Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 38 (22.9.1916)
- Date
- 1916-09-22
- Page
- Seite 349 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 38 Das Jüdische Echo 349 gen in Rußland, über die Pogrome und über die zwangsweise Rekrutierung der jüdischen Einwanderer in England. Einstimmig wurde eine Protestresolution gegen die Unterdrückung der Juden angenommen. Ein Bataillon kanadischer Juden. Das „Jewish Chronicle“ erwähnt die Absicht, ein Bataillon lediglich aus kanadischen Juden zu bilden, wozu bereits einige Offiziere angewiesen sind. Ein Oberrabbiner für die orthodoxen Gemeinden in Amerika. Am 9. und 10. Juli fand in Far Rockaway (N. Y.) die vierte Jahresversammlung der Vereinigten Synagogen in Amerika statt, auf der 50 Gemeinden vertreten waren. Bei dieser Gelegenheit wurde der Antrag gestellt, ein O b e r r a b b i n a, t für Amerika zu schaffen. Dieser Antrag wurde von Dr. Adler folgendermaßen begründet: „Der Mangel einer obersten autoritativen Behörde in diesem Lande und die vollkommene Unabhängigkeit jeder Gemeinde, Schule und Gesellschaft hat zu Verhältnissen geführt, die eine ernste Würdigung erfordern. Nicht einmal in einer festgefügten Gemeinde kann man solche Zustände dulden; in unserer, die sich in vierzig Jahren um das Zehnfache vergrößert hat, ist diese Anarchie zehn Mal so gefährlich. Die Zeit für die Einsetzung einer rabbinischen Autorität in den Vereinigten Staaten scheint reif zu sein. Dieselbe soll sich durchaus auf die jüdische Traditio.n stiizten und den in der Union vereinigten Gemeinden das Gesetz auslegen. Die Übertretung der Gesetze entspringt häufig nur daraus, daß es keine Autorität gibt, die sie maßgebend auszulegen versteht.“ Im übrigen nahm die Versammlung den Beschluß an, alle Schwierigkeiten auszugleichen, die bisher der Teilnahme der Synagogen- Vereinigung am amerikanischjiid i s c h e n Kongreß im Wege standen. Literarisches Echo Die Juden im Zartum Polen. Ein geschichtlicher Überblick von D r. Jos. M e i s 1. A. Marcus und E. Webers Verlag (Dr. Albert Ahn). Bonn 1916. Dieser kurze geschichtliche Überblick über die politische, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Juden in Polen hat guten orientierenden Wert für alle, welche ohne genauere Kenntnis der einschlägigen Materie einigen Einblick in die Geschichte der Juden in Polen gewinnen wollen. Solche gibt es heute unter den Juden Deutschlands gewiß viele, zumal ihnen ihre Namensbrüder in Polen, mit denen bisher der Interessenzusamenhang nur ein loser war, durch die Ereignisse näher gerückt sind als je zuvor. Auf den 78 Seiten dieses kleinen Schriftchens ist mit einfachen und tatsächlichen Darlegungen (Tatsächlichkeit ist die heute doppelt wohltuende Wesensart des Verfassers dieser Schrift) auseinandergesetzt, daß die Juden im Zartum Polen seit je eine in der Struktur dieses Landes deutlich sich abhebende Individualität bilden. Innerhalb des gesamten östlichen Judentums sind sie keine so starke Eigenart wie die lithauischen Juden, von der Umgebung aber hebt sich ihre Volksnuance kräftig ab. Daß diese Gruppe von etwa zwei Millionen Juden nicht der Assimilation an das Polentum unterliegen kann,, wie es die Polen so gern möchten, ist zweifellos. Daß sie im Judentum einen achtbaren Wert bilden, beweist jede Seite ihrer Geschichte. Aus ihrer Mitte erstanden die Ideen des Chassidismus (die übrigens vom Verfasser dieser Schrift etwas zu kurz abgehandelt werden); in ihnen war lange Zeit hindurch das soziale Bewußtsein aktiviert hervorgegangen aus der allgemein jüdischen Eigenart und fortgebildet selbst unter den widrigsten Verhältnissen, mit schweren Opfern (Selbstverwaltung). Hineingerissen in die zerrütteten und verrotteten Zustände der Polenschaft konnten naturgemäß die Juden ihre Daseinsgrundlagen nicht behaupten. Daß sie diese wieder erhalten, ist entschieden notwendig und von Wert — auch für das Polenland. Wessen sich allerdings die Juden von den Polen zu versehen haben, das lehrt deutlich ihre Geschichte. In dieser Schrift wird das mit scharfem geschichtlichen Blick dargelegt. So ist sie denn auch ein recht guter Führer für das Verständnis des Verhältnisses zwischen Polen und Juden. Hoffentlich findet sie viele verständnisvolle Leser. Wien. Siegfried Schmitz. I flnna Strampfer vorm. Franz Musil | FEIME DRMEMSCHMEIDEREI Telephon 26186 München Schellingstr.lO pZ ALBERT LUDW. DAISER Atelier für Gravierkunst und Heraldik Alleiniger Edelstein - Graveur in Bayern Spezial - Lager in Petschaften aus Silber, Elfenbein, Bronze, echt Stein usw. :: :: Auswahl in Siegelringen Zu sämtlichen Gravierungen passende Steine als Carneol, Jaspis, Onyx, Amethyst, Lapislazuli usw. Stein-Camees/Ziselieren Stahlprägestempel für Papierdruck Gold - und Silber-Gravierungen Silber-Monogramm für Lederwaren — Feinste Empfehlungen ..r.ir«.— MUNCHEN-2C MAFFE ALLE STEMPEL Sott WAPPEN SP Dentist Strobel früher über 7 Jahre bei Herrn Hof-Zahnarz Dp. med. 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