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Das jüdische Echo · 1916-07-28 · 30 (28.7.1916) · p. Seite 280

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
30 (28.7.1916)
Date
1916-07-28
Page
Seite 280 (sequence 8)
Language
German
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280 Das Jüdische Echo Nr. 30 daß ihn beim „Aufsagen“ kein Orkan aus dem Konzept bringen könnte. Kr war gezwungen, ein tüchtiger Schüler zu werden, dank der Abneigung des Herrn Lehrers. Und beim Eintritte ins Leben bewährte er sich auch, der kleine Kolm, indes die anderen: der Keszeghiy Pista, der Esiilök Dani und der Balogh Peti sich an die Brüste des Komitats hängen oder in irgend einem Ministerium als fünftes Rad am Staatskarren untergebracht werden. So ist’s! Der Kohn muß der Korrekteste von allen sein, sonst ist er auch schon der Ärgste. Er muß der Strebsamste sein, sonst ist er der größte Taugenichts. Im vierten Stock des Gyertyanffschen Hauses wohnten vor zwei Jahren zwei Judenjungen in einer Stube und schliefen in einem Bette. Im Ofen hatten sie kein Feuer, so suchten sie einander in dieser Weise warm zu halten. Moritz war ein braunlockiger Bursche, Heinrich ein Rotkopf. Und er hatte, weiß Gott, mehr als genug zu leiden dessenthalben; es frommte ihm auch nicht, daß er immer und immer wieder versicherte: wenn er auch rotes Haar habe, sein Herz sei deshalb doch gut. Moritz lachte ihn aus. „Wie willst du ein gutes Herz haben mit diesem roten Haar! Roter Hund und rotes Pferd und rote Menschen sind nichts wert!“ „Stell mich auf die Probe!1 rief Heinrich, „Gut denn! Ich bin eben sehr durstig; hole mir Wasser vom Brunnen.“ Vier Stock hoch . . . die Treppe finster . . . eine grimmig kalte Winternacht. An Heinrich sträubte sich jedes Stämmchen seines roten Haares empor — aber er stand vom warmen Bette auf und schickte sich zu dem Gange an. Er hüllte sich in die dünne, blaue Bettdecke, tappte sich über die Treppe in den Hof hinab, schöpfte am Ziehbrunnen die Flasche voll, stieg wieder hinauf und reichte dem lachenden Moritz zähneklappernd das Wasser. Dann faßte er sich grimmig am Kopfe und rief weinend vor Erbitterung: „Warte du! Hätte ich nur keine roten Haare!“ Es ist als ob jeder Kohn, jeder Jude rothaarig wäre. Er muß der Vollkommenste sein, um nicht für den Allerschlimmsten zu gelten. Gemeindenu. Vereins-Echo (Unsere Leser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnaohriohten, die in diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höflichst eingeladen.) Personalien. Zu kgl. bayer. Feldhilfsärzten wurden befördert die Unterärzte Ernst L ö w y im Landst.-Inf.-Bat. Ratibor, Paul Grünfeld im 2. Garnison-Bot. in Grafenwöhr, Richard Bloch im 11. Res.-Inf.- Regt., Hans Morgenstern im 10. Feldlazarett, Max Mohr im 15. Res.-Inf.-Regt., Rieh. Flei- (Fortsetzung auf der dritten Umschlagseite) (Inhaber: E. & NI. Kraus) gegr. 1810 49, EllM gegr- 1810 Größtes Leseinstitut Münchens (60000 Bände) Sämtliche Novitäten belletristischen und wissenschaftlichen Inhalts in deutsch, französisch, englisch und italienisch. Operntexte leihweise — Stadtu. Landabonnement Theatinerstraße 49, Entresol (Korsethaus Lewandowski. Americ. Surgeon Dentist ( OSKHR STTIHLl.d.s. 1 Nach!. JOSEF HERZOG Schillerstr. 43/1 Tel. 52600 ordiniert von 10—1 u. 3 5 Uhr. « Sonntag nur nach vorheriger /Inmeldung. I Abschritten Diktate SIEGFRIED München. ScHzente la/ll (Kontorh. Imperial) Tel.|jlWjVJ Duliuö OieMer.JfoßifAaxAl ünJ,. Srf. fjtine Sperren 'Itäsche utyliodervaren 9/Uinchen. S%axLmiliaiv>tr W. Mettrolpt ßeorg lljirtf) oorbeugenöea jntUfel gegen UjitWag Jn jeder Hpothete erlfdltlid) in: Putoerform .. (ju 0.50, 2.25 unö 6.- fltt.) tTablettenform (ju 0.50, J.50 unö 3.20 |WJ Literatur foftenfrei. (jnuptoerfneb unö fabrifation: iuötüigs^potfjele flllünrfjen Xleubauferftrafie 8. Strobel früher über 7 Jahre bei Herrn Hof-Zahnarzt Dr. med. Brabaeher tätig Luitpoldstraße 8 Ecke Prielmayerstr. gegenüber Warenhaus Tietz. Konservierung kranker Zähne und Wurzeln. Spezialität: Plattenloser Zahnersatz. Ganze Gebisse. Erstklassige Ausführung. Zahnoperationen.. mit den neuesten schmerzlosen Mitteln. Telephonische Nr. 11361. Anmeldung erwünscht. Sprechzeit nur Werktags von 9—5 Uhr. ++*••••••••••••••••••••••••••••< Druck Verantwortlich für die Redaktion: und Verlag: B. Heller, Buchdruckerei, München, Herzog Maxstr. 4. Helene Hanna Cohn, München-Solln, Hirschenstr. 7; für den Anzeigenteil: H. W. Stöhr, München i

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