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Das jüdische Echo · 1916-08-18 · 33 (18.8.1916) · p. Seite 301

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
33 (18.8.1916)
Date
1916-08-18
Page
Seite 301 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 33 Das Jüdische Echo 301 Es waren erwerbs- Handelsgewerbe tätig in den nebensteh. Berufsart. Juden Waren- und Produktenhandel ... 1^7 Geld- und Credithandel. Buch- und Kunsthandel n Hausierhandel.’ ’ ' ] jj Handelsvermittlung .[ 172 2015 Die übrigen 19 verteilen sich auf die anderen Berufsarten des Handelsgewerbes. (Fortsetzung folgt.) Ostjüdische Turn- und Sportvereine. Das „Lodzer Volksblatt“ hat eine besondere Rubrik, in der ständig Propaganda für die Turn- und Sportvereine gemacht wird, die natürlich für die körperliche Entwicklung der ostjüdischen Jugend von hohem Wert sind. In einer seiner letzten Nummern schreibt das Blatt: „Kann es eine wichtigere und notwendigere Arbeit geben, als die physische Stärkung des jüdischen Volkes? Bedarf es noch der Begründung, wie dringend notwendig es für uns Juden ist, ein gesundes, lebenslustiges und starkes Geschlecht zu erziehen? Es ist deshalb sehr erfreulich und verheißungsvoll, daß gerade in der jetzigen schweren und 1 e i d v o 11 e n Zeit eine Bewegung zur körperlichen Stärkung des jungen jüdischen Geschlechts erwacht. Das jüdische Volk, das in den letzten schweren Jahren eine unerschütterliche Standhaftigkeit, einen starken Willen zum Leben und zur Überwindung aller seiner freien nationalen Entwicklung gesetzten Hindernisse bewiesen hat, sieht immer mehr, daß seine zukünftige Erlösung von seiner körperlichen Gesundung abhängig ist. Ein natürlicher Lebensinstinkt hat die jüdische Jugend aus ihrer dumpfen geistigen Atmosphäre gerissen. Kaum war die erste Möglichkeit dieser Entwicklung geschaffen, als sich auch schon ein ganzes Netz von Turn- und Sportvereinen über die jüdischen Städte und Städtchen ausbreitete. Allein auch hier wie auf vielen anderen Gebieten unseres Lebens fehlt es an einer leitenden Stelle, die die aufblühende Bewegung in die richtigen Rahmen lenkt. Jeder Verein, jede Gruppe arbeitet ohne System für sich, und die Sache leidet natürlich darunter . . . Die körperliche Stärkung des jungen jüdischen Geschlechtes muß eine unserer wichtigsten Aufgaben sein, denn von ihr hängt unsere Zukunft und unsere Existenz ab!“ Welt-Echo Achad Haams 60. Geburtstag. Am 16. ds. Mts. feierte der bekannte hebräische Schriftsteller Achad H a a in (U. Ginsber g), der in London lebt, seinen 60. Geburtstag. Auf die Bedeutung Achad Haams als Schriftsteller, Hebraist und Vorläufer des Zionismus werden wir noch eingelien. In allen Kreisen, denen das Aufblühen des jüdischen Kulturlebens am Herzen liegt, ist der Wunsch rege, daß Achad Haam noch lange in seiner bisherigen Frische weiterschaffen möge. Die Unterrichtssprache in den jüdischen Volksschulen. Auf eine Petition des jüdischen Schul- und Volksbildungsvereins beim Polizeipräsidenten in Lodz, ging diesem von der Warschauer Gouvernementsverwaltung am 6. August folgende Mitteilung zu: 1. Die im laufenden Jahre neu zu eröffnenden Schulen dürfen zum Teil jüdisch als Unterrichtssprache einführen. 2. Der Schulkommission wird das Recht eingeräurnt, einen Teil der polnischen Schulen für jüdische Kinder zu benutzen, bei denen Polnisch die Muttersprache bildet. 3. In den bisher bestehenden jüdischen Volksschulen, deren Zahl nicht verringert werden darf, bleibt Deutsch die Unterrichtssprache. Die Judenfrage auf der Konferenz neutraler Sozialisten. In den Beratungen der vom 31. Juli bis 2. August im Haag stattgefundenen Konferenz der sozialistischen Parteien der neutralen Länder ist auch die Judenfrage zur Sprache gekommen. Die Konferenz ist bekanntlich auf die Frage der unterdrückten Nationen Osteuropas im einzelnen nicht eingegangen. Die Resolution der Konferenz enthält nur die Forderung der Wiederherstellung Belgiens und Serbiens, sowie die Schaffung eines autonomen Polen, eine Forderung, die in der Internationale bereits traditionell geworden ist. Immerhin ist es bemerkenswert, daß im letzten Punkte nicht mehr die Formel „selbständiges oder unabhängiges“ Polen, sondern der Ausdruck „autonomes Polen“ gebraucht wurde. Auf die Frage der unterdrückten Nationen im allgemeinen hat folgender Satz Bezug: „Die Konferenz erklärt weiter, daß die Autonomie der Nationen am besten zu verwirklichen ist auf dem Boden einer demokratischen dezentralisierenden Staatsverfassung, welche den Kulturbedürfnissen der Nationen völlig Rechnung trägt“. Der Vorsitzende und Referent der politischen Kommission, P. J. Troelstra, gab zu diesem Satz folgende bemerkenswerte Interpretation: „Ich denke dabei in erster Linie an die nationalen Minderheiten in verschiedenen Gebieten, auch in solchen, die jetzt vielleicht ihre politische Selbständigkeit erreichen werden. I n e i n e m wieder her gestellten autonomen Polen sollen die Kulturrechte der ukrainischen, jüdischen, litauischen Minorität geschützt werde n. Die nationale Freiheit dieses Volkes soll zur Unterdrückung eines anderen mißbraucht und erniedrigt werden.“ Aus russischen Badeorten. Der Kongreß zur Förderung des Kurortwesens in Rußland hat den Beschluß gefaßt, den Juden den Aufenthalt in den Badeorten zum Zwecke des Kurgebrauchs zu gestatten. Allerdings muß jeder Jude im Besitz eines behördlichen Erlaubnisscheines sein, der nur wirklich kranken und der Kur bedürftigen Leuten ausgestellt wird. Die Zeitungen „Rjetsch“ und „Jewreiski Shisn“ machen nun aufsehenerregende Mitteilungen über die zur Prüfung der betreffenden Nachsuchen eingesetzte Regierungskommission in Pjatigorsk. Die Kommission hat nur einmal innerhalb von zwei Wochen Sprechstunde. Es kommen dann die Kranken aus allen Kurorten des Kaukasus; sie werden von den Beamten in der nichtswürdigsten Weise behandelt, und die Kurort-Gesellschaft bemüht sich, in allen Kurorten antisemitiche Stimmung zu erregen. Der russische Schrift-

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