Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 16 (21.4.1916)
- Date
- 1916-04-21
- Page
- Seite 151 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9072829-9102942-9119176--00813-9073639- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 16 Das Jüdische Echo 151 des Herrn Rabbiner Dr. Eckstein folgend Herr Universitatsprofessor Dr. Ludwig Stein, Berlin über „Die Weltanschauung des Orients“ Dem Redner war daran gelegen, dem Publikum klar zu machen, daß es nicht genüge, wenn wir Deutschlands neue Bundesgenossen nur nach ihren äußeren Verhältnissen kennen, sondern daß es notwendig sei, uns auch in ihr Innenleben, in ihre Weltanschauung einen Einblick zu verschaffen Er führte die Lehren der Philosophen der neueren, ganz besonders aber die der vormohammedanischen Zeit an den gespannt lauschenden Zuhörern vorüber; erklärte ihre Bedeutungsart und daraus hervorgehend die religiöse Weltanschauung des Islams (wobei er auch, erwähnte, was der Koran dem Judentum entlehnt habe), um schließlich festzustellen, daß die islamitische Weltauffassung dem deutschen Geist sehr nahekomme, daß die christliche, die jüdische, die mohammedanische Religion sämtlich auf die Verkündung des Gottesglaubens gegründet seien. Der Redner hob in trefflichen Ausführungen hervor, daß Deutschland seine Geisteskultur ganz allein dem Orient zu verdanken habe, durch die von dort aus verbreiteten Lehren des alten und neuen Testaments; und stellte an Deutschland die Forderung, dieser Dankesschuld sich bewußt zu sein und sie an seine Bundesbrüder abzutragen, nicht nur durch Kriegs- und Wirtschaftshilfe, sondern durch eine geistig-kulturelle Annäherung. Deutschland habe zur Zeit als der Orient auf der höchsten Kulturstufe stand, sein Wertvollstes, die Kultur des Geistes von ihm empfangen und habe nun, da es den Orient überholt, die Pflicht, ihm die entlehnten Geistesgüter zurückzuerstatten; wozu es reichlich Gelegenheit haben wird, was Redner mit dem Ausdruck der zuversichtlichen Hoffnung verband, daß auch wieder eine Zeit kommefn wird, wo höhere und bessere Dinge als Kriegführen die Interessen der Menschheit bilden werden. Der außerordentlich schöne Vortrag mit seiner Fülle interessanter Erläuterungen — bei denen wir auch einmal etwas von unseren jüdischen Philosophen zu hören bekamen — bot einen selten interessanten Abend. JL — —_S (In dieser Abteilung finden AnZ6l9GlV"BCnO Voranzeigen der Vereine auch ausserhalb Münchens kostenlose Aufnahme.) Nürnberg. Die Mitglieder der Zionistischen Ortsgruppe treffen sich allwöchentlich Mittwoch abends an ihrem Stammtisch im Cafe Central. Gäste und Freunde sind stets willkommen. Aus den Reihen unserer Mitglieder starben für ihr Vaterland: Fritz Lustig, cand. ing. Freiw.-Unteroff. d. Res, i. e. bayer. Res.-Inf.-Reg. Hugo Heumann, i, e. bayer. Reserve-Inf.-Reg., Salo Rauchwerk EinJ.-Freiw.-Korporal im 57. Inf.-Reg., Felix Berliner, cand. med. in einem preuss. Grenadier-Reg. Karl Biihler Unteroffiz. im k. bayer. I. Feld-Art.-Reg., Fritz Kohn in einem Infanterie-Regiment Strumpf im k. k. Landwehr-Inf.-Reg. 34. Sie alle werden bei uns nicht vergessen werden! Jüdischer Turnverein München I. A.: Apotheker H. Lewin, Ludwig Langenbach, 1. Vorstand. 2. Vorstand. Amerie. Surgeon Dentist OSKAR STAHL l.d.s. ' Nacht. JOSEF HERZOG Schillerst!*. 43/1 Tel. 52600 ordiniert von 10—1 u. 3—5 Uhr. Sonntag nur nach vorheriger Anmeldung. München. Verein Bne-Jehuda. Samstag, den 22. April abends 9 Uhr, zwanglose Pessachunterhaltung, Restaurant Feiner, Schillerstraße. Gäste herzlich willkommen. Jüd. Turn- und Sport-Verein. Das Turnen am Samstag, 22. er. findet nicht statt. Jüdischer Wanderbund „Blau-Weiß“ München. 30. April: Mädchen: 1. Zug; 6 Uhr 5 Min. Hauptbahnhof, Weßling—Schöngeising—Bruck—rund um den Wörthsee. M. 1.20. 2. Zug: 7.45 Uhr Isartalbahnhof, Gauting—Starnberg. 65 Pfg. 3. Zug: 7.30 Uhr Hauptbahnhof, Allach—Dachau—Fürstenfeldbruck. 80 Pfg. Buben: G. W. 6 Uhr 10 Min. Hauptbahnhof, Weßling—rund um den Wörthsee—Grafrath. M. 1.25. H. W. 1 Uhr 30 Min. Neuhausen, Endstation Linie 1, Menzing—Lochhausen—Puchheim. 40 Pfg. Heimabend: Buben: 2. Zug: Donnerstag, 27. April 7 Uhr, Bayerstr. 67/69. München. Die Mitglieder der Zionistischen Ortsgruppe treffen sich allwöchentlich Montag abend um 8.30 Uhr im Cafe Fürstenhof, I. Stock. Gäste und Freunde sind stets willkommen. Monogramme, Handarbeiten, Stickereien für Kleider, Blusen, Wäsche Bei Ausstattungen Äusnahmspreise Alf D Vt I IGL München, Marienpl. 13/1 HKAU^ (Cafe Perzel) grv -=!>_:. »QPt- -XXX T-X. zx.>OC Druckarbeiten für den Geschäfts-Bedarf 5 in vornehmer und wirksamer Ausstattung, unter Verwendung guter u, preiswerter Papiere liefert Buchdruckerei B.HellerMünchen Herzog Ma*straße Nr. 4