Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1917-01-26 · 4 (26.1.1917) · p. Seite 47

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
4 (26.1.1917)
Date
1917-01-26
Page
Seite 47 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9072829-9102967-9138082--01270-9074094
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 4 Das Jüdische Echo 47 Sara-Chantzi (erhebt sich): Schau’ ihn einer mal an! Wie er sich verstellt! Der Arme! Gott die Seele schuldig! Mein Kind hat er zugrunde gerichtet, abgechlachtet, hat ihr den Kopf abgehackt — und hat noch die „Furasch4 zu fragen, was sie weint? Mörder! Henker! Würger! Sag’ mir, wie kannst du’s mir verantworten für mein Kind, für m e i n Kind, für meinen Augapfel! Weine, Tochter wein’! Weh deiner Mutter! (Packt ihr Zeug zusammen, geht aus dem Zimmer, die Tür hinter sich zuschlagend.) 4. Szene. Etel. — Motel. Motel (faßt beide Hände Etels, will sie küssen, sie wehrt ihn ab und weint unaufhörlich): Etele, meine Teuere! Sag’, was ist dir geschehen? Was weißt du? Ich bitt dich, meine Seele! Sag’ mir! Sag’ ein Wort! Nur ein Wort! Etel (schluchzend): Oh, laß mich, laß mich! Oh, geh fort von mir! Weg, weg, weg! (Stößt ihn von sich.) Motel (tritt zurück, faltet die Hände, läßt den Kopf auf die Brust sinken): O Gott, o Gott! Etel! Hab’Erbarmen, Etel! Es scheint, daß die Schwiegermutter schon wieder mich verläumdet hat. Etel, wozu verbirgst du mir das? Du hast ja erst gestern mir geschworen, daß du mir alles erzählen wirst, was man dir sagen wird . . . daß du nichts Schlechtes von mir glauben wirst . . . daß zwischen uns für ewig eine heilige Liebe sein wird.. Und jetzt, o du meine Teuere, steh’ ich vor dir und bitte, du sollst mich wenigstens anschauen, wenigstens ein Wort sagen — und du willst nicht . . . Etel, wo sind deine Schwüre, dein Versprechen von gestern? (Umfaßt sie, gibt ihr einen Kuß — sie reißt sich los.) Etel: Fort! Geh’ zu Lea-Dwossje’s Töchterlein! Geh’ mir aus den Augen! Motel: Zu Lea-Dwossje’s Töchterlein? Was heißt denn das? Was ist da schon wieder Neues? Etel: Neues, sagst du? Geh’, hör’, was die Stadt sagt . . . Motel: Die Stadt! Was sagt die Stadt? Nun sag, laß’ mich hören! Etel: Du fragst noch? Was gehst du alle Tage dorthin? Du meinst, wirst mich zum Narren halten? Glaub nicht, ich sei gar so dumm! Oh, ich weiß schon Zu Levi-Benjamin gehst du? Nicht wahr? Zu ihr, zu Lea-Dwossje’s schöner Mamsell mit der roten Nase! Oh, oh! (rauft sich die Haare und weint heftig.) Motel (umfaßt sie, bedeckt sie mit Küssen): Etel, Liebste! Was sprichst du? Ich, ich? Zu Lea- Dwossje’s Tochter? Zu ihr? Ich sollte dich für Lea-Dwossje’s Tochter vertauschen? Dich, mein Kätzchen, meine Seele, mein Leben, mein . . .? Ich? . . . Oh, ich weiß schon, von wem das kommt! Das hat sie erfunden, die Schwiegermutter! Ich weiß schon, sie will uns scheiden lassen, sie will mich bei Lebzeiten ins Grab jagen. Sie hat’s auf mich abgesehen! Erst heute früh erzählte sie mir allerlei Böses von dir, daß du mich nicht sehen kannst, daß du über mich klagst, Levi Benjamin eine schöne Stimme hat und singen kann und ich nicht daß Levi-Benjamin .... Aber ich glaub’ nicht und du glaubst. Ich schon dich und du mich nicht, ich hab’ dich lieb und bleib dir treu — und du hast kein Erbarmen mit mir ... Du hast mir ja geschworen, daß du mich ewig lieben, mir immer glauben wirst — und jetzt willst mich nicht einmal ansehen... Oh, ich bin der unglücklichste Mensch in der (Inhaber: E. & M. Kraus) geflr. 1810 Tfieaiinerslriifle 49, Enlresol g*gr* «io Größtes Leseinstitut Münchens (60000 Bände) Sämtliche Novitäten belletristischen und wissenschaftlichen Inhalts in deutsch, französisch, englisch und italienisch. Operntexte leihweise — Stadt* u. Landabonnement TheatfnerstraBe 49, Entresol (Korsethaus Lewandowski. 3ultUötD{eölcr;D(öfiie/e£ant 9ilunchen, SfRäjufnUumdtr w.![l!litIi![[{ll!{!![lll!l!fI!l[ii!!t!![!ltül!!Eil!ilI Papier Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Hefte, Akten, Stampf und Pappen, unter Garantie des Einstampfens Graphologie Charaklerlieurleilig aus der Handschrift Einzusendendes Material: zwanglos geschriebenes Schriftstück, a. I. Brieffragment ca. 20 Zeilen. Charakterskizze: 1 Mark Charakterbild : 2 Mark Rückporto beil. L. Reimer, Graphologe »fnthen, lanltatiilraBe 22a Wasch- Ersatz beschlagnahmefrei in Stücken zu 2 Pfd. 20 Pfd. 4 Hk. Hilsenbeck Tattenbachstr. 5/I, Gartenh. Lumpen Neutuche, neue Stoffabfälle, Rupfen, Seile, Stricke, Flaschen verschiedener Arten, Alteisen kauft stets jedes Quantum, groß und klein, zu allerhöchst. Preisen, holt frei ab Josef DuschPs Rohprodukten-ßrosshandlo., Daohauerstr.21/0,2. Hof lks. Telephon 10436. Geöffnet ununterbrochen v. j früh 6 Uhr bis abds. 8 Uhr.J Illlllllllllllllllllllllllil SCHREIB BÜRO 4 Abscbrillen Diktate SIEGFRIED Mönchen, Schützenstr. Ia/1L (Köntorh, Imperial) TelAJUlVT Amerie. Surgeon Dentist OSKAR STAHL L.D.S. Nacht. JOSEF HERZOG! Schillerst!*. 43/1 Tel. 52600 ' ordiniert von 10—1 u. 3—5 Uhr. Sonntag nur nach vorheriger Anmeldung.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.