetzt ausschließlich durch die Schaffung von Kindergärten, Kinderhorten und die Veranstaltung von Abenden für erwachsene jüdische Mädchen betätigt. Er will in Zukunft seine Tätigkeit mehr der allgemeinen jüdischen Jugendfürsorge widmen. Zu diesem Zweck wurde beschlossen, daß gemeinsam mit der Ortsgruppe München des jüdischen Frauenbundes ein Ausschuß für Jugendfürsorge gebildet wird, der insbesondere alle mit der Fürsorge für die schulentlassene Jugend zusammenhängenden Fragen zu behandeln haben wird. Der Jugendfürsorge-Ausschuß soll sich auch der Angelegenheit der Kriegspatenschaft annehmen, eine Einrichtung, die bisher hier lediglich von den katholischen und protestantischen Jugendvereinen gepflegt wurde, für die sich aber auch innerhalb der jüdischen Kreise ein erhebliches Interesse geltend gemacht hat. (Wir werden auf diese Frage noch ausführlicher zurückkommen. D. Red.) Die Verwaltung der Israelitischen Kultusgemeinde München gibt bekannt, daß die Einhebung der Kultusbeiträge für das Jahr 1917 und zwar der Rate für das erste Halbjahr von Sonntag, den 18. Febr. bis einschl. Freitag, den 23. Febr. d. J. vorm, von 9—12 Uhr, der Rate für das zweite Halbjahr von Sonntag, den 17. Juni bis einschl. Freitag, den 22. Juni 1. J. vorm, von 9—12 Ukr in der Gemeindekanzlei Herzog Maxstr. 7/1 statttfindet. Einzahlungen können auf das Postscheckkonto Nr. 124 geleistet werden. Die Vorausbezahlung des ganzen Jahresbeitrags ist dem Ermessen der Beitragspflichtigen anheimgestellt. Nach Umfluß der Zahltage werden die an denselben nicht eingegangenen Beiträge bei den Pflichtigen unter Erhebung einer Mahngebühr von 20 Pfg. einkassiert. fA bei den Inserenten Ä des Jüdischen Echos Rauchen Sie Zigaretten Kaufe