Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 10 (10.3.1916)
- Date
- 1916-03-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Ängelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag. — Bezugspreis: Yiertelj. M. 1.—, Halbj. M. 2.-, Ganzj. M. 4.—, Einzelnummer 10 Pf.— Verl a g des „Jüdischen Echo" : München, Herzog Maxstr.4. - Redaktion: Helene Hanna Cohn, München, Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 25 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— Dieselbe für k 1 e i n e Anzeigen 15 Pf. — Anzeigenannahme: Verlag des „Jüdischen Echo", München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 53099. Postscheckkonto: München 3987. Anzeigen-Geschäftsstelle: Fachschriften-Propaganda-Verwaltung München, Donnersbergerstr. 16 Nummer 10 München / 3. Jahrgang 10. März 1916 Für Palästina! Wiederum kommen Nachrichten aus Palästina, Die jüdische Bevölkerung; des heiligen Landes und Not zu kämpfen. Sie kämpft und leidet in dem Bewußtsein, daß auch tatkräftige Linderung bei all denen auslösen teuere Hoffnung ist. Die Arbeiter, die — zumal in der Kriegszeit — Not. Einige Tage der Woche müssen Arbeiter, sonst auf Unterstützung angewiesen waren, hunser dem Hilfswerk für Palästina erstattet worden ist, zugunsten unserer palästinensischen Brüder. Die Organisation des Hilfswerkes in Palästina stehen und lange Zeit hindurch wurde eine Katast aus Amerika vorhanden waren. In der letzten Zeit hat aber die Hilfstätigkeit Wir hoffen, daß die Juden Deutschlands ihre Es geht um eine Hilfe, die den Hunger stillt künftigem Wirken bewahrt. die alle Juden zur Hilfstätigkeit aufrufen, hat in unaufhörlich steigendem Maße mit Mangel ihr Ausharrten Verständnis und Mitgefühl, :aber wird, denen Erez Israel ein heiliges Wort und eine mit dem Geringsten sich bescheiden, leiden bittere Handwerker, Schüler und jene Kreise, die auch n, weil die Mittel nicht reichen. Der Bericht, der verlangt ungesäumtes und großzügiges Eingreifen ist vorhanden. Volksküchen. Darlehenskassen berophe vermieden, da Hilfsgelder aus Europa und versagt. Eine neue Aktion tut not. Pflicht tun werden. und unsere Brüder und die Arbeit ihrer Hände Hilfswerk für Palästina. Geldsendungen sind zu richten an das Hilfswerk für Palästina. Berlin W 15. Postscheckkonto Nr. 4192. Das Judentum als Wissenschaft.*) Die Deutschen sind ein Volk, bei dessen Beobachtung man aus dem Staunen gar nicht herauskommt. Auf allen Seiten von Feinden bedrängt, kämpfen sie einen verzweifelten Kampf um ihre Existenz; in dieser Zeit gewaltigen Ringens reden sich weite Kreise des Volkes in einen immer stärker werdenden Haß hinein — nicht gegen die Leinde, die ihnen nach dem Leben trachten, sondern gegen die Juden, die mit ihrem Gut und Blut und Verstand an Deutschlands Befreiung mitarbeiten, ja, in hohem Maße dazu beigetragen haben, Deutschland jene ungeheuere Widerstandskraft zu verleihen, die allein seine Rettung möglich macht. Und zur gleichen Zeit erwägt das preußische Kultusministerium ernstlich die ihm von einer Reihe angesehener Akademiker gegebene Anregung, an einer deutschen Hochschule, vielleicht in Frankfurt a. M., einen Lehrstuhlfür jüdische Wissenschaft zu begründen. Nicht als ein Mittel, um eine der brennenden Gegenwartsfragen zu lösen, sondern *) Vergl. W. Staerk: „Das Judentum als wissenschaftliches Problem" in Heft 10 des „Neuen Merkur". nur um der wissenschaftlichen Erkenntnis willen, nicht aus irgendwelchen nationalen Gründen, sondern aus ganz objektivem Interesse. Das Judentum sub specie aeternitatis. Ein Volk merkwürdiger Gegensätze! Oder sollte diese Anregung doch aus einer andern Quelle als aus der einer geradezu verblüffenden Sachlichkeit entspringen? Sollten die Initiatoren des Planes Männer von hohem Gerechtigkeitssinne sein, die mit Sorge eine Zeit kommen sehen, da vielleicht der Deutsche dem Juden seine Verdienste um das Reich mit furchtbarem Undank lohnen wird? Wollen sie den Juden dazu verhelfen, eine Flut von Verleumdungen und Beschuldigungen durch logische Argumente und Beweise auf wissenschaftlicher Grundlage zu dämmen? Wie dem auch sei, vom jüdischen Standpunkt aus wird es jedenfalls mit Freude zu begrüßen sein, wenn die Wissenschaft vom Judentum, die bisher nur an englischen und amerikanischen Universitäten eine Stätte hatte, auch an einer deutschen Hochschule eine selbständige Vertretung findet. Das Judentum, dessen Erforschung von deutschen Männern der Wissenschaft gefordert wird, ist das synagogale, von den Rabbinern verwaltete Judentum, wie es sich vom ersten Jahrhundert