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Das jüdische Echo · 1916-12-22 · 51 (22.12.1916) · p. Seite 498

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
51 (22.12.1916)
Date
1916-12-22
Page
Seite 498 (sequence 10)
Language
German
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498 Das Jüdische Echo Nr. 51 Feuilleton Kadisch den Äugen. (Nach Eindrücken in der Synagoge zu Gunzenhausen. Chanukah 5670. Lichtfest war — Chanukah! Neben mir im summenden Gebete Stand ein Blinder Beugte sich vor Gott. Seine Augen hatten matten Schein, An der Stätte des Gebetes schwelten kleine Kerzen Feierlich und still Und der weite Raum Dröhnte wieder von dem festen Schritte Junger Makkabäer, die zum Kampfe zogen. — Kriegsjahr war! Bunte Bänder zog das Beten Durch den Raum, Fesselt Mensch an Mensch Längstgelebte an die Lebenden Und verflattert leis verhallend auf der Straße. Herrlicher als alles auf der Welt, Spiegelt sich in lichten Farben In dem Blinden langverrauschte, Wonnevolle Tempelzeit An dem warmen Jordansufer. Cymbeln klingen, Pauken rauschen. Säulen lauschen — und zerbersten — — — Doch mein Alter steht erschüttert. Sein Gesicht gen Ost gewendet Spricht er leis zwei Kadischim Für ein armes Totenpaar — Für zwei tote schwarze Augen, Die einmal das Glück gesehn. Josef bin Rachel. Gemeindenu. Vereins-Echo (Unsere Leser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnaohrlohten, die In diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höfllohst eingeladen.) Personalien. Der Vizewachtmeister Nathan Ambrunn in München wurde zum kgl. bayer. Leutnant der Reserve in der 1. Trainabteilung ernannt. Herr Arnold Marie von den Kammerspielen in München wurde an die kgl. Hofbühne in Dresden berufen. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde verliehen dem Dr. Arnold Fuchs in Breslau, Stabsarzt Dr. Dinnendahl! und Oberstabsarzt Hermann Hahn (Bad Nauheim). Der Hofu. Gerichtsadvokat Dr. Adolf Adler in Wien wurde zum kgl. bayer. Justizrat ernannt. Die kgl. preuß. Rote Kreuzmedaille 3. Klasse wurde verliehen dem Rechtsanwalt Dr. Friedrich Buchmann in Regensburg, dem kgl. Hofrat Dr. Eugen Dornberger und dem Kommerzienrat Josef Thannhauser in München. Zum ordentlichen Mitglied der kgl. bayer. Akademie der Wissenschaften in München wurde ernannt der kgl. Geheimrat und ordentl. Universitäts-Professor Dr. Richard Willstätter in München. Ferner zum außerordentlichen Mitglied der außerordentliche Professor Dr. Robert Emden in München. Ferner zu korrespondierenden Mitgliedern die Universitätsprofessoren Dr. Ignaz Goldziher in Budapest, Dr. Otto Hirschfeld in Berlin und Dr. Heinr. Friedj u n g in Wien. Der kgl. bayer. Militärverdienstorden 4. Klasse mit Schwertern wurde verliehen den kgl. bayer. Leutnants der Reserve Ludwig Neu, Ernst Reichenberger, Max Vogel von der Infanterie und Ernst A 11 s c h ii 1 e r und Jakob Mayer vom Train. Israelitischer Lehrerverein für das Königreich Bayern. Nach dreijähriger Unterbrechung tritt die Verwaltung des Vereins wieder mit einem Rechenschaftsbericht vor die Öffentlichkeit. Dieser 34. Jahresbericht für 1913/15 zeigt, daß der Verein auch in den Kriegsjahren eine recht segensreiche Tätigkeit entwickelte; 1915 wurden an 34 Lehrerwitwen und -Waisen und an 25 dienstunfähige Lehrer M. 14 576.50 Unterstützungen und an 18 Religionslehrer M. 1800.— Alterszulagen gewährt; ein Staatszuschuß von weiteren 2000 M. kam in gleicher Weise zur Verteilung. Durch Gaben und freiwillige Spenden wurden M. 10 000.— aufgebracht. Der Ausbruch des Krieges hat die Lösung mancher Fragen, die die Verhältnisse der israelitischen Lehrer berühren, in weite Ferne gerückt. Ganz besonders ist es die so notwendige Revision des Judenedikts, welche den Stand der Lehrer beeinflußt; möge eine solche nach dem Kriege sich baldigst Bahn brechen. Der Bericht hätte gut getan, einen Blick auf die Verhältnisse der Lehrer in den Kleingemeinden zu werfen; es ist dies ein trauriges Kapitel. Zu wünschen wäre, daß die gleiche Sorgfalt, die z. B. bei der Ausarbeitung der neuen Judengesetzgebung für Polen obwaltete, auch im nieuen bayerischen Judengesetz sich geltend machen würde. Eine größere Anzahl Lehrer sind im Heeresdienste; drei ließen im Kampf fürs Vaterland das Leben. Möchten den Verein auch ferner Freunde und Gönner in seinen edlen Bestrebungen unterstützen. Würzburg. Der Rechenschaftsbericht der Israelitisch. Lehrerbildungs-Anstalt in Wiirzburg für das 52. Jahr ihres Bestehens, 1915/16, steht, wie die meisten Anstalten ähnlicher Art, im Zeichen des Krieges. Fast alle Schüler der 6. sowie ein großer Teil der 5. Klasse stehen im Felde; eine Anzahl liegen verwundet in Lazaretten, während im abgelaufenen Jahre ein Zögling, Max Strauß aus Geroda, auf dem Schlachtfeld sein Leben lassen mußte. Der Unterricht für die in der Anstalt verbliebenen Schüler gestaltete sich in normaler Weise. Die Zahl der seit Bestehen derselben ausgebildeten und in die Praxis entlassenen Lehrer beträgt jetzt 431, die in den verschiedensten Gegenden Deutschlands und noch weiter hinaus wirken. Wenn auch der Eingang der Spenden nicht unbeträchtlich war, bleibt immer noch ein Defizit der Vorjahre und wäre eine Berücksichtigung der Anstalt durch weitere Kreise dringend wünschenswert. An der Handelshochschule München sind im laufenden Semester insgesamt 162 ordentliche Studierende immatrikuliert worden gegen 119 im Winter-Semester 1915/16. Neu aufgenommen wurden 63 Studierende, darunter 8 Ausländer und 8 Damen. In der Gesamtzahl von 162 befinden sich 19 Damen und 12 Ausländer, sowie 100 im Felde stehende Studierende. Demnach sind 62^ Studierende anwesend gegen 37 im Winter-Semester 1915/16. Außerdem sind 73 Hörer (28 W.-S. 15/16) und 50 Hospitanten (25 W.-S. 15/16) eingeschrieben.

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