Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 37 (15.9.1916)
- Date
- 1916-09-15
- Page
- Seite 335 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37 Das Jüdische Echo 335 rend der Zeichner Anspruch darauf hat, sofort in den Qenuß der Zinsen zu treten. Bei den neuen Reichsschatzanweisungen beginnt der Zinsenlauf am 1. Januar 1917. Hier kommt infolgedessen eine Vergütung von Stückzinsen (und zwar in Höhe von 4‘/a%) zugunsten des Zeichners nur bei den bis zum 30. Dezember 1916 geleisteten Zahlungen in Betracht. Besondere Bedingungen gelten für die Einzahlungen auf Zeichnungen, die bei den Postanstalten erfolgen. Hier kann die V o 11 z a h - lung zwar auch schon am 30. September vorgenoinmen werden, sie muß jedoch am 18. Oktober geleistet sein; Teilzahlungen sind nicht zulässig. Für jede 100 M. 5%ige Reichsanleihe (Zeichnungen auf Schatzanweisungen werden bei der Post nicht angenommen) müssen, falls die Zeichnung am 30. September erfolgt, 95.50 M. bezahlt werden und falls die Zahlung am 18. Oktober erfolgt, 95.75 M. Der an sich schon während des Krieges stark vergrößerte und erschwerte Betrieb bei den Postanstalten macht es unmöglich, die Arbeit bei der Post dadurch wesentlich zu steigern, daß dort auch noch nach dem 18. Oktober Einzahlungen angenommen werden können. Davon durfte um so eher abgesehen werden, als es ja eine sehr große Anzahl von Zeichnungsstellen (Banken, Sparkassen, Versicherungsgesellschaften, Kreditgenossenschaften) im Reiche gibt, bei denen von dem Recht der Teilzahlung seitens des Zeichners Gebrauch gemacht werden kann. Wer über irgend eine Frage, die mit der Kriegsanleihe zusammenhängt, im Zweifel ist, wird an an allen Stellen, an denen gezeichnet werden kann, bereitwilligst Auskunft erhalten. Jedenfalls sollte niemand, etwa aus dem Grunde, weil er sich aus dem einen oder dem anderen Punkt nicht im Klaren ist, von der Beteiligung an der Kriegsanleihe abzusehen. Es ist die Pflicht eines jeden Deutschen, an dem Erfolge der Zeichnung auf die fünfte Kriegsanleihe nach besten Kräften m i t z u w i r k e n. Unterredung mit Botschafter Elkus. Der L. St.-Mitarbeiter der „Voss. ZtaV hatte eine Unterredung mit dem neu ernannten amerikanischen Botschafter E 1 - k u s, der sich auf der Durchreise nach Konstantinopel kurze Zeit in Berlin aufhält. Der neue amerikanische Botschafter in Konstantinopel, Herr Elkus, ist mit seiner Gattin und seinen drei Kindern über Kopenhagen in Berlin eingetroffen. Herr Elkus, der in der Mitte der Gerziger Jahre steht, gehört einer angesehenen Familie in New York an. Er ist mit dem Botschafter Oskar Strauß, der zu wiederholten Malen Amerika am Goldenen Horn vertreten hat, verschwägert und mit seinem unmittelbaren Vorgänger Morgenthau, nahe befreundet. Er stellt die Verdienste seines Vorgängers sehr hoch und betrachtet sie als vorbildlich für sein ganzes Wirken in der Türkei. Bei der Unterredung sagte Herr Elkus; ,Das Programm des amerikanischen Botschafters in Konstantinopel ist seit Jahr und Tag festgelegt. Meine Vorgänger Strauß und Morgenthau haben sich streng an dieses Programm gehalten, das ich tortzusetzen mich bemühen werde. Es besteht darin, daß Amerika in der Türkei keine anderen Ziele verfolgt, als die,.,wo,hü der Humanität gebotenen. Ich komme nicht, wie mir vielfach angedichtet worden ist, als Gegner, sondern im Gegenteil als aufrichtiger und warmer Freund der Türkei nach Konstantinopel. Das segensreiche Wirken meiner beiden Vorgänger hoffe ich zu vollenden. Besonders die amerikanischen Schulen in der Türkei liegen mir am Herzen. Die amerikanischen Colleges sind die Pflanzstätten der Bildung für den ganzen Orient. So sind beispielsweise viele bulgarische Minister aus unseren amerikanischen Bildungsanstalten hervorgegangen. Unsere Schulen in der Türkei haben keinerlei politischen, sondern einen rein philanthropischen Charakter. Wir Amerikaner verfolgen in der Türkei nur humanitäre Ideale. Wo Elend, Jammer, Kummer und Schmerz mir entgegentritt, da werde ich zu helfen oder zu lindern suchen. Ich gehe nach der Türkei mit der Friedenspalme in der Hand. Mir kann kein schönerer Lohn für meine Arbeit winken, als wenn mir gelänge, durch meine bescheidene Tätigkeit in Konstantinopel dazu beizutragen, daß Bausteine zur Wiederherstellung des Weltfriedens herbeigeschafft werden“. Sven Hedin in Tcl-Äwiw und in Rischon-le-Zion. Jaffa. 15. August 1916. Der berühmte schwedische Schriftsteller, Dr. Sven Hedin, der sich seit mehreren Wochen auf einer Reise durch die Türkei befindet, um insbesondere die türkischen Fronten zu besuchen, ist vor 8 Tagen in Jerusalem eingetroffen, von wo er sich nach mehrtägigem Aufenthalte nach dem ägyptischen Kriegsschauplatz begeben soll. Von Jerusalem aus machte Herr Dr. Hedin einen Abs. "eher nach Jaffa, hauptsächlich um hier die deutschen Kolonien Sarona, das jüdische Stadtviertel Tel-Awiw und die jüdische Kolonie Rischon-le-Zion zu besichtigen. In Gesellschaft von Herrn Dr. Thon und dem Vertreter der J. C. A., Herrn B r i 1, traf er am 10. August morgens früh in Tel-Awiw ein. Er besuchte hier das Haus Waad (Gemeindeamt), wo ihm der Bürgermeister von Tel-Awiw, Herr Disengoff, an Hand von Plänen und Abbildungen Aufklärungen über die Entstehung und Entwickelung Tel-Awiws gab. Tel-Awiw mit seinen Gärtchen und teilweise schmucken Häuschen, seinem in orientalischem Stil gebauten Gymnasium machte einen sehr günstigen Eindruck auf den Gast. Ganz gerührt war Sven-Hedin, als ihm der Übersetzer einiger seiner Schriften und Reisebeschreibungen aus dem Tibet, Herr Krise hevsky, Lehrer an. der Jaffaer städtischen Mädchenschule, diese Übersetzungen, die vor einigen Jahren in den Jugendschrift „Hamoledet“ erschienen waren, überreichte. Sven Hedin vernahm mit sichtlichem Interesse, wie gern seine Schriften von der hebräischen Jugend gelesen werden. Von Tel-Awiw fuhr Sven Hedin nach Sarona. Dort wurde er von den Komiteemitgliedern der Kolonie und sonstigen Einwohnern mit größter Herzlichkeit empfangen. Von Sarona fuhr Dr. Hedin weiter nach Rischon-le-Zion. Unterwegs ließ er sich von seinen Begleitern über das Land und die jüdische Kolonisation informieren. In Rischon empfing ihn Herr Meerowitz, Mitglied des Verwaltungsrates des Weinbauernsyndikats, der Vorsitzende des Waad der Kolonie, Herr Lubmann, und andere Kolonisten. Sven