Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 13 (31.3.1916)
- Date
- 1916-03-31
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Ängelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag — Bezugspreis: Viertelj. M. 1.—, Halbj. M. 2.-, Ganzj. M. 4.—, Einzelnummer 10 Pf. — V erlag des ״Jüdischen Echo“ : München, Herzog Maxstr 4 — Redaktion: Helene Hanna Cohn, München, Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 25 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— Dieselbe für kleine Änzeigen 15 Pf.— Anzeigenannahme: Verlag des ״Jüdischen Echo“, München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 53099. Postscheckkonto: München 3987. Nummer 13 München / 3. Jahrgang 31. März 1916 1916 Wochenkalender (5676) תרעו April II. Adar תזריע פ״החדש n.-ä. אדר ש Gottesdienste: Samstag 1 27 Morgens Hauptsyn. 8.30 Herzog Rud.-Str. 7.80 Sonntag 2 28 Sabbath-Äusgang 7.23 Montag 3 29 Nissan ניסן Dienstag 4 1 1 Mittwoch 5 2 Donnerstag 6 3 Freitag 7 4 Sabbath-Eingang: Haupt - Synagoge 6.15 Herzog Rud-־Str. 6.30 Inhalt: Karl Glaser: Der jüdische Wanderbund ״Blau-Weiß“; Eine Unterredung mit Botschafter Morgenthiau; Der abgeschaffte Ansiedlungsrayon; Martin Bubers neue Zeitschrift; Welt-Echo; Jüdische Sagen; Gemeinden- und Vereins-Echo. Der jüdische Wanderbund ״Blau ״Weiß“ Vor kaum vier Jahren wurde in Berlin der Jüdische Wanderbund ״Blau-Weiß“ gegründet und damit das Interesse am jüdischen Jugend- Zandern in weite Kreise getragen. Der Anfang war schwer, die Sorgen, mit denen der junge Verein zu kämpfen hatte, nicht gering. Ihn schleuderte nicht gleich dem ״Wandervogel“ stürmisches Wollen tausender junger Herzen ins Dasein — dazu fehlte der jüdischen Jugend die Geschlossenheit — kein unhaltsames Drängen aus der grauen Eintönigkeit des täglichen Lebens in die grüne Romantik der Wälder — solche Nöte überwand der tändelnde Intellekt; der Jüdische Wanderbund ״Blau-Weiß“ war die Folge einer Überlegung, einer zweckmäßigen und zweckbewußten Vereiinsgründung. Es galt zum ersten Male den Versuch zu machen, die jüngere Generation dem tödlichen Einfluß einer materialistisehen Umwelt zu entziehen, sie in und durch die Natur zu natürlichem Denken, zu einer idealistisehen Welt- und Lebensauffassung zu erziehen. Dem heranwachsenden Geschlecht, das nur zu sehr jede Möglichkeit zu einer festen Stellungnähme den Problemen der Zeit gegenüber verloren hatte, und daher jeder neuen ״Richtung“, jeder noch moderneren Strömung unbesehen und gleichgültig Gefolgschaft leistete, sollte mit dem stolzen Bewußtsein seines Judentums der Halt und die Kraft wiedergegeben werden, sich die drängenden Erlebnisse anzupassen, anstatt sich ihnen widerstandslos zu assimilieren. ״In zweiter Linie sollten auf das Gemüt des Wanderers“ — schon sehr früh erkannten wir das — ״die strengen Sittengebote des Wanderbundes wirken, idid Disziplin, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe, Kameradschaftlichkeit, Respekt und Bescheidenheit mit den körperlichen Tugenden des Mutes, der Geistesgegenwart, der Enthaltsamkeit“ — wir meiden jedes Rauschmittel — ״der Genügsamkeit und der Ausdauer verbinden wollen“. Die Beobachtung schließlich, daß nichts geeigneter ist als das Wandern, dem jugendlichen Körper Widerstandskraft, dem ju- Jtn die Leser des ״Jüdischen Echos4‘ Das zweite Vierteljahr steht vor der Tür. Trotz aller Schwierigkeiten ist es uns bisher gelungen, die Existenz des ״Jüdischen Echos" auch während des Krieges zu erhalten. Wir sind zur Erreichung dieses Zieles nicht vor Opfern Hurückgeschreckt. Wir brachten diese Opfer in der Erkenntnis, daß die Zeit nicht fern ist, da das Bestehen einer jüdischen Zeitschrift, die zu allen brennenden Tagesfragen Stellung nimmt, eine dringende Notwendigkeit sein wird. Sobald der Tag kommt, da unsere bürgerlichen Zustände eine Neuregelung erfahren, sobald der Burgfriede aufgehoben sein und über das Geschick der Ostjuden der Urteilsspruch gefällt werden wird, werden die Juden Bayerns uns für die Erhaltung eines jüdischen Organs Dank wissen. Um das Bestehen des ״Jüdischen Echos“ auch weiterhin zu ermöglichen, müssen wir jedoch unsren Kreis zahlender Abonnenten vergrößert sehen. Wir fordern die Leser des ״Jüdischen Echos", soweit sie noch nicht regelmäßige Bezieher unsrer Zeitschrift sind, auf, uns mittels der beiliegenden Bestellkarte den Abonnementsbetrag für das zweite Vierteljahr 1916 einzusenden. Der geringe Bezugspreis von Mk. 1.— pro Vierteljahr macht jedem die Bestellung möglich.