Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 29 (21.7.1916)
- Date
- 1916-07-21
- Page
- Seite 271 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 29 Das Jüdische Echo 271 hilla“ eine Erklärung abzugeben, in der er die ihm von der Presse in den Mund gelegten Behauptungen dementierte. Dem gegenüber weist die jüdische Presse darauf hin, daß Schiff es trotz mehrfacher Aufforderung unterlassen hat, diese Berichtigung der englischen Presse zugehen zu lassen, die doch zuerst die erwähnte Rede gebracht hatte. Schiff erklärte, er wolle von nun an dem politischen Leben fernbleiben und seine öffentliche Tätigkeit auf die Philanthropie beschränken. j. a. K. Misrachi-Versammlung in Amerika. Vom 26. bis 30. Mai fand in Chicago die 3. Jahresversammlung der zionistischen Föderation Misrachi statt. Es wurde beschlossen, eine Lehranstalt gesetzestreuer nationaljüdischer Lehrer zu gründen und dem Rabbinerseminar eine Unterstützung zu bewilligen. Die Kongreßbewegung soll von den Misrachisten tatkräftig unterstützt werden. Ein besonderes Palästinabüro in Amerika soll den Verkauf aus Palästina stammender ritueller Gegenstände fördern. Ein Jewischahdiplom in Amerika. Der Talmudhochschule „Rabbi, Jizchok Elchanan“ in Amerika wurde von der Staatsregierung das Recht zugestanden, den Abiturienten nach Bestehen der Prüfung ein Diplom zu erteilen, wodurch ihnen der philosophische Doktorgrad verliehen wird. Der „Moment“ sieht in dieser Einführung eine bedeutsame Erleichterung und Anregung zum Talmud-Studium. Feuilleton Ch. N. Bjalik. Von Maxim Gorki. Es fällt mir nicht leicht, von einem großen Dichter zu reden, denn es ist fast unmöglich, nur annähernd das wiederzugeben, was seine Dichtungen in unserer Seele hervorrufen, den Sturm der Gefühle, welche durch sie aufgebraust, in Worten auszudrücken. Für mich ist Bjalik ein großer Poet, eine seltene und vollständige Verkörperung des Geistes seines Volkes. Er ist genau ein Prophet wie Jesajah, den ich unter den Propheten am meisten liebe. Er ist auch der moderne Hiob. Gleich fast allen geborenen Russen kenne ich nur sehr wenig von der jüdischen Literatur, aber nach dem, was ich kenne, scheint es mir, daß das jüdische Volk noch nie, jedenfalls nicht in den letzten 19 Jahrhunderten, einen Dichter von soviel Kraft und Schönheit besaß. In der russischen Sprache verlieren gewiß Bjaliks Schöpfungen die Hälfte ihrer Kraft und Bildhaftigkeit, und doch lassen auch die Übersetzungen die Schönheit von Bjaliks dröhnender Sprache erkennen. So wie Bjalik kann nur ein Mensch von ungewöhnlicher geistiger Gewalt sprechen, ein Mensch im heiligen Zorn, ein Dichter mit feurigem Herzen, der im Herzen seines Volkes den edlen Stoff zu erwecken berufen und befähigt ist. Und dennoch ist Bjalik wie alle großen Poeten auch allmenschlich, und beim Lesen einiger seiner Gedichte erfaßt einen oft ein erschütterndes Mitleid nicht allein mit dem Juden, sondern auch mit seinem eigenen Volke. Wie glühende Kohlen fallen manche seiner Strophen auf das Herz und nicht nur auf das Herz des Juden. Durch Bjaliks Flerz sind alle Leiden seines Volkes hindurchgegangen, das Herz des großen Dichters ist tief, und alles findet darin einen starken Widerhall, wie der Schall einer Riesenglocke. Seine Trauer und seinen Zorn schüttet er aus in der strafenden Rede eines Propheten, und doch ist ihm auch die einfache liebe Menschheit nicht fremd. Wenn er will, zeigt er sich auch als großer Lyriker. Br ist überhaupt eine breite wahre lautere Natur, der nichts in der Welt fremd ist. Bis zur Verzweiflung liebt er sein Volk. Er redet mit ihm bald racheerfüllt, bald zornig und aufbrausend. Aber das ist der Zorn eines Liebenden, der große Zorn eines Volksherzens, weil der Dichter das Herz des Volkes ist. Durch den Sturm von Zorn, Trauer und Verzagtheit bricht wie ein lichter Strahl die Liebe des Dichters Bjalik zum Leben hindurch, zu der Erde und sein starker Glaube an die geistigen Kräfte des Judentums. Dieser Glaube Bjaliks hat in mir die Gewißheit erweckt, daß das jüdische Volk ein geistig starkes Volk ist. Dieses Volk hat die Menschheit mit einem großen Dichter und Propheten beschert. Gemeinden* u. Vereins-Echo (Unsere Leser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnachrichten, die in diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höflichst eingeladen.) Personalien. Herr Dr. Felix A. Theilhaber erhielt die preuß. Rote-Kreuz-Medaille. Das kgl. preuß. Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde verliehen dem Rechtspraktikanten kgl. Leutnant der Reserve Dr. Julius Schloß in München, dem Kaufmann und kgl. bayer. Leutnant der Res. im 1. Feld-Artill.-Regt. Artur Bär lein in Fürth und dem Vizefeldwebel Philipp N e u im 22. Inf.- Regt. Der Lehrer an der Iraelit. Realschule in Fürth Fritz Koch wurde zum kgl. bayer. Lehramtsassistenten an der kgl. Realschule in Aschaffenburg ernannt. Zum kgl. bayer. Major der Landwehr wurde befördert der Hauptmann Heinrich Krämer. Zu kgl. bayer. Hauptleuten bezw. Rittmeistern der Reserve wurden befördert die Oberleutnants Kurt W o 1 f f im 13. Inf.-Regt., Fritz Bachmann und Benno Strauß im 20. Inf.-Regt., Ernst A 1 exander im 22. Inf.-Regt., Heinrich Bachmann im 11. Feld-Art.-Regt., Gottl. Goßwei- 1 e r im 1. Fuß-Art.-Regt., Leo L ö w e n s t e i n und Eugen Frei im 1. Telegraph.-Bat., Martin Morgenroth in der 2. Trainabteil., Wilhelm Niedermayer (Regensburg), Max Böhm (Hof), Leonhard Wurzinger (Kempten) und Oskar Sander, alle von der Landwehrinfanterie, Wilhelm Frank (Erlangen) in der Fuß-Art., Ludwig E ß 1 i n g e r (Nürnberg) bei den Pionieren, Richard Maas (Nürnberg) bei den Telegraphentruppen und Martin Aengerer im 14. Inf.-Regt. Zu kgl. bayer. Leutnants der Reserve wurden ernannt die Vizefeldwebel Max Vogel im 5. Inf.-Regt., Joseph Steinberger im 6. Jnf>- Regt., Gustav Mühlhause r im 12. Inf.-Regt., Otto F r ä n k e 1 im 17. Inf.-Regt., Herrn. Feldmann im 24. Inf.-Regt., Alfons Erbacher im 16. Res.-Inf.-Regt., Karl Ruppel im 2. Ersatz- Reegt., Markus A n g e r e r im 3. Jäger-Regt., Karl Löser im 3. Jäger-Regt., Max Hesselberger in der 2. Kan.-Abt., Hermann Cassel im 1. Fuß-Art.-Regt., Kurt Stein im 3. Res.-Fuß-