Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 15 (14.4.1916)
- Date
- 1916-04-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Angelegenheiten Ers che inungs zc i t: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalteri oder den V erlag — Bezugspreis: Viertelj. M. 1.—, Halbj. M. 2.—, Ganzj. M.4.—, Einzelnummer 10 Pf. —Verlag des ״Jüdischen Echo" : München, Herzog Maxstr 4 — Redaktion: Helene Hanna Cohn, München, Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 25 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— Dieselbe für kleine Anzeigen 15 Pf. — Anzeigenannahme: Verlag des ״Jüdischen Echo“, München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 53099. Postscheckkonto: München 3987. Nummer 15 München / 3. Jahrgang 14. Äpril 1916 1-. - 5, M . ■ ,G»• 1916 Wochenkalender (5676) תח$ו Samstag Äpril 15 Nissan ניסן. 12 Sonntag 16 13 Montag 17 14 Dienstag 18 15 Mittwoch 19 16 Donnerstag 20 17 Freitag 21 18 ש״הגדול אחרי מות Gottesdienste: Morgens Hauptsyn. 8.30 Herzog Rud.-Str. 7.80 Sabbath-Ausgang 7.45 ערב פסח Abends Hauptsyn. 615 Herzog Rud.-Str. 645 פםח| Morgens Hauptsyn. 8°° Herzog Rud.-Str. 715 Sabbath-Eingang: Haupt - Synagoge 6.1s Herzog Rud.-Str. 7.00 Inhalt: Mara: Ganz Israel ist verantwortlich *״ ׳ einer für den andren; N. Goldmann: Die Weltkultur der. Zukunft; Welt-Echo; Literar. Echo; J. L. Perez: Verrückte Leute; Gemeinden- und Vereins-Echo. Ganz Israel ist verantwortlich einer für den andren! Zum ersten Male seit langer Zeit schickt sich das Judentum an, eine nationale Tat, eine Tat nationaler Politik zu vollbringen. In den Milhonen von Juden in Amerika ist angesichts der ungeheuren Katastrophe, die über die Juden des Ostens hereingebrochen ist, angesichts des Wahn- Witzes, daß Juden in den Armeen einander feindlieber Völker gegen ihre eigenen Stammesbrüder kämpfen müssen, die Erkenntnis erwacht, daß die nationale Lage der Judenheit abnorm ist und daß etwas geschehen muß, um sie normal zu gestalten. In den Juden Amerikas ist ferner das Bewußtsein erwacht, daß derjenige Teil der Judenheit, dem zur Zeit für eine politische Tat die Hände frei sind, die Pflicht hat. die nationale Zusammengehörigkeit aller Glieder des jüdischen Volkes der Welt gegenüber zu vertreten und für sie alle diejenigen Recht zu fordern, die ihrem Menschen- und Volkstum gebühren. Auf dieser Erkenntnis baut sich der Entschluß der Juden Amerikas auf, einen Kongreß einzuberufen, dessen Aufgabe es sc i n soll, nationale Forderungen z u f 0 rm u 1 i e r e n , d i e auf einem künftigen Friedenskongreß im Namen der gesamten Judenheit erhoben werden sollen. Eine moderne praktische Anwendung des aus dem geistigen ins materielle Leben übertragenen Satzes: Ganz Israel ist verantwortlich einer für den andren! Dem Kongreßgedanken erstanden bekanntlich von vornherein Gegner aus den Kreisen der amerikanischen Judenheit selbst, vor allem aus den Kreisen des American Jewish Committee, das in der national-demokratischen Basis, auf der dieser Kongreß Zustandekommen sollte, eine Gefahr sah. Eine Gefahr für die Stellung der Juden in Amerika. Daß etwas für die vom Kriege zu Boden geschlagenen Juden geschehen müsse, sagten sich die Mitglieder des American Jewish Committee wohl selber, aber nicht durch die Judenheit als nationale Gemeinschaft sollte es ihrem Willen nach geschehen, sondern durch einige einflußreiche Bürger jüdischer Konfession, die ihren Einfluß bei der amerikanischen Regierung geltend machen sollen. Nicht die Judenheit sollte wohl nach der Meinung der Herren auf einem künftigen Friedenskongreß Forderungen stellen, sondern die von amerikanischen Juden entsprechend beeinflußte amerikanische Staatsregierung. Dieser Meinung steht diejenige der überwiegenden Mehrheit der amerikanischen Juden gegeniiber, und auf den mannigfachen vorbereiten־ den Konferenzen, die letzthin in amerikanischen Städten stattfanden, wurde allgemein der Wunsch ausgesprochen, daß das jüdische Volk selbst seine Wünsche bezüglich der bürgerlichen, politischen und nationalen Rechte der Juden in den Ländern, wo diese ihnen vorenthalten werden und bezüglich ‘einer Heimstätte in Palästina geltend machen solle. Um gegen diesen Standpunkt nochmals energisch Front zu machen und dessen Gefährlichkeit darzulegen, hat eines der bewährtesten Mitglieder des American Jewish Committee, Jacob H. Schiff, bei der kürzlich in New York stattgehabten siebenten Jahresversammlung der ״Einwanderer-Unterstiitzungs-Gesellschaft“ das Wort ergriffen. Er sagte folgendes: ״Dank der Organisation, an deren Spitze Richter Sanders steht, konnten wir dahin wirken, daß der Jude, der hierher kam, diesem Lande zum Segen gereichte, wie es der wird, der nach dem Kriege seine Schritte in dieses Land lenken wird. Wir haben uns aber nicht nur um diese zu kümmern, sondern noch mehr um die, die Zurückbleiben. Es macht nichts aus, wie viele hierher kommen, und ich wünschte, es kämen recht viele, denn 2—3 Millionen können wir bequem in diesem weiten Lande unterbringen, aber es bleiben doch noch etwa 6 Millionen zurück in Rußland, und diese Zurückgebliebenen stehen meinem Herzen näher, als die, die hierher kommen. Der Jude kann nur hierher kommen, das möchte ich M