Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 41 (13.10.1916)
- Date
- 1916-10-13
- Page
- Seite 382 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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382 Das Jüdische Echo Nr. 41 Jüdischer Heeresdienst in Frankreich. Durch die Debatten über die Einstellung der russischen Juden ins englische Heer ist die Frage des Heeresdienstes auch in Frankreich wieder aufgeworfen worden. Die hier lebenden russischen Staatsangehörigen sind größtenteils politische Flüchtlinge. Eine zur Untersuchung dieser Frage eingesetzte Regienmgskomission beschloß, die Ordnung der Angelegenheit der russischen Kolonie selbst zu überlassen. Die antisemitische Presse benutzt natürlich die Gelegenheit zu Hetzereien und geht so weit, die Ausweisung der russischen Juden aus Frankreich zu erörtern. Das französische „Hilfskomitee für jüdische Opfer des Krieges in Rußland“ hat seit seiner Gründung (Ende 1915) 300 000 Francs gesammelt. Davon entfallen auf die Familien Robert und Eduard de Rothschild 60 000 Francs, 50 000 Francs auf die russisch-jüdische Kolonie in Paris und nur 100000 Francs auf die gesamte französische Judenheit. Die Beteiligung der Juden am Kriege. Major Baron v. Rothschild gibt im „Daily Chronicle“ eine Übersicht über die Beteiligung der Juden Englands am Kriege. Er sagt, bereits zu Anfang des Krieges sei, eine große Anzahl von englischen Juden bei dem Expeditionsheer mit nach Frankreich geschickt worden, auch ein jüdischer Geistlicher habe sich am Feldzuge beteiligt. Sofort nachdem der Aufruf für die Freiwilligenwerbungen erfolgt sei, sei eine im Verhältnis zur englischen jüdischen Bevölkerung des Landes sehr große Zahl von Juden zum Dienste geeilt. Der bereits erwähnte jüdische Geistliche habe dieser Tage versichert, daß in Frankreich allein 20000 freiwillige englische Juden ständen. Auch auf Qallipoli habe eine große Anzahl von jüdischen Soldaten bei dem englischen Expeditionsheer gekämpft. Außerdem sei ein zionistisches Maultierkorps gebildet worden, das in der Hauptsache aus russischen. Flüchtlingen bestand, und das nach der Aussage des Oberstleutnants Patterson, der ein interessantes Buch über diesen Gegenstand geschrieben hat, ganz ausgezeichnete Arbeit geleistet hat. Im Felde hätten sich die Juden als gleich gute Soldaten bewährt wie ihre Landsleute anderen Glaubens, auch hätten sie porportional eine ebenso große Anzahl von Auszeichnungen erhalten. Eine russisch-jüdische Legion in London. An den Mauern des Eastend von London ist ein Aufruf, angeschlagen worden, der die jungen russ i s c hen Juden auffordert, sich freiwillig zur Bildung einer russischen Legion für den englischen Militärdienst zu melden. Der Aufruf ist von J'abotinsky ^unterzeichnet, (deir gleichzeitig eine neue jüdische Zeitung, die „Jewish Tribüne“ herausgibt. Auch ein anderes jüdisches Wochenblatt, die „Jewish Voice“ ist in der letzten Woche (mit Unterstützung englischen Geldes) erschienen, um für den Eintritt der Juden in die britische Armee zu werben. Von weiteren Regierüngsmaßnahmen zum Militärdienstzwang der Juden ist es inzwischen still geblieben. Rumänische Versprechungen, Dib russische Zeitung .„Rjetsch“ berichtet aus Bukarest, die rumänische Regierung scheine eine Änderung ihrer Haltung gegenüber den Juden zu beabsichtigen. Offenbar haben die englischen und französischen Gesandten auf den schlechten Eindruck aufmerksam gemacht, -den weitere Judenverfolgungen im neutralen Auslande hervorrufen würden. Die Regierung soll daraufhin den Juden in den besetzten Teilen der Bukowina und in Siebenbürgen volle Bürgerrechte zugesichert haben. Auf diese Versprechungen allzu großen Wert legen, dürfte freilich zu optimistisch sein . . . Die Entente und die rumänischen Juden. Die Redaktion der in Paris erscheinenden Zeitschrift , La Renaissance Juive“ teilt in den Pariser Zeitungen mit, daß die ganze Auflage ihrer letzten Nummer, die der Frage der Emanzipation der Juden in Rumänien gewidmet war, von der französischen Zensur beschlagnahmt worden ist. Eine jüdische Volkshochschule in New York. Vom 2. bis 5. September fand die Jahres-Versarnmlung der National Workers Alliance in Detroit statt. Bei dieser Gelegenheit wurde beschlossen, möglichst bald die Vorarbeiten zur Eröffnung einer Volkshochschule in Angriff zu nehmen, in der Jidisch, Hebräisch, die Literatur BUCHDRUCKEREI B. HELLER MÜNCHEN HERZOG MAXSTRASSE 4 TE LEPHON 53 099 ANFERTIGUNG VON DRUCKARBEITEN ALLER ART IN GESCHMACKVOLLSTER AUSFÜHRUNG BEI RASCHERER LIEFERUNG Die Aniisemiiefl von Hans Maier Preis Mark —.20 Buchhandl. 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