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Das jüdische Echo · 1916-03-10 · 10 (10.3.1916) · p. Seite 87

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
10 (10.3.1916)
Date
1916-03-10
Page
Seite 87 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 10 Das Jüdische Echo 87 meter über den Grabenrand erheben soll. Darüber kommen die Tiere nicht fort, und man braucht nichts weiter zu tun, als zu warten, bis der ganze Zug drinnen ist und dann die ausgehobene Erde wieder zurückzuschaufeln. Aber woher im ganzen Lande das Wellblech nehmen? Zwar werden Dächer und Schuppenwände requiriert, doch im Verhältnis zum Bedarf ist der Vorrat nur gering. — (Fortsetzung folgt.) Für wos ich simpatisier mit Deitschland. Der Dichter Morris Rosen fei d veröffentlicht in amerikanischen Blättern folgende Verse: S’is nit der Krieg mejn Ideal, Ich such’ in hejßes Blut kein S’chus,1) Doch quell’ ich an von Deitschlands Knal,2) Wos lernet an dem wilden Ruß.3) Es hot der Himmel angeschickt Dem Deitsch als Robtiik4) af Kazapp,5) Er wehtogt itzt,6) er krächzt, er liegt, Er wet nit offstehn vun sein Klapp. Ich bin ganz fremd dem Teuton-7) Es is der Jid in mir, wos redt, Doch winsch ich Broches8) Deitschlands Föhn,9) Was flattert iber Rußlands Städt’. Nur zu Pogromen is er Held, Der Bär, der Fonje,10) der Barbar, Doch nit zu Deitschen oif’m Feld, Denn dorten toig der Zar oif Zaar (Unglück). Amerika, Du bist mein Land, Far Dir, oif Leben und oif Tojd Doch bensch11) ich Deitschlands starke Hand, Wos hackt mein Ssojne12) wie in Krojt.13) Nit wundert, wos ich sing a Lied Dem Deitsch, wos ich bin ihm a Frejnd, Ich sing ihm, weil er wet nit mied, Zu reißen Sticker vun mejn Fejnd. Mein Lied der deitschiger Nation Hoch far dem Kaiser und sejn Land, Hoch far sejn Mut und far sein Föhn, Und Hoch far sejn gebenschte Hand! Ostjüdische Sprichwörter. In der „Ostjuden“- Nummer der „Süddeutschen Monatshefte“ finden wir eine Reihe ostjüdischer Sprichwörter: Wenn man das Altern scheut, soll man sich in der Jugend auf hängen. Halbe Wahrheit ist ganze Lüge. Borgt man jemandem Geld, so kauft man sich einen Feind. Scheren lernt man am Besten an einem fremden Bart. Lebte Gott auf dieser Welt, so schlügen ihm die Menschen alle Fenster ein. Der gute Mensch braucht keine Prügel, dein schlechten nützen keine Prügel. Ein Huhn esse ich am liebsten zu zweit: ich und das Huhn. 4) Verdienst. 2) Bin ich froh über Deutschlands Schläge. 3) Die den wilden Russen lehren werden! 4) Peitsche. 5) Russe. °) Klagt jetzt. 7) Teuton (dreisilbig) Deutscher. 8) Segen. 9) Fahne. 10) Russe. 41) Preise. 12) Hasser. 13) Kraut. Drei Dinge wachsen auch bei Nacht: Einkünfte. Mietzins und unverheiratete Töchter. Schenkt der Vater dem Sohn. — so lachen beide; schenkt der Sohn dem Vater. — so weinen beide. Sich selbst loben ziemt sich nicht, schadet abe'- auch mellt. Nimmt ein alter Mann ein Junges Weib, so wild der Mann jung und das Weib alt. Die alte Jungfer ist gefeit vor frühem Tod. Die vierte Kriegsanleihe. Seit Kriegsbeginn wendet sich die Reichsfinanzverwaltung in regelmäßigen Zeitabschnitten an das gesamte Volk, an die Großkapitalisten und kleinen Sparer, an die Großindustrie und die Handwerker, an alle Erwerbs- und Berufskreise, um sich immer neue Mittel zur Wehrhaftmachung des Vaterlandes und zur Fortführung des Krieges bis zum siegreichen Ende zu holen. Das ist eine Bekundung der allgemeinen Wehrhaftigkeit, deren Inanspruchnahme ebenso selbstverständlich ist wie ihre Befolgung. Darüber herrscht im Deutschen Reich kein Zweifel. Niemand, der mit offenen Blicken die weltgeschichtlichen Ereignisse an sich vorüberziehen sieht, ist in Unkenntnis über die Bedeutung des Geldes bei diesen Geschehnissen. Er weiß, daß der Krieg nicht nur Geld kostet, sondern auch immer teurer wird. Heute muß Deutschland täglich fast das Doppelte der Summe aufwenden, die es in den Anfängen des gewaltigen Ringens um seine Existenz ausgegeben hat. Und daß die Aufwendung dieses notwendigen Aufwands nicht versage, ist eine der wesentlichen Vorbedingungen des Sieges. Die Feinde verkünden den Zusammenbruch der deutschen Finanzen. Wir aber werden ihnen beweisen, daß die Stützen ungebrochen sind und daß die Kraft des Volkes unerschöpfbar ist. Im Zeichen der unbedingten Gewißheit des militärischen Sieges der Zentralmächte erscheint die vierte deutsche Kriegsanleihe. Das ist die beste Vorbedingung des Erfolges. Und die Ausstattung der neuen Schuldverschreibungen ist wieder ein Beweis dafür, daß das Deutsche Reich für das, was es fordert, die entsprechende Gegenleistung zu bieten gewillt ist. Die vierte Kriegsanleihe stellt der deutschen Finanztechnik insofern ein glänzendes Zeugnis aus, als sie die ersteAbweichung von dem fünfprozentigen Kriegs Zinsfuß bringt. Es erschien zweckmäßig, den Versuch mit der Einführung eines neuen Anleihetyps zu machen; und so entschloß sich die Reichsfinanzverwaltung, neben der fünfprozentigen Reichsanleihe wieder Reichs schätz;anweisung e n zur Wahl zu stellen, diesmal aber v i e r e i nhalbprozentige. Damit ist, was die Verzinsung betrifft, eine neue Art von Schuldverschreibungen in die Reihe der deutschen Reichs¬ und Staatsanleihen eingeführt, während die Art selbst bekannt und beliebt ist. Die beiden ersten Kriegsanleihen hatten gleichfalls Schatzanweisungen gebracht. Das erstemal im festen Betrag von 1 Milliarde, auf die 1340 Millionen gezeichnet wurden; das zweitemal, unbegrenzt, mit einem Zeichnungsergebnis von 775 Millionen. Bei der dritten Anleihe wurde das Doppelangebot unterbrochen, um jetzt wieder aufgenommen zu wer-

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