Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1916-12-01 · 48 (1.12.1916) · p. Seite 463

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
48 (1.12.1916)
Date
1916-12-01
Page
Seite 463 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9072829-9102942-9138070--01157-9073983
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 48 Das Jüdische Echo 463 „Geh zum Henker,“ schrie der Hund und wurde totenblaß. „Man gibt dir gewiß auch so einen Fleischkloß. Du bist doch auch ein Hund,“ lachte Getzel. Als Antwort erhielt er eine Ohrfeige, und der „Hund“ lief weg. Die Nacht brach herein. In der Ecke, wo der „Hund“ schlief, war es kalt und dunkel. Der „Hund“ lag mit offenen Augen und dachte nach. Getzels Mitteilung hatte ihn fruchtbar aufgeregt. Er ängstigte sich. „Wovor ängstige ich mich eigentlich?“ Er versuchte sich selbst zu beruhigen. „Ich bin doch gar kein richtiger Hund. Niemand wird mir vergiftete Fleischklöße vorwerfen.“ Aber das half nichts. Er hatte die Vorstellung, daß er am nächsten Morgen sehr hungrig aufwachen würde und der Versuchung einen Fleischkloß zu verschlingen, wie die andren hungrigen Hunde, nicht würde widerstehen können. „Wau — wau“, bellte er. Aber dieses Mal erschrak er selbst vor seinem Gebell. Er nahm sich vor, kein Hund mehr zu sein. Es war schließlich doch wohl besser, ein menschliches Wesen zu sein. „Wie fange ich es nur an, wie ein menschliches Wesen zu leben?“ dachte er bei sich. „Ich bin so elend, so verlassen. Ich habe niemanden, zu dem ich reden kann. Ich hasse sie, und sie hassen mich.“ „Ach was, mögen sie zum Teufel gehen“, fluchte er und begann wieder einmal zu bellen. Da er die ganze Nacht nicht geschlafen hatte, fühlte er am nächsten Morgen seinen Hunger noch stärker. So hungrig war er noch nie gewesen. „Heute wirft man den Hunden Fleischklöße vor,“ fuhr es ihm den ganzen Morgen über durch den Sinn. Wie gefoltert und unter lautem Bellen rannte er fort. Nach dem Marktplatz .... Gemeindenu. Vereins-Echo (Unsere Leser sind zur Einsendung von M 111 e 11 u n g e n aus Gemeinden und Vereinen und von P e r s o n a I n a o h r i o h t e n, die in diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höfliohst eingeladen Personalien. Der Einjährig-Kriegsfreiwillige Unteroffizier Berthold Feuchtwanger, Sohn der verstorbenen Großindustriellen Sigmund Feuchtwanger, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und des Militärverdienstkreuzes 3. Klasse mit Krone und Schwertern, hat das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhalten. Zu kgl. bayer. Leutnants der Reserve wurden ernannt die Vizefeldwebel Emil Krämer im 28. Inf.-Regt., Leopold Klein im 9. Inf.-Regt., Kurt K a t z im 5. Res.-Inf.-Regt., Adolf Gr ünwald im 12. Landw.-Inf.-Regt., Albert B u c h in a r n und Eugen Hoppstädter im 4. Ers.-Regt., Walter H e ß im 2. Fußart.-Regt., Leopold Frank (Nürnberg) im 28. Inf.-Regt., Ludwig Ebstein (München) in der 2. Gebirgs-Kan.-Abt. und Bertold J a c o b i (Ludwigshafen) im 1. Landst.-Inf.-Regt. Zu kgl. Stabsärzten der Reserve wurden befördert die Oberärzte Dr. Walter Kiest ad t, Dr. Robert Bing (Nürnberg) und Dr. Gustav Deutsch. Zu kgl. bayer. Oberärzten der Reserve wurden befördert die Assistenzärzte Dr. Albert Drey- PELZE in bester Quaiiltät zu biligstsn Preisen in allen Arten von Fellen Reichhaltiges Lager Pelz-Stolas Pelz-Kragen Pelz-Muffen Pelz-Mäntel U8w. werden noch wegen großem Vorrat zu alten Preisen verkauft S. Orljanski, Kürschner, München Neuhauserstr. 29, Laden u. Kaufingerstr. 35/1 SCHREIB BÜRO ADsciififten # Diktate SIEGFRIED München, Schülzenstr. (Kontorh, Imperial) Tel| Ueine Herren TKLxAe uSffibdüvaeen Sfäunchen. SKiiximilianötr V. ff— ■ - -- --— =-;- M. Gmaehle’sche Leihbibliothek (Inhaber: E. & M. Kraus) gegr. i8io Tfceüünerstrofiß 49, Entresol gegr. «10 Größtes Leseinstitut Münchens (60000 Bände) Sämtliche Novitäten belletristischen und wissenschaftlichen Inhalts in deutsch, französisch, englisch und italienisch. Operntexte leihweise — Stadtu. Landabonnement Theatinerstraße 49, Entresol (Korsethaus Lewandowski. Vfc=. : -...J flnna Strampfer vorm. Franz Musil i FEINE DAMENSCHNEIDEREI J Telephon 26186 München Schellingstr. 10 »• »• Dentist Strobel früher über 7 Jahre bei Herrn Hof-Zahna rzt Dr. med. Brubaohor tätig Luitpoldstraße 8 Ecke Prielmayerstr. gegenüber Warenhaus Tietz. Konservierung kranker Zähne und Wurzeln. Spezialität: Plattenloser Zahnersatz. Ganze Gebisse. Erstklassige Ausführung. ■*■■■■•»»■■ Zahnoperationen ■■■■■■■■■■■■ mit den neuesten schmerzlosen Mitteln. Telephonische Nr. 11361. Anmeldung erwünscht. Sprechzeit nur Werktags von 9—5 Uhr.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.