Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 39 (29.9.1916)
- Date
- 1916-09-29
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Bayerische Blätter für die jüdischen Angelegenheiten Das Jüdische Echo Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 25 PI. — Bei Wiederholungen Rabatt.— Dieselbe für kleine Anzeigen 15 Pf. — Anzeigenannahme: Verlag des „Jüdischen Echo“, München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 53099. Postscheckkonto: München 3987. Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag — Bezugspreis: Viertelj. M. 1.—, Halbj. M. 2.-, Ganzj. M.4.—, Einzelnummer 10 Pf. —V erlag des „Jüdischen Echo“ : München, Herzog Maxstr 4 — Redaktion: Helene Hanna Cohn, München, wm/immm Nummer 39 München / 3. Jahrgang 29. September 1916 Zum Quartalswechscl! In wenigen Tagen beginnt das neue Quartal. Abonnieren Sie also sofort das Jüdische Echo! Das Jüdische Echo Das Jüdische Echo Das Jüdische Echo Das Jüdische Echo Das Jüdische Echo Der geringe Bezugspreis von 1 Mark für entwickelt sich immer mehr zur führenden jüdischen Zeitung des Königreiches Bayern, berichtet wöchentlich über alle Fragen des jüdischen Lebens. erörtert wichtige Probleme des jüdischen Gemeindelebens in Bayern. bringt wertvolle Beiträge zur jüdischen Statistik und Proben der neujüdischen Dichtung, kämpft unerschrocken gegen die zahlreichen Feinde des Judentums. das Vierteljahr erleichtert Ihnen die Bestellung! Die Erneuerung des Geistes. Zum dritten Male feiern wir mitten im Tosen des Weltkrieges das Roschhaschanah-Fest. Zutn dritten Male werden die, welche draußen im Felde stehen, sich irgendwo in der Fremde zum Gottesdienst versammeln, werden die Daheimgebliebenen im Gebet voller Sehnsucht derer gedenken, die dem Feinde die Stirn bieten, und derer, die der Krieg bereits hinweggerafft hat. Zum dritten Male blicken wir auf ein Kriegsjahr zurück und fragen uns, welchen Gewinn und welchen Verlust das verflossene Jahr dem jüdischen Volke gebracht hat. Und wieder finden wir, wenn wir rückschauend der Ereignisse des letzten Jahres gedenken, die Juden verwirrt und verstrickt in die Geschicke der anderen, finden wiederum, daß Tausende von Juden das Opfer der Katastrophe geworden sind, an der das Judentum ganz unbeteiligt ist, von der es keinerlei direkten Einfluß auf seine Entwicklung zu erwarten hat. Soweit es sich um das Erleben der Juden, nicht um das Leben des Judentums handelt, sehen wir bei einem Rückblick auf ihr Schicksal im vergangenen Jahre eine Kette von Not und Leiden. Wieder fielen Tausende in der Schlacht, wieder wurden Tausende von Haus und Hof getrieben und dem Elend preisgegeben. In Deutschland hat von Tag zu Tag der Antisemitismus kecker das Haupt erhoben; eifrig ist er am Werk, die ungeheuere Blutschuld an den Völkern der Welt auf die Juden abzuwälzen und sie mit seiner Rache zu bedrohen. In Österreich sind die kaum verheilten Wunden, die der Krieg schlug, wieder aufgebrochen; Scharen jüdischer Flüchtlinge, verfolgt vom Haß der Feinde und vielfach auch der eigenen Staatsangehörigen, ergossen sich zum zweiten Male über geschütztere Teile des Reiches. In England erlebten die, welche im Vertrauen auf den freiheitlichen Sinn, auf die Gastfreundschaft und Duldung der britischen Regierung aus den Ländern der Unterdrückung gekommen waren, eine tiefe Enttäuschung, indem man sie zwang, für die Sache ihrer bittersten Feinde zu kämpfen. In R u ß la n d schwand jegliche Hoffnung auf die Schaffung menschenwürdigerer Zustände, wuchs die Ahnung eines kommenden furchtbaren Unheils fast zur Gewißheit an. In Rumänien waren nach der Kriegserklärung die Juden die Ersten, die der Erregung des aufgestachelten Volkes zum Opfer fielen. Auch aus Frankreich, aus der Schweiz, aus Holland kommen Nachrichten von einem ständig wachsenden Antisemitismus. In Palästina ist durch die Unterbindung des Verkehrs mit der Außenwelt, und durch die militärische Besetzung des Landes die Not zu einer bedrohlichen Höhe angewachsen; Hunger, Krankheit und Hoffnungslosigkeit haben manche vielversprechende Blüten im Keime erstickt. Ein klein wenig freundlicher gestaltete sich das Schicksal der Juden in Polen und in Amerika. Noch liegt die Not wie ein bleiernes Gewicht auf der jüdischen Bevölkerung Polens, noch