Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1916-06-02 · 22 (2.6.1916) · p. Seite 210

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
22 (2.6.1916)
Date
1916-06-02
Page
Seite 210 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9072829-9102942-9137312--00878-9073704
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

210 Das Jüdische Echo Nr. 22 dann alle Segen in Erfüllung, so man ihn mit ihnen segnete, und er bleibt frohen Mutes den ganzen selbigen Tag. Der Westwind weht von Mittag bis Abend, und mit ihm zusammen gehen aus vierhundertfünfundsechzig Winde, welche die Gräser, die Bäume und alle Gewächse zum Blühen bringen. Ein Engel ist von Mittag bis Abend über diese Winde befohlen, der heißt Raphael. Der Südwind weht von Anfang des Abends bis Mitternacht, und mit ihm zusammen gehen aus der Schatzkammer der Lust zweihundertfünfundsiebzig Winde, welche die Erde fett machen und die Kälte lindern. Ein Engel ist über diesen Wind befohlen, Uriel ist sein Name. Dieser Wind legt sich schwer auf die Kranken, und sie fühlen seinen Druck, aber der Welt bringt er Gutes. Der Nordwind weht von Mitternacht bis Morgen und dreihunderttausend andere Winde wehen mit ihm zusammen; er ist der rauheste von allen, aber er tut wohl denen, die gebrechlichen Leibes sind. Das heilige Land. Das heilige Land liegt höher denn alle Länder. Das heilige Land ist zuallererst erschaffen worden, und die ganze übrige Welt erst nachher. Das heilige Land tränkt der Herr selber, und die ganze übrige W'elt tränkt er durch einen Boten. Wie aber wird die Erde getränkt? Die einen sagen: des Ozeans Wasser tränken alles Land. Sind sie doch salzig, des Ozeans Wasser. Aber die Wolken machen sie süß. Andere wiederum sagen; es wird alles Land von dem Wasser getränkt, das von oben kommt, wie es auch heißt: den Regen vom Himmel wirst du trinken. Aber wie soll ich‘s nur deuten: Und ein Nebel ging auf von der Erde und feuchtete alles Land. Das will wohl heißen: die Nebel schwellen an und gehen zum Himmel auf und tun ihren Mund auf und saugen sich des Regenwassers voll. Abei wie ein Sieb so sind die Wolken voll Löcher, und durch die Löcher sickert der Regen auf die Erde, und zwischen Tropfen und Tropfen ist wie eine Haarbreit. Der Garten Eden. Der Garten Eden ist noch vor der Welt erschaffen worden; alle seine Anlagen und seine Pflanzungen und auch das Gewölbe über ihm wie der Boden unter ihm — alles war schon da, und erst tausenddreihunderteinsechzig Jahre, drei Stunden und zwei Augenblicke nachher sind Himmel und Erde geschaffen worden. Der Boden des Gartens, woraus ist er nur gemacht? Ja, als der Herr an die Erschaffung des Gartens ging, nahm er den Schnee, der unter seinem Stuhle war, und daraus wurde der Boden des Gartens Eden. Und des Gartens Boden ist über unserer Erde und nur zuweilen streift er die Erde, welche höher ist denn alle übrigen Erden. Der Himmel aber, der sich über dem Garten wölbt, leuchtet in allen Farben und ist herrlich wie Saphirstein, und mitten im Gewölbe ist der Name des Herrn eingegraben. Die vier Flüsse. Es ging aus von Eden ein Strom zu wässern den Garten und teilte sich dann in vier Hauptflüsse. Der erste heißt Pison, denn um ihn wächst der Lein; das Wasser quillt übervoll und fließt um das ganze Land Hevilla; daselbst findet man Gold, und das Gold des Landes ist köstlich; da findet man auch Bedellion und den Edelstein Onyx. Die Welt hat's nicht verdient, daß sie Gold besäße; warum ist‘s da erschaffen worden? Ja, um des heiligen Tempels willen ist es da. Der zweite Fluß heißt Gilion, der fließt um das ganze Mohrenland; der dritte Fluß heißt Hiddekel, dies ist ein reißender Strom, er fließt vor Assyrien; der vierte Fluß ist der Euphrat, des Wasser fruchtbar ist und sich mehrt. Du fragst den Hiddekel: Warum tobst du nur so einher? Er antwortet: Auf daß mich alles sehe und höre. Du fragst den Euphrat: Warum hört man dich gar nicht? Er antwortet: Dessen bedarf ich nicht, meine Werke sprechen für mich. * * * Auch die Späteren erzählten von den vier Flüssen. Es ging aus von Eden ein Strom und teilte sich von dannen in vier Hauptfliisse. Der erste ist Pison, auch Ganges genannt, der fließt um das ganze Inderland und bringt mit sich das Gold. Zehn andere Flüsse laufen in den Ganges, er selbst aber eilt mit großer Schnelligkeit in das Meer. Der zweite Fluß heißt Gilion. dies ist der Ni Ins, der fließt um das Land Äthiopien. Dies ist der größte Strom der Welt; in der Zeit, da die Sonne im Saturn steht, welche Zeit die Monate Thamus und Ab sind, dann mehrt sich sein Wasser überaus und tränkt die ganze Welt. Siebenhundert Inseln sind in dem Fluß; in ihrer Mitte ist eine, Meria benannt, welche das Reich ist der Königin von Saba. Der dritte Fluß ist der Hiddekel, auch Tigrus benannt, seine Fluten sind reißend, und er fließt um das Reich Armenien. Der vierte Fluß ist der Prat, auch Euphrat genannt, er fließt um das Land der Chaldäer, teilt Babylon und läuft in das Schilfmeer. ‘ - ' Die Bestimmung der Planeten. Dies ist die Bestimmung der Planeten. Saturn, der hat zu befehlen über Armut, über Not, über Schmerz, über Zerstörung, über jede Plage und innere Krankheit und über den Tod. — Mars, dies ist der Planet des Blutes, des Schwertes, des Bösen, des Zankes und Streites, der Beulen und Wunden, des Krieges, der Feindschaft und des Neides, der Reibungen und der Schläge; auch ist er befohlen über das Eisen, über Feuer und Wasser und über den Einsturz — Jupiter, der hat zu bestimmen über das Leben, über den Frieden, über das Gute, über die Friedfertigkeit, über die Ruhe, über die Lehre, über Freude und Frohsinn, über Reichtum, über Ehre und über die Herrschaft — Venus, die ist gesetzt über die Anmut und die Gnade, über die Liebe, den Trieb und die Lust, über die Fruchtbarkeit, über die Zeugung der Menschen, über die Brunft der Tiere, über die Früchte der Erde und Früchte der Bäume — Merkur, dem unterstehen die Weisheit, die Klugheit und die Vernunft, das Wissen, die Kunst zu bilden, und zu schneiden, die Schrift und alle Sprachen. — Die Sonne, der liegt ob der Wechsel von Licht Hotel Simson Tutzing! am Starnbergersee wieder geöffnet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.